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Verein will sich erklären
Viel Ärger um den neuen Preußen-Adler

Der neue Adler. (Foto: Schulte)
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Münster – Ob der SC Preußen Münster wirklich ahnte, was er mit dem neuen Klublogo für eine Aufregung verursachen würde. Offensichtlich nicht, denn am Donnerstag will der Klub sich dazu erklären. In den Gremien des Klubs gab es durchaus Verstimmungen.

Der neue Preußen-Adler war am Dienstag eine Überraschung für viele, vermutlich alle Preußenfans. Dass der SCP sein Jubiläumslogo mit dem Lorbeerkranz ändern würde, hatte westline schon im April berichtet. Die Vermutung war da noch, dass die Änderung sich auf eine leichte Umgestaltung beschränken würde - und dass der Verein natürlich in irgendeiner Form seine Fans und Mitglieder einbeziehen würde.

Tat er aber nicht. Und offenbar waren auch die Gremienmitglieder selbst nicht wirklich einbezogen. Am Donnerstag bestätigten sowohl Aufsichtsratsmitglied Friedrich Lukas wie auch Fanbeirat und Präsidiumsmitglied Burkhard Brüx, den neuen Adler zuvor weder gesehen noch ihm zugestimmt haben. 

Am Mittwoch war eine Präsidiumssitzung angesetzt - bereits länger terminiert. Darin sollte es eigentlich um ganz andere Themen gehen. Um die Arbeitsaufteilung im Verein, um Fanarbeit. Stattdessen wurde es eine Krisensitzung. Klar ist: Der Klub hat die Außenwirkung des neuen Logos vollständig falsch eingeschätzt oder die möglichen Folgen glattwegs ausgeblendet.

Jetzt hat der SCP eine neue Baustelle, die hausgemacht ist und für viel Ärger sorgt. Am Donnerstag will der Verein sich nach westline-Informationen dazu erklären, eine Mitteilung ist angekündigt. Wie wird der Klub damit umgehen? So oder so wird es schwierig, denn bereits seit Mittwoch ist das gesamte Team mit Trainingskleidung ausgestattet, neuer Adler inklusive... 

"Ich persönlich bin damit überhaupt nicht einverstanden", betonte Fanbeirat Burkhard Brüx am Donnerstag. "Ich wusste, dass das Logo im Gespräch ist. Aber ich hatte nicht erwartet, dass man es so machen würde." Die Überraschung war nicht nur für ihn eine.

Kritik überall

Überall dort, wo Fans sich öffentlich machen, unter anderem im westline-Preußenforum, hagelte es Kritik. Positive Stimmen waren kaum auszumachen, stattdessen vor allem Ärger und Enttäuschung über das Vorgehen des Klubs. Mittlerweile gibt es eine Online-Petition mit dem Ziel, den neuen Adler rückgängig zu machen. Über 500 Stimmen dafür gibt es schon. 

Das Ärgerliche dabei: Im Vereinspräsidium sitzen Mitglieder wie Burkhard Brüx, Siggi Höing oder Lukas Friedrich, die sämtlich ein mehr oder weniger tiefes Verständnis für die Gefühlslage der Anhänger mitbringen. Diese Kompetenz wurde in der Entscheidung jedoch weder abgefragt noch einbezogen. Die wahrscheinlichen Warnungen vor den Konsequenzen konnten mangels Einbeziehung also gar nicht ausgesprochen werden.

Jetzt hat der SCP ein erneutes Kommunikations-Desaster. Doppelt lästig, weil sich der Klub viel zu oft selbst in diese Lage bringt. Brüx: "Man muss so etwas irgendwann einfach auch mal richtig machen..." 

Statt die Vorfreude auf eine fantastische 3. Liga zu schüren, bestimmen Themen wie anonyme Investoren, wie Spieler-Abgänge oder eben das Vereinslogo die öffentliche Debatte. Und damit auch die Laune. 

Wer ist Herr über den Adler?

Dabei ist es denkbar, dass der neue Adler schon viel länger ein Thema war. Schon im Rahmen der Präsentation des Jubiläumslogos Anfang 2017 war wohl der weitere Ablauf von der Agentur grob vorgezeichnet. Es war klar, dass ein neues Logo zum Ende der Saison erscheinen würde - möglicherweise war der neue Adler damals sogar schon als Szenario vorgesehen. Burkhard Brüx dazu: "Soweit ich das weiß, war der Adler aber anschließend intern kein Thema mehr. Erst am Dienstag ist er dann plötzlich vorgestellt worden." 

Dieses Vorgehen wirft eine Frage auf: Wer ist eigentlich "Herr" über den Adler? Eigentlich kann das ja nur der eingetragene Verein sein. Problem: In der Satzung sind zwar die Vereinsfarben definiert, nicht aber das Logo. Auch in den Ausgliederungsverträgen ist nicht explizit geklärt, wie mit dem Vereinslogo umzugehen sei. 

Der normale Menschenverstand würde sagen: Der Verein erlaubt der Kapitalgesellschaft die Nutzung des Vereinslogos. Dass das Vereinslogo von der GmbH & Co. KGaA geändert werden darf, hat etwas von dem Schwanz, der mit dem Hund wedelt. Es scheint geboten, hier eine Klärung der Zuständigkeiten zu schaffen.

Dass ein Vereinslogo im Laufe der Zeit Veränderungen durchläuft, ist unstrittig. Viele Traditionsklubs haben ihr Logo über die Jahre stets subtil, manchmal deutlicher überarbeitet. Auch der vorherige Adler war ja das Ergebnis eines Umdenkens im Verein und existiert erst seit rund einem Jahrzehnt. Damals, Ende 2004, hatte das Fanprojekt den Antrag gestellt, den Adler wieder dem klassischen Vogel anzunähern. Der Antrag wurde angenommen und im Dezember 2006 dann der neue Adler beschlossen. So wäre der vernünftige Weg. Warum der Klub sich diesmal über jede Beteiligung hinweggesetzt hat, ist rätselhaft.

Fanprojekt übt Kritik

Auch das Fanprojekt hat sich am Donnerstag zu Wort gemeldet. "Ist das noch unser SCP" lautet die griffige und nur noch halb rhetorische Frage. "Wie kann man, ohne Einbindung von Fans oder Mitgliedern, das Vereinswappen so grundlegend verändern? Werden die Fans und Mitglieder überhaupt noch als solche wahrgenommen oder hat man ab sofort alles zu akzeptieren, was z.B. eine Hamburger Agentur designt und uns vorgesetzt wird?" heißt es in der Mitteilung des Fanprojekts. 

Die überraschende Änderung sei ein "Affront" und das Fanprojekt fordert klar: "Bindet uns Fans und Mitglieder in Entscheidungen aktiv ein, die uns direkt betreffen. Sucht mit uns nach Lösungen. Startet endlich den Prozess des Leitbildes. Und holt den Adler zurück!" 

 

 

Eine Einordnung bzw. Kommentar aus Designsicht formuliert Achim Schaffrinna im Designtagebuch. Zitat: "Wie mir scheint ist man bei der Reduktion des Wappentiers weit übers Ziel hinaus geschossen. Denn aus dem stolzen, grundsätzlich wohlproportionierten Adler, der kraftvoll seine Schwingen ausbreitet, ist ein gerupftes Huhn geworden, das um einen Kopf kürzer gemacht nun in einem Käfig kauert." 

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
3U´haching815:9615
4Osnabrück811:5615
5Münster916:13315
6Halle810:7313
7Karlsruhe88:6213

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