Preußen Münster auf Twitter & Facebook

Unser Service... Preußen-Artikel exklusiv auf Twitter @westline_scp und Facebook

CDU und Grüne stellen Haushalt 2019 vor
Umbau des Preußenstadions: Der Wille ist da, Details aber völlig offen

Das Preußenstadion 2018. (Foto: Schulte)
Das Preußenstadion 2018. (Foto: Schulte)
Die Fraktionschefs Stefan Weber (CDU, links) und Otto Reiners (Grüne) bei der Vorstellung des Haushalts 2019. (Foto: Schulte)
8928

Münster – Eines ist sicher: Wenn am 12. Dezember in Münster der städtische Haushalt 2019 verabschiedet wird, dann wird darin die "volle Unterstützung" der Stadt Münster für den Stadionumbau formuliert sein. Das ist Inhalt eines Antrags von CDU und Grünen, der angesichts der herrschenden Mehrheitsverhältnisse wohl angenommen wird. Alles andere? Ist völlig offen. 

Das Thema Stadion geht in die nächste Runde: Am Dienstag stellten die beiden Fraktionschefs Stefan Weber (CDU) und Otto Reiners (Grüne) der überschaubaren Münsteraner Medienszene den städtischen Haushalt vor. Rund 1,2 Milliarden Euro umfasst er und enthält allerlei bedeutsame Ideen wie Wohnungsbau und Bildung und Mobilität - und eben das Preußenstadion. 

Neben der Frage nach neuen Stadtteilen und verdichtendem Wohnungsbau in der wachsenden Stadt dürfte das sicher das öffentlichkeitswirksamste Thema sein. CDU und Grüne haben dazu einen eigenen Antrag formuliert, der jetzt im Haupt- und Finanzausschuss beschlossen werden soll. Im Rat der Stadt wird dann am 12. Dezember noch das große Haushaltspaket beschlossen. Große Zweifel gibt es nicht daran, dass der Antrag scheitern könnte, denn CDU und Grüne bilden ja nun die Ratsmehrheit. 

Im Antrag ist formuliert, dass "nach dem Bekenntnis des Vereins SC Preußen Münster zum Stadionstandort Hammer Straße" die Stadt Münster die "volle Unterstützung" für eine Entwicklung des Stadions zusage, um "schrittweise das Konzept zur Neuordnung des städtischen Stadions sowie des Geländes rund um das Stadion" umzusetzen. 

Im Antrag bekräftigen CDU und Grüne noch einmal, dass die Ausbauplanung in "unterschiedlichen Realisierungsabschnitten" entwickelt werde, um mit Blick auf das Stadion "zeitnah einen Ausbau" zu realisieren. Weiter heißt es: "Der Verein erarbeitet auf der Grundlage der Ausbauplanung einen mehrjährigen Wirtschafts- und Finanzplan. Eingeworbene Drittmittel sind dabei darzustellen." 

So hatten es Stadt und Klub jüngst auch unisono erklärt

Die Fraktionschefs Stefan Weber (CDU, links) und Otto Reiners (Grüne) bei der Vorstellung des Haushalts 2019. (Foto: Schulte)

Drei Punkte enthält der Antrag noch: Die Stadt Münster solle mit dem SCP einen neuen Mietvertrag aushandeln, der dann vom Rat beschlossen werden muss. Zudem werden die bereits 2018 eingestellten Planungskosten von 250.000 Euro ins neue Jahr übertragen. Und zuguterletzt soll die Stadt mit der Deutschen Bahn "zeitnah" Gespräche über den Bahnhaltepunkt "Münster-Geist" führen. So weit, so gut. 

Der Antrag enthält auch die bereits bekannten Summen: "Als Investitionsmittel werden für das Jahr 2019 10 Millionen, für das Jahr 2020 weitere 10 Millionen Euro und für spätere Jahre 20 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt." (siehe Fußnote)

Das Geld wird angesichts der anstehenden Aufgaben und offenen Fragen wohl in 2019 noch nicht ausgegeben, sondern sollte mehr als "politisches Bekenntnis" (Stefan Weber) verstanden werden. Natürlich dürfte das Geld auch ausgegeben werden, aber ob das schon 2019 klappt, steht halt nicht fest. 

Zwei Dinge muss man wissen

Zwei Dinge sind wichtig: Erstens ist die genannte Summe von "bis zu 40 Millionen" derzeit einfach aus der Luft "gegriffen", wie Stefan Weber zugab. Zweitens kann das gesamte Projekt entweder viel teurer werden oder viel billiger. Alles hängt komplett von den Detailplanungen der "Projektgruppe" und eben auch vom SCP ab. Denn der müsse auch sehen, was er "stemmen" könne, so Otto Reiners. Angesichts einiger Hürden aus dem EU-Beihilferecht muss der neue Mietvertrag widerspiegeln, dass der Klub sich erheblich an der Refinanzierung des Umbaus beteilige. Otto Reiners weiter: "Vielleicht muss die Stadt auch gar keine 40 Millionen Euro ausgeben. Vielleicht gewinnt der SCP ja doch Investoren für den Umbau an der Hammer Straße?"

Klartext: Je mehr Anforderungen der SCP an Stadion und Umfeld stellt, je teurer wird es - und je höher wird die Miete ausfallen. Die soll zwar liga-abhängig ausfallen, wird aber sicher kein Schnäppchen. 

Ach ja, noch etwas: Was letztlich mit dem städtischen Geld finanziert wird, ist noch nicht richtig abgestimmt. Otto Reiners bezog am Dienstag auch den künftigen Bahnhaltepunkt und das Stadionumfeld ein - allerdings auch mit einem Verweis auf erhebliche Fördermittel von Land oder Bund. 
Stefan Weber betonte allerdings: "Wir rechnen das Stadion nicht klein." Über Parkplätze und sonstige Erschließungen ist allerdings noch kein Wort gefallen.

Keine Herzenssache?

Mit Blick auf die vergangenen 18 Jahre seit Scheitern des ECE-Preußenparks und unzähligen Diskussionen scheint es allerdings auch, als sei das Thema Stadion keine Herzenssache. Die Grünen haben sich auf den Deal eingelassen, weil sie klare Vorteile für Mobilitätsbereich sehen: Den Bahnhaltepunkt als wichtigen Teil des ÖPNV beispielsweise. 

Und die CDU war wohl einfach froh, das Thema endlich vom Tisch zu haben.

Die offene Frage bleibt auch weiter offen: Warum die Ratspolitik sich nicht mit eher überschaubaren Kosten an einem interkommunalen Baugebiet beteiligen wollte? Stefan Weber: "Wir haben die Option in Bösensell immer als Möglichkeit genannt, aber das Gelände war eben nicht verfügbar." Das stimmt natürlich, aber erst ganz zum Schluss. Und es erklärt auch nicht, warum die Stadt Münster nie in Gespräche mit Bösensell eingetreten ist und auch keine öffentliche Bereitschaft dazu signalisiert hatte. Auch nicht zu einem Zeitpunkt, als das Gelände offiziell noch zur Verfügung stand. 

Beantwortet, aber letztlich offen blieb auch die Frage, warum eine Lösung wie heute nicht schon vor drei Jahren möglich war. Weber: "Da lief ja der Bebauungsplan noch." Das ist zwar sachlich korrekt - aber gab es je einen derart öffentlich formulierten Willen zu einem umfassenden Stadionumbau an der Hammer Straße? Hätte es diesen Willen schon 2014 oder 2015 gegeben, wäre der SC Preußen vielleicht nie auf die Neubau-Idee gekommen? 

Warum die Standortsuche in Münster vollständig abgeblasen wurde, ist dagegen klar: "Wir haben damals bei der Standortsuche abwägen müssen zwischen Wohnbebauung und Gewerbe. Und beides wollten wir nicht aufgeben", so Weber. Beispiel Steinfurter Straße: Auf dem potenziellen Standort ist von CDU und Grünen ein neuer Stadtteil mit großer Priorität geplant - und rund 5 Millionen Euro für Grundstücksankauf stehen auch schon zur Verfügung. Eine politische Entscheidung, die eben so getroffen wurde. Aber das sei ohnehin alles "Schnee von gestern", so Weber.

Jetzt soll es vorangehen - aber eben nichts, wirklich nichts ist heute schon klar. Das ist auch keine Überraschung: Bisher steht lediglich die grundsätzliche Bereitschaft fest. Details können und werden erst nach dem 12. Dezember besprochen und geplant. Dafür ist das noch zu bildende Projektteam gedacht. Dass für den Standort Hammer Straße noch gar keine halbwegs konkreten Zahlen vorliegen, zeigt aber auch, dass dieser Standort von der Verwaltung bisher nie wirklich geprüft wurde. 

Diese Unsicherheit über alle rechtlichen und finanziellen Fragen müssen Fans und Freunde des Klubs wohl aushalten, es ist derzeit nicht zu ändern. Das Projekt steht noch nicht in den Startlöchern, sondern ist - bildlich gesprochen - noch in der Umkleide. 

 

"11Freunde"-Spott

Gerade gab es noch Spott aus dem einstigen Bielefelder Fußball-Magazin "11 Freunde". Autor Tobias Finger schreibt dort launig, aber eben auch völlig ahnungslos über die Pläne des Vereins. " Ein kleines bisschen außerhalb der Stadtgrenzen in Bösensell sollte das neue Stadion entstehen", ist dort formuliert - aber eben kein Wort davon, dass es ja die Stadtpolitik war, die das "kleine bisschen außerhalb der Stadtgrenzen" erzwungen hatte. 

Nur um dann dem Klub "Größenwahn" zu unterstellen und zu schreiben, dass das Aus in Bösensell den "Klub-Oberen vielleicht ganz gut tun" könne. Für mehr Hintergründe und die Realität der bitteren Stadiondebatte war im launigen Beitrag wohl kein Platz mehr. Und auch kein Wille, das Thema halbwegs seriös abzuhandeln - alles für den schadenfrohen Kommentar. 

 

* Korrektur: In einer ersten Version des Textes hieß es fälschlicherweise, im Antrag seien keine Summen enthalten. Tatsächlich enthält der Antrag von CDU und Grünen durchaus die schon bekannten Summen. Ausdrücklich ist dort die Rede von zunächst je 10 Millionen Euro für 2019 und 2020 und weitere 20 Millionen Euro in den Folgejahren. Den Fehler bitten wir zu entschuldigen. 

 


Lade Forenbeiträge...

Nächstes Liga-Spiel

3. Liga, 19. Spieltag
Preußen Münster - FSV Zwickau
Samstag, 15. Dezember, 14 Uhr
Liga-Spielplan | SCP-Spielplan
Kader | Forum

Weitere Preußen-Termine

Datum Termin  
  -  

Tabelle

19. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
4Halle1823:16733
5U´haching1837:191831
6Münster1828:25329
7Wiesbaden1835:251027
8Rostock1826:27-126

SC Preußen Münster