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Beiträge im Wortlaut
So lief die Ratsdebatte zum Thema Preußenstadion

Im Rat wurde am Mittwoch (auch) über das Thema Stadion gesprochen. (Foto; Schulte)

Münster – Am Ende eines dreieinhalb Jahre währenden Prozesses wurden im Rat der Stadt Münster noch einmal die ganz großen Reden geschwungen. Das Thema? Der SC Preußen Münster, das Preußenstadion und der Bebauungsplan. Hier sind die Wortbeiträge... 

Am Mittwochabend zu später Stunde beschloss der Rat der Stadt Münster mit den Stimmen von CDU und Grünen den Bebauungsplan "Sportpark Berg Fidel" (wir berichteten). Ein dreieinhalb Jahre währender Prozess wurde damit formal abgeschlossen. Am Ende musste sowohl der Flächennutzungsplan wie auch der Bebauungsplan entschieden werden.

Hier sind die Wortbeiträge der einzelnen Ratsparteien. 

Dr. Michael Jung (SPD)

Das sind schon zwei sehr spezielle Vorlagen. Wir beschließen heute einen Standort, obschon wir ja so einen Standort an der Nieberdingstraßeschon haben und der Verein längst auswärts bauen will. Da zeigt sich, dass hier politisch einiges aus dem Ruder gelaufen ist. 

Wir halten über Jahre einen Standort vor, der sich dann als nicht verfügbar herausstellt. Es folgt eine hektische Standortsuche, die dann abrupt abgebrochen wird. Und dann soll der Verein einen Standort akzeptieren, für den er gar keinen Investor hat. 

Es geht also um einen Standort, der wohl niemals umgesetzt wird. Das ist pure Rechthaberei, gegossen in einen Bebauungsplan. Anstatt den Wünschen des Vereins zumindest eine faire Chance zu geben, also wenigstens einen Standort zu prüfen. 

Jetzt bekommen wir etwas, das gar nicht umgesetzt werden kann und das auch nicht den Anforderungen des Vereins entspricht. Das ist keine Lösung. Sie (CDU und Grüne, Anm.d.Red.) haben nichts für den Verein getan, nichts für den Fußball in Münster.

Man kann nur sagen: Hoffentlich kommt der SCP in Senden auf ein besseres Gleis. Vor fünf Jahren wäre dieser Bebauungsplan vielleicht ein Gewinn gewesen, angesichts der Realität heute ist er eine absolute Fehlentwicklung. Wir werden uns enthalten, wir machen diesen Unfug nicht mit. 

Was Sie hier bauen, ist ein Potemkinsches Dorf. Sie haben keinen einzigen Cent im Haushalt stehen, der für den Umbau an der Hammer Straße wäre. Da bin ich gespannt, wie Sie das machen. Sie bauen hier nur Kulissen, aber andere sollen die Rechnung bezahlen. Das ist eine Sackgasse. 

Das werden schöne Verhandlungen, da kann man dem Verein nur alles Gute wünschen. Wir hätten uns eine faire Standortsuche gewünscht, das hätte sich der Verein verdient. Und Sie können noch so viele Wortgirlanden flechten, das haben Sie dem Verein verbaut. Sie werden aber keinen Investor für die Hammer Straße herbeizwingen. 

Heute ist nichts entschieden, wir werden das alles sehr bald auf Wiedervorlage haben ...

Carola Möllemann-Appelhoff (FDP)

Wir werden beantragen, diese Vorlage zu schieben. Wir können keine qualififzierte Entscheidung treffen. Wir sind der Auffassung, dass die Entscheidung zunächst beim SCP liegt. Kann der Verein auswärts bauen oder nicht? Wenn der SCP diese Frage positiv beantwortet, werden wir einen anderen Bebauungsplan haben. Dann werden wir ganz sicher keine 20.000 Zuschauer brauchen. 

Der Antrag wurde mit 34 zu 29 Stimmen abgelehnt, Anm.d.Red.

Dr. Stefan Weber (CDU)

Ich erinnere daran, dass es bisher Konsens war, dass die Stadt sich um ihr Stadion kümmert und lediglich Vorsorge an der Nieberdingstraße trifft. 

Dass Sie (die SPD, Anm.d.Red.) sich hier überschlagen, ein Stadion für 40.000 Zuschauer errichten zu wollen, ist ja wohl ein Treppenwitz. Wir sind an dem Punkt, dass wir die Rahmenbedingungen für ein zweitligataugliches Stadion schaffen können. Wir sind bereit, mit dem Verein über eine Finanzierung zu sprechen. 

Die Debatte in Senden sehen wir mit Interesse. Das mag eine Option für die Zukunft sein, aber es gibt dort viele offene Fragen. All unsere Fragen nach der Finanzierung eines Neubaus und dem sportlichen Plan für die Bundesliga sind vom Verein nicht beantwortet worden. Der Bebauungsplan dagegen ist im Interesse des Vereins, der sonst mit leeren Händen dasteht. Es ist besser, zwei Optionen zu haben. 

Es ist auch klar, dass Investitionen andernorts privat getragen werden müssen. Und wir erwarten, dass mindestens drei Viertel der Investitionssumme steht, ehe wir in Gespräche eintreten.

Wer Autorennen fahren will, braucht erst ein Formel-1-Auto, dann die Rennstrecke. Ich will hier nicht an die finanzielle Schieflage in Aachen, in Chemnitz oder Kaiserslautern erinnern. Wir wetden nicht mit kommunalem Geld an der Fußball-Lotterie zocken ...

Klaus Rosenau (Bündnis 90/Die Grünen)

Wir bringen heute zuende, was wir 2014 begonnen haben. Die Konsequenz unseres Tuns stärkt den Profibereich, aber auch den Nachwuchsbereich. Das ist wichtig und das sichern wir heute ohne Zögern. 

Otto Reiners (Bündnis 90/Die Grünen)

Seit 25 Jahren läuft diese Debatte. Das Stadion ist heute in einem Zustand, der nicht glücklich ist. Wäre man aber den Weg der SPD mitgegangen, hätte der Preußenpark fast die Innenstadt zerstört. Wir glauben, dass wir ein Angebot für den Verein schaffen. Den Standort halten wir für richtig für 20.000 Zuschauer. Aber wir steigen auch in die qualitative Debatte ein. Wir wolen eine "Mobilitätsstation Geist". Stellplätze am Stadion werden primär über Parkpaletten errichtet. Uns geht es um Flächenreduzierung. Die Stadiondächer sind vorzurüsten für Solaranlagen, vorhandene Bäume und Bepflanzung sind weitgehend zu erhalten. Wir wollen dort in die Höhe bauen und wollen ein Angebot, das nicht nur vom SCP genutzt wird, sondern auch von Anwohnern. 

Christoph Kattentidt (Bündnis 90/Die Grünen)

Es ist jahrelang nichts passiert, es besteht also eine gewisse Dringlichkeit. Sich noch mehr Zeit zu nehmen, ist der falscher Weg. Senden kann nur ferne Zukunft sein. Wir lesen, dass die Investoren nur eine Anschubfinanzierung liefern wollen, der Rest muss von woanders kommen. In Senden gibt es nicht einmal einen Bebauungsplan. Die Infrastruktur ist nicht gesichert. Da wird von interkommunaler Zusammenarbeit gesprochen. Aber selbst wenn Münster da mit 10 Millionen Euro mitgeht, glauben Sie, die Gemeinde Senden kann den Rest aufbringen?

Auch in Senden sind 2020 Kommunalwahlen! Glauben Sie, die Gemeinde trifft jetzt so eine Entscheidung? Es gibt keine schnelle Entscheidung. Und wo soll der SCP denn trainieren? Da müssen Sie noch mehrere Hektar in Münster finden. Es gibt keine schnelle Lösung. 

Richard Mol (AfD)

Letztlich geht es um eine wichtige sportpolitische Frage. Wie geht die Stadt mit ihrem größten Fußballverein um? Wenn man sich anschaut, was der Verein will und was die Stadt beschließt: Da ist ein großer Spalt zwischen. Das Tischtuch wird hier willkürlich zerrissen. Vogel, friss oder stirb. Das ist kein Umgang.

Ludger Steinmann (SPD)

Otto Reiners macht hier einfach nur Show. Und Christoph Kattentidt wirft uns Geldverschwendung vor. Gleichzeitig sagt er, dass am Standort Hammer Straße etwas getan werden muss ... Den Verein so erbärmlich abzufertigen ... 

Sven Gotthal (CDU)

Es ist notwendig, dass wir den Bebauungsplan beschließen. Die Fans werfen uns schon Untätigkeit vor.

 

 

 

 

 

 

 

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