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Rückblick
Vor zehn Jahren: Abriss der alten Tribüne im Preußenstadion

Winter 2008: Die alte Haupttribüne im Preußenstadion wird abgerissen. (Foto: Schulte)
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Münster – Als wäre es für diesen Zeitpunkt gemacht: Während sich die Stadionneubaupläne des SC Preußen Münster offenbar zerschlagen haben, jährt sich der Abriss der legendären alten Haupttribüne zum zehnten Mal. Am 11. November 2008 rissen die Bagger den alten Sitzplatzbereich in Stücke.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn man sie zu erkennen vermag: Während die ambitionierten Pläne des SC Preußen Münster für einen Stadionneubau spektakulär zerplatzten, jährt sich am Sonntag der Abriss der alten Tribüne im Preußenstadion zum zehnten Mal. Am Sonntag, wenn der SC Preußen in Großaspach um Punkte kämpft, zerfiel auf den Tag genau vor zehn Jahren der erste Teil der alten Tribüne zu Staub und Schutt. Ist das ein Sinnbild für die Lage des Klubs? Sportlich sicher nicht, denn auf Platz 2 der 3. Liga rangiert der SC Preußen allerbestens. 

Und als wäre dieser seltsam bittere Geburtstag nicht trist genug, war auch das Wetter vor zehn Jahren mausgrau. Regnerisch, kühl. Und die wenigen Zaungäste, die an diesem Dienstag rund ums Stadion zusahen, nahmen es mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. 

 

An die Stelle der alten Tribüne rückte der Neubau. Geplant war der eigentlich mit dem Duisburger Unternehmer Walter Hellmich errichtet werden. Der kam mit dem früheren Schalke-Manager Rudi Assauer als Partner an und wurde im Mai 2008 in einer Pressekonferenz vorgestellt. Doch schon kurz nach seiner Präsentation zog Hellmich sich zurück - Grund waren seine finanziellen Nachforderungen, auf die der Klub nicht eingehen wollte. 

Ersatz war mit der Bremer AG aus Paderborn schnell gefunden. Das Unternehmen hatte beim Nachbarn SC Paderborn bereits seine Effizienz und Kostendisziplin bewiesen und Bremer durfte nun die neue Tribüne errichten. 

 

Präsentation der ursprünglichen Pläne mit Klubpräsident Marco de Angelis, Walter Hellmich und Aufsichtsrat Thomas Bäumer (v.l.). (Foto: Schulte)

Warum wurde die Tribüne überhaupt gebaut?

Um zu verstehen, wie es zum Bau der neuen Tribüne kam, muss man zurückschauen auf die Stadion-Diskussion. Nach dem Scheitern der Preußenpark-Pläne im Dezember 2000 ermittelte die Stadtverwaltung nach langer Suche die Nieberdingstraße als Standort für einen möglichen Neubau. 

Zwischenzeitlich geriet der Klub in finanzielle Schwierigkeiten - ausgelöst durch das unerwartete Scheitern der Preußenpark-Pläne. In dieser Zwangs-Situation fesselte die Stadtpolitik den Klub. Sie gab eine Einmalhilfe von 5 Millionen Euro, angelegt für fünf Jahren auf einem Konto der Sparkasse. Die jährlichen Zinsen durfte der SCP einstreichen, der "Opfer" der städtischen Fehlplanung geworden war. Die 5 Millionen Euro kamen allerdings mit einem Pferdefuß. Die Stadtpolitik entschied damals: Diese 5 Millionen Euro würden zugleich das Ende des städtischen Engagements in Sachen Stadion sein. Die Errichtung eines städtischen Stadions sei nicht kommunale Aufgabe, so der Beschluss des Rates. 

Falls also der SCP jemals an der Nieberdingstraße bauen wolle, müsste er Erschließung und Bau eines Stadions selbst übernehmen. Oder ein Investor. Beides war Anfang des Jahrtausends undenkbar. 

Im Jahr 2008 lief dann der "Sparkassen-Deal" aus. In Ermangelung eines verfügbaren Standorts und ohne Investoren entschied sich der Verein gezwungenermaßen, aus der Situation wenigstens das Beste zu machen. So entstanden die Planungen für den Bau einer neuen Tribüne.

Rechtlich stand das ganze Projekt auf extrem wackeligen Füßen. Ein Anwohner hatte gar mit einer Klage gedroht - die Klub und Stadt erst mit einer Vereinbarung aus der Welt schafften, nach der ab einem bestimmten Zuschauerschnitt eine Lärmschutzwand errichtet werden müsste. Der Schnitt wurde bis heute nie erreicht ... 

Dennoch: Es musste bei einem Umbau im Bestand bleiben. So behielt das Funktionsgebäude weitgehend die Dimensionen der alten Tribüne. Der Rest wurde "luftig" angelegt. Was übrigens heute das Problem verursacht, dass die bestehende Tribüne nur schwer in ein vollständig umgebautes Stadion zu integrieren sein dürfte. Aber diese Perspektive ab es 2008 schlichtweg nicht - und das Budget reichte ohnehin vorne und hinten nicht. Der Klub übernahm vieles von der Ausstattung einfach selbst, um nicht vom Start weg mit einer halbfertigen Tribüne arbeiten zu müssen. 

Dass die Bauarbeiten gleich zweimal von Unfällen begleitet waren, passte ins Bild. Unstrittig ist allerdings, dass der Klub ohne den Bau der Tribüne in ernsthafte Schwierigkeiten geraten wäre. Erst die völlig neuen Bewirtungsmöglichkeiten und teureren Sitzplätze brachtem dem Verein neue Einnahmen. Ideal ist die Tribüne aus heutiger Sicht nicht. Die frühere Offenheit und "Begegnungskultur" ist weitgehend verschwunden und die völlig offene Konstruktion lädt bei Regenwetter auch nicht gerade sonderlich ein. Frühere Überlegungen und Ankündigungen, die Seiten wenigstens transparent zu verkleiden, wurden nie umgesetzt und sind längst vom Tisch. 

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
4Halle1823:16733
5U´haching1837:191831
6Münster1828:25329
7Wiesbaden1835:251027
8Rostock1826:27-126

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