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Kommentar
Transparenz oder Kohle? Preußen Münster in der Zwickmühle

Erleichterung nach der Entscheidung. (Foto: Schulte)
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Münster – Der SC Preußen Münster hat lange und am Ende erfolgreich um seine Ausgliederung gekämpft. Und dabei Transparenz versprochen. Doch schon zum Start gibt es Geheimniskrämerei. Eine ungünstige Lage für den Klub. 

Die Klubführung des SC Preußen Münster darf man getrost als seriös bezeichnen. Juristen, Kaufleute, Preußen-Urgesteine. Christoph Strässer als Präsident und Frank Westermann als Aufsichtsrat sind als "Chefs" ihrer Gremien keine Hallodris, sondern um Entwicklung bemühte Verantwortliche. Sie sind im Oktober 2016 angetreten mit klaren Ideen - jeder wusste, was das Ziel der "Neuen" war.

Dass nach dem forschen Start wirklich rein gar nichts mehr so einfach und schnell ging wie von vielen erhofft, liegt auch in der Natur der Sache. Der DFB und seine ganz spezielle Struktur ist schon eine ganz "spezielle" Welt, die wenig zu tun hat mit der freien Wirtschaft. Das muss man alles erst verstehen. Viele der handelnden Personen waren bisher nie in einem Fußballklub aktiv, auch da fehlte es manchmal an dem Gespür für die besonderen Erfordernisse. Anders gesagt: Vieles war "learning by doing". 

Im Zuge der wichtigsten Klub-Entscheidung, der Ausgliederung, waren Strässer, Westermann und Co. allerdings unablässig darum bemüht, "Transparenz" zu schaffen. Das war von Beginn an schwierig, weil der Klub in einem Dilemma steckte. Mit Blick auf die Ausgliederung hieß es immer: Es gebe "Interesse" von möglichen Geldgebern, man führe "positive Gespräche", aber nein: Man könne die Namen erst nennen, wenn die Ausgliederung wirklich vollzogen sei. Und schon war die selbstverordnete Transparenz dahin. 

Spätestens aber, wenn ein Investor nun wirklich vor dem Einstieg stehe, wolle man auch Namen nennen. Dieses Versprechen steht und es wurde von den Verantwortlichen mehrfach wiederholt. 

Nun ist der erste Investor an Bord - aber Namen gibt es nicht. Das ist ein denkbar ungünstiger Einstieg.

Leider steckt die neue GmbH & Co. KGaA in einer schwierigen Situation. Die finanzielle Lage des Klubs war von Beginn an angespannt, viel mehr als zum Amtsantritt 2016 bekannt war. Der DFB hat signifikante Nachforderungen für die Zulassung gestellt - nicht erst jetzt, sondern schon im vergangenen Jahr. 

Die zwei Millionen Euro, die ein ungenannter Investor nun in die KGaA steckt, kamen fast buchstäblich fünf Minuten vor der Deadline. Das Geld war zwingend erforderlich, um die Zulassung zur 3. Liga zu sichern. Der Verein war in der Zwickmühle, das benötigte Geld zu nehmen und dem Wunsch des Geldgebers nach Anonymität zu folgen - oder aber Gefahr zu laufen, die Zulassung zu verlieren. 

Die Entscheidung, die der Klub nun getroffen hat, ist daher nachvollziehbar. Aber sie ist leider auch Bestätigung für die Ausgliederungs-Kritiker, die sich genau wegen solcher "Zwangs-Situationen" Sorgen gemacht hatten. 

Nun darf man annehmen, dass der SC Preußen Münster sich hier im konkreten Fall eben nicht einer "Heuschrecke" oder einem Spekulanten vor die Füße geworfen hat. Das hat auch etwas mit dem "Vertrauen" zu tun, um das die Klubverantwortlichen ja auch gebeten hatten. Was man ihnen allerdings vorwerfen darf, ist mangelndes Fingerspitzengefühl. 

Statt einer eher dürren Meldung über den Einstieg eines Investors ohne jedes weitere Detail hätte der Klub hier einfach besser "moderieren" müssen. Warum konnten keine Details genannt werden? Warum fiel die Entscheidung trotzdem für den Investor? Mit ein paar Worten hätte man der Angst vorzubeugen können, dass hier eine Art von "Hinterzimmer-Finanzierung" beginnt. Zumal die Geheimniskrämerei mit Blick auf die längst öffentlich einsehbare Summe völlig sinnlos war.

Transparent ist eben genau das nicht - und ausgerechnet zur "Premiere" wirkt das Versprechen nach Klarheit schon gebrochen. Die Gründe sind zwar nachvollziehbar, die Außenwirkung ist zumindest problematisch. Dabei wäre es leicht gewesen, das vernünftig zu erklären. Jetzt werden die Verantwortlichen ein bisschen von ihren eigenen Maßstäben verfolgt. Der nächste Geldgeber sollte wohl besser einen Namen tragen. 

 

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
6Rostock3847:46155
7Zwickau3849:47252
8Münster3848:50-252
91. FCK3849:51-251
10U´haching3853:46748

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