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37 Jahre später...
Werner Hansch und seine Rückkehr nach Münster

Reporter-Legende Werner Hansch zu Gast im Preußenstadion. (Foto: Weber)
Reporter-Legende Werner Hansch zu Gast im Preußenstadion. (Foto: Weber)
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Münster – Wo machte Werner Hansch seine ersten "Schritte" als Radioerporter? Klar, im Preußenstadion in Münster. Es war 1978, es war ein 0:0 der Preußen gegen Leverkusen, es war sein erstes Mal. Jetzt kehrte er zurück...

Radio-Legende Werner Hansch war beim Spiel gegen Holstein Kiel Gastkommentator des Münsteraner Fanradios und kehrte also nach knapp 37 Jahren dahin zurück, wo seine Karriere als Fußballreporter begann. Nach dem Spiel sprach westline-Autorin Susanne Weber unter anderem mit ihm über seine Erinnerungen an den damaligen Besuch im Preußenstadion, seine Beweggründe, das Fanradio zu unterstützen und seine Eindrücke von der Partie gegen die Störche.    

Heute sind Sie nach 37 Jahren an den Ort zurückgekehrt, an dem Ihre Karriere als Fußballreporter begann. Am 5. November 1978 wurden Sie zum ersten Mal für den WDR zu einem Fußballspiel geschickt, es war die Begegnung Preußen Münster gegen Bayer Leverkusen. Welche Erinnerungen haben Sie noch an das Spiel? 

Furchtbare, ganz furchtbare Erinnerungen habe ich noch an dieses Spiel. Es war ein regnerischer Samstag. Die Kollegen von der Ü-Wagentechnik hatten mir gegenüber der Haupttribüne einen Sprecherplatz eingerichtet und eine Art Sonnenschirm als Schutz gegen den Regen aufgebaut. Dort saß ich dann zitternd. Als Kurt Brumme das Spiel in Münster wenig später anmoderierte, wurde in meinem Hals vor Nervosität alles steif, ich war schließlich Debütant.

Was man als Kommentator dann braucht, sind einfache Spielzüge, viele Torschüsse und gute Torwartparaden. Nichts dergleichen aber habe ich im Folgenden gesehen. Stattdessen gab es Rudelbildungen und Spieler, die sich an die Wäsche gingen. Während des Spiels ist kein einziges Tor gefallen, aber es gab vier rote Karten und der damalige Trainer der Leverkusener, Willibert Kremer, wurde auf die Tribüne verbannt.

Vier rote Karten in einem Spiel, so etwas hatte es zudem in der Geschichte des deutschen Fußballs bis dahin nur einmal zuvor gegeben. Somit war das, was ich da in Münster erleben musste, für mich als Debütanten das Schlimmste, was passieren konnte. Ich dachte, meine Karriere wäre damit schon wieder vorbei, bevor sie richtig angefangen hat. Aber zum Glück habe ich mich geirrt und durfte für den WDR weiter arbeiten. 

Waren Sie danach noch mal im Preußenstadion? 

Als Fußballreporter für den WDR nicht, aber im Rahmen eines „Experiments“ des Wolfgang-Bochert-Theaters im Jahr 2010. 

Was genau war das für ein Experiment? 

Theater-Freunde konnten sich ein sogenanntes „blind-ticket“ kaufen und dann mit einem Bus verschiedene Stationen anfahren, wo Schauspieler kleine Szenen nachstellten. Eine solche Station gab es auch im Preußen-Stadion. Dort habe ich für die Theaterbesucher Szenen meines Premierenspiels noch mal vorgespielt.  

Was hat Sie dazu bewogen das Münsteraner Fanradio beim Spiel gegen Holstein Kiel zu unterstützen?   

Eine Einladung eines in Münster lebenden Weggefährten, Wolfgang Töpfer, war ausschlaggebend für meinen erneuten Besuch im Preußenstadion. Er hat Kontakt zu den Teammitgliedern des Fanradios und mich gebeten, ihnen mit meiner Erfahrung weiterzuhelfen. Diesem Wusch bin ich gerne nachgekommen. 

Wie würden Sie das Spiel der Münsteraner gegen Kiel im Vergleich zu ihrem ersten Besuch im Preußenstadion vor 37 Jahren bewerten? 

Als eine Steigerung um 200 Prozent. Es gab zwei Tore und auch das Spiel an sich war qualitativ deutlich hochwertiger. 

Was wünschen Sie den Preußen für den weiteren Saisonverlauf? 

Ich würde mir für Preußen Münster wünschen, dass sie sich auf dem zweiten Platz behaupten können. Das gönne ich der Mannschaft und insbesondere Ralf Loose, den ich noch von seiner Zeit als Spieler beim BVB kenne und mag. Ihm drücke ich alle Daumen.   

 

Reporter-Legende Werner Hansch zu Gast im Preußenstadion. (Foto: Weber)

Mit Münster verbindet Sie aber noch mehr als nur die Anfänge Ihrer Reporterkarriere. Sie haben auch vier Jahre in der Stadt studiert. 

Das ist richtig. 1958 habe ich angefangen, in Münster „Moderne Geschichte“ zu studieren. Während des Studiums hat es mich aber auch für zwei Semester nach Berlin verschlagen, danach bin ich aber bis 1961 wieder zurück an die Universität in Münster gegangen. Aufgrund harter privater Nackenschläge musste ich mein Studium dort allerdings vorzeitig abbrechen. 

Sie wohnen im Ruhrgebiet, also nicht weit von Münster entfernt. Besuchen Sie die Stadt gelegentlich noch? 

Ja, immer wieder mal, vor allem in der Weihnachtszeit. Es ist wirklich eine tolle Stadt mit einer tollen Atmosphäre. 

Verfolgen Sie das ein oder andere Preußenspiel auch privat? 

Ab und an ja. Zum Beispiel wenn mir mal ein Bericht über den derzeitigen Trainer ins Auge fällt. Ralf Loose habe ich in seiner aktiven Zeit als Spieler sehr häufig mit dem Mikrofon über den Platz gejagt. Dran erinnere ich mich noch gut. Deshalb habe ich mich auch sehr darüber gefreut, dass ich ihn im Rahmen dieses Spiels noch persönlich begrüßen durfte. 

Vermissen Sie Ihre Zeit als Fußballreporter? 

Ehrlich gesagt habe ich mich inzwischen doch ein Stück vom Fußball distanziert. Das Schauen eines Spiels macht zwar in der Regel Spaß, das ist das eine. Aber „über dem Rasen“ hat sich ein gewaltiger Überbau gebildet, ein reiner Kapitalismus. Fußball als Spiel ist sehr schön, aber alle „Nebengeräusche“ fördern die innere Begeisterung für diesen Sport nicht. 

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
4Halle1823:16733
5U´haching1837:191831
6Münster1828:25329
7Wiesbaden1835:251027
8Rostock1826:27-126

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