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Starke Leistung beim 0:0
Sandrino Braun: "Mister Zuverlässig" ist wieder da

Sandrino Braun. (Foto: Sanders)
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Jena – Bei der Aufstellung in Jena überraschte Preußen-Trainer Marco Antwerpen mit einem Wechsel, der nicht unbedingt erwartet war. Sandrino Braun rutschte in die Startelf und dort sogar in die Abwehrzentrale - Und durfte sich nach 90 Minuten als klarer Punktsieger fühlen. Für ihn persönlich war es auch eine starke Rückkehr. 

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Eine knappe halbe Stunde war in Jena gespielt, da bekam der FC Carl Zeiss in seiner stärksten Phase die vorerst letzte Szene - aber in der Abwehr der Preußen warf sich einer in die Hereingabe rein. Sandrino Braun unterband ein Zuspiel, das richtig gefährlich hätte werden können. Brauns Reaktion sprach Bände für den SCP und für ihn selbst: Mit geballter Faust und einer kurzen "Säge" feierte sich der 30-Jährige für die Aktion. 

Die Szene war sinnbildlich. Denn in Jena erfüllten die Preußen ihre Defensivaufgabe mit Sternchen. Klar gab es da diese Phase über 15 Minuten, in denen Jena zu Chancen kam. Aber weil auch Schlussmann Max Schulze Niehues fehlerfrei agierte, trafen die Gastgeber nicht. Und um die nächste starke Szene der Gastgeber zu entdecken, musste man schon in die Schlussviertelstunde springen, als Preußens Keeper einen Distanzschuss zur Ecke abklatschte. 

Münster spielte griffig und Braun erledigte seinen Job dabei so, wie er unter Trainer Antwerpen viele Monate gespielt hatte. Das war der "alte" Braun, wie man ihn aus der Rückrunde 2018 kannte und auch zu Saisonbeginn. Wann immer der SCP gefragt und gefordert war, war Braun zur Stelle. Vom "Fast-Fehleinkauf" zum unverzichtbaren Dauerbrenner. Das war ein ziemlich wilder Ritt für den ehemaligen Stuttgarter, der 2016 nach Münster wechselte. 

 

Im Hochsommer war nämlich der Dampf raus bei Braun. Nach endlosen Einsätzen in Serie und viel, viel Laufarbeit brauchte Braun eine Pause. Die dauerte für ihn persönlich ziemlich lang, denn sie fiel exakt in die Phase, in der die Preußen mit zahlreichen Siegen auf Tabellenplatz 2 stürmten. Sieben Spiele in Folge blieb Braun draußen, kam gegen Braunschweig für fünf Minuten. Sein erster Einsatz über 90 Minuten war ausgerechnet das 0:5 in Karlsruhe. Das Spiel, über das sie beim SCP wohl noch immer den Kopf schütteln. Dann ging's wieder zurück auf die Bank. 

Nun aber die Rückkehr. Und was für eine! "Der Trainer hat gesagt, du spielst in der Kette. Und das habe ich ordentlich umgesetzt. Klar ist das immer noch ausbaufähig", so Braun nach Spielende mit dem typischen Understatement. Sein Trainer wurde da deutlicher. "Wir brauchten aufmerksame Spieler. Und Sandrino Braun bringt noch das Kriterium Cleverness mit. Und sein Einsatz stimmt immer." 

Dennoch: In den Tests schien die Dreierkette mit Schweers, Kittner und Scherder eigentlich gesetzt. Aber fünf Gegentore in zwei Spielen waren dem Trainerteam eben doch zu viel. Stabilität war gefragt. So musste Schweers raus, Braun rein. Und der eigentliche "Dreierketten-Regisseur" Ole Kittner rückte nach links. Die Frage nach der Idee hinter Brauns Einsatz an anderer Stelle quittierte Antwerpen später grinsend. "Es war die Idee, dass da hinten die Null steht."

Dass der Trainer die Position zur Pause korrigierte und Kittner zurück in die Mitte rückte, war rein präventiver Natur. Kittner hatte schon Gelb gesehen und sollte als Ballverteiler in die Mitte der Kette fungieren, während Braun die laufintensiveren Jobs auf der Seite übernahm. Und zwar stark.

Die etwas umformierte Kette sorgte bei den Preußen nicht für übergroße Anpassungsprobkeme. "In den ersten 10, 15 Minuten war es vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber dann..." Ja, dann bot der SCP alles an, was in so einem Spiel nötig war. "Klar wollten wir gewinnen und wir hatten auch gute Chancen", so Braun. "Jena aber auch." 

"Im Großen und Ganzen müssen wir damit leben", fasste Braun zusammen, was sein Trainer später auf der Pressekonferenz ebenfalls sagte. Am Ende fehlten dem SCP buchstäblich Zentimeter zu einem möglichen Auswärtssieg. 

Wie Braun selbst wirkte auch die gesamte Defensive der Preußen fast immer wach und griffig. Vor allem in der zweiten Halbzeit war das ganz stark, was der SCP da anbot. Jena kam kaum noch zu Chancen. 

So sah das auch der Torwart. Max Schulze Niehues, der die Nummer 1 zwischen den Pfosten blieb, machte seinen Vorderleuten ein Kompliment. "Die drei haben das sehr gut gemacht, haben kaum ein Kopfballduell verloren." Das gab später auch Jena-Trainer Lukas Kwasniok so: "In der Luft waren wir den Preußen unterlegen." 

Vor der Abfahrt nach Jena hatte Preußens Torwart Schulze Niehues noch gesagt: "Wenn wir unsee Spielidee umsetzen, könnten wir etwas mitnehmen." Das gelang den Preußen. 

Für Sandrino Braun dürfte es angesichts der Umstände eine eher angenehme Rückfahrt gewesen sein. Mit der Leistung gibt es eigentlich keinen Grund, wieder zu wechseln. Was ja Marco Antwerpen nach dem Spiel mit anderen Worten formulierte: "Die Spieler, die nicht dabei waren, müssen sich das genau ansehen und auch so spielen." 

Spielerpass Sandrino Braun

Ausgebildet beim SC Freiburg, wechselte Braun 2009 zum SC Pfullendorf. Nach drei Jahren dort verpflichteten ihn die Stuttgarter Kickers, Braun kam dann im Sommer 2016 von den Kickers nach Münster. Unter Trainer Horst Steffen startete er als "Sechser", setzte sich aber nicht nachhaltig als Stammspieler fest. Eine Knieverletzung stoppte ihn im Herbst 2016 zusätzlich, dann fand Steffens Nachfolger Benno Möhlmann keine richtige Position für Braun. Immer wieder durfte er mal 90 Minuten spielen, musste aber ständig wieder raus. 90 Minuten Spiel. 90 Minuten Bankplatz. 

Die gesamte Hinrunde 2017/2018 war für Braun eine einzige Enttäuschung. In zehn Spielen saß er nur auf der Bank, einmal war er verletzt, einmal gar nicht erst im Kader. Das war beim Auswärtsspiel in Großaspach, das der SCP mit 1:4 verlor. Es war auch das letzte Spiel unter Benno Möhlmann. 

Die Wende kam mit Marco Antwerpen, der aus Braun endlich herausholte, was eigentlich immer die Idee war. Vom ersten Spiel (1:2 in Meppen) bis zum 37. Spieltag spielte Braun die gesamte Spielzeit durch. 18 Spiele über 90 Minuten, ein echter Dauerbrenner - und das mit der Vorgeschichte. Im Spätsommer verpasste Antwerpen dem 30-Jährigen eine Spielpause, die nun beendet scheint.

 

 


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Tabelle

24. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
5Uerdingen2431:33-238
6U´haching2243:241935
7Münster2430:30034
8Würzburg2435:29633
9Rostock2431:34-333

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