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Preußen Münster gegen VfR Aalen
"Wir suchen jemanden, der Tore schießt"

(Foto: Sebastian Sanders)
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Münster – Preußen Münster gegen den VfR Aalen. Ehrlich, das ist nicht gerade die Fußballkost, nach der sich Fans vor Sehnsucht verzehren. Das ist harter Drittliga-Alltag für einen Klub, der in vielerlei Hinsicht zwischen Baum und Borke hängt. Ziel für Samstag: Mal wieder ein Törchen schießen. Gerne auch mehr.

Die Chancen auf einen Heimsieg des SC Preußen Münster gegen den VfR Aalen stehen knapp unter "fifty-fifty". Bei 46,15 Prozent exakt. So viele ihrer 13 Heimspiele gewannen die Adler in der aktuellen Saison. Wenn es nur nach Punkten geht, steht diese Marke sogar leicht besser bei 51 Prozent (20 Punkt von maximal 39 Punkten). 

Wenn man so will, könnte man die Quote gefühlt etwas höher ansetzen, denn Aalen reist ja nicht als Tabellenführer an, sondern als Schlusslicht. Das wird die Erwartungshaltung natürlich beeinflussen. Trainer Marco Antwerpen wird sich erfahrungsgemäß auf solche Zahlen und Hinweise nicht einlassen - er war am Freitag "heilfroh", dass Aalen zuletzt im Nachholspiel gegen Unterhaching ein starkes 4:1 geholt hatte. Es war der erste Sieg nach 14 (!) Spielen ohne Sieg, sogar 15 mit dem Landespokal. 

Der Sieg gegen Unterhaching könnte Aalen etwas entspannt haben, vielleicht hat er auch neuen Mut geweckt. Was auch immer: Dass Aalen in Münster jetzt besonders offensiv auftreten wird, darf man wohl nicht erwarten. Dabei hat der VfR als Schlusslicht der Liga sogar zwei Tore mehr erzielt als die Adler selbst.

Was am Freitag beim Mediengespräch zu einer längeren Debatte über Tore und Torschützen führte. Antwerpen nüchtern: "Wir suchen jemanden, der Tore schießt." Denn man sei ja nicht gerade "zufrieden" mit der Offensivleistung. 

Fakt ist: Das Toreschießen hat der SCP in dieser Saison (und auch im Jahr zuvor eigentlich) nicht erfunden. Das Problem war bekannt, es wurde aber im Sommer nicht adressiert und schon gar nicht gehandelt. Nach dem Grimaldi-Abgang kam Rufat Dadashov, dessen Formkurve seit Herbst dank Länderspiel-Belastung und Verletzungen ziemlich stagniert. Mit dem im Grunde dauerhaften Ausfall von Tobias Warschewski ruht nun die gesamte Hoffnung - oder Last? - auf einem U19-Stürmer, von dem der Trainer schon sagt: "Wenn ich den jetzt immer bringe, dann schauen wir mal, wie lange er noch Lust auf Fußball hat."

Gemeint ist: In der 3. Liga gehen die Verteidiger robust zu Werke, steht die Defensivarbeit ganz weit vorn. Da reibt man sich als Stürmer auf, zumal dann, wenn man sich nicht richtig verhält. Dadashov beispielsweise versuche viele Situationen "spielerisch zu lösen", so Antwerpens Einschätzung. Dagegen wäre im Grunde nichts einzuwenden, aber so geht es eben in dieser Klasse nicht. Das klappt in der Regionalliga vielleicht, aber nicht hier. In dieser Liga sind körperliche Vorausstzungen gefragt. Den Körper einsetzen, den Ball abschirmen, ganz simpel, ganz rustikal. 

Und schlau sein. Dem Ball entgegengehen, aber ihn nicht im Mittelfeld persönlich abholen, sondern sich anbieten. Das alles klappt augenscheinlich noch nicht so gut, wie es für Dadashov noch in Berlin lief. Anpassungsstörungen, sozusagen. 

"Noch nie erlebt"

Da ist es von Nachteil, dass Preußens Außenspieler Hoffmann oder Rühle eben keine Torjäger mehr werden. Der SC Preußen hat hier ein Personal-Problem, so simpel und so ärgerlich. 

"Ich habe es bisher noch nie erlebt, dass ein Team so wenig Tore schießt", seufzte der Trainer nun. Manchmal belohnt sich der SCP einfach nicht für Chancen, die ja durchaus da sind. "Vielleicht fehlt da dem einen oder anderen ab und zu auch etwas Ego, einfach mal selbst abzuschließen?" 

Das ist durchaus zu spüren. Statt den direkten Abschluss zu suchen, wenn sich eine Lücke auftut, wird beim SCP der Ball gerne quergelegt, abgespielt, weitergeleitet. Oder einfach noch ein Schritt gemacht, um noch besser zu stehen. Und dann grätscht der Gegner dazwischen und das war es dann mit der Chance. 

Einer der wenigen, der den Mut fasst und den Willen mitbringt, Dinge zu versuchen, ist Martin Kobylanski. Doch auch dessen "Waffe", die Standards, war zuletzt eher stumpf. Ecken zu nah vor das Tor, zu flach, zu harmlos. Mehr als ein, zwei "fast" grandiose Freistöße saßen nicht drin. Sein einziges Freistoßtor der Saison war das am 3. Spieltag in Kaiserslautern - mit Prädikat "Sonderklasse". 

Wenn also aus dem Spiel heraus kaum Tore fallen, müssen die Standards aber helfen. Folgerichtig hat der SCP am Freitag auch noch eine Extraschicht für diese Standards eingelegt. 

 

Preußen Münster - VfR Aalen (Grafik: Schulte)

In Uerdingen war der Trainer mit dem torlosen Unentschieden zwar einverstanden (nicht aber mit der erneuten Elfmeter-Entscheidung, aber das ist ein anderes Thema). Denn: "Tore zu schießen ist für Drittligisten immer schwierig." Selbst Spitzenreiter VfL Osnabrück kommt auf mickrige fünf Tore mehr als der SCP - kassiert aber weniger dumme Gegentore. 

Die Tor-Armut könne man nur bedingt im Training bearbeiten, so der Trainer. "Das geht nur bis zu einem gewissen Punkt. Die Spieler bekommen von uns Vorgaben und Tipps. Aber irgendwann muss der Spieler dann seine Qualität auf den Platz bringen ..." Unausgesprochen schwingt mit: Wenn das dann nicht klappt, hat das etwas mit eben jener Qualität zu tun. 

Offensiv wie überhaupt: "Wir haben ja Lösungen. Aber das Team muss es auf den Platz bringen. Bälle festmachen. Schnelle Pässe, kurze Abspiele." Das wird alles im Training immer wieder durchgeprobt. 

Personal und Zuschauer

Alle sind fit beim SC Preußen Münster. Sogar Danilo Wiebe macht erstaunliche Fortschritte. "Das ist ein Profi", so Antwerpen über den "Sechser", der zum Jahresanfang 2018 plötzlich ein paar richtig gute Spiele gemacht hatte und dann direkt verletzt ausfiel. Jetzt ist er zurück - und Antwerpen hält es offenbar für gar nicht so ausgeschlossen, dass Wiebe sogar früher als erwartet zurückkehrt. "Der hat keinerlei Übergewicht, sieht aus, als käme er direkt aus dem Training." Das sei wohl auch eine Sache des Körpertyps - mit einem Blick auf manche andere Profis, die mehr als andere mit ihrem Gewicht und ihrer allgemeinen Physis zu tun haben. 

Unterdessen hat der SCP im Vorverkauf 4.100 Karten abgesetzt - inklusive aller Dauerkarten. Ob wirklich alle Karteninhaber erscheinen, ist die andere Frage. Mit einer 6 vorne bei der Zuschauerzahl wäre der SCP wohl bestens bedient. 

Ob das Spiel des Tabellen-8. gegen den Tabellen-20. angesichts der Witterung und der Lage der Liga ein Knüller wird, ist die Frage. Vielleicht platzt am Samstag gegen Aalen der Offensiv-Knoten - und wer dann nicht dabei war ... 

Rückblick auf das Hinspiel

Spielplan

22.03.2019
Fortuna Köln
1:1
VfR Aalen
23.03.2019
FC Carl Zeiss Jena
0:0
KFC Uerdingen
Hallescher FC
1:4
SV Wehen Wiesbaden
Karlsruher SC
1:1
FC Hansa Rostock
SC Preußen Münster
3:0
SpVgg Unterhaching
SG Sonnenhof Großaspach
2:1
FC Würzburger Kickers
TSV 1860 München
1:0
SV Meppen
24.03.2019
1. FC Kaiserslautern
1:3
VfL Osnabrück
Sportfreunde Lotte
0:1
Eintracht Braunschweig
25.03.2019
FSV Zwickau
19:00
FC Energie Cottbus

 


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Nächstes Liga-Spiel

3. Liga, 31. Spieltag
Würzburger Kickers - Preußen Münster
Samstag, 30. März, 14 Uhr
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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
6Rostock3036:39-342
7Würzburg3043:36741
8Münster3037:36141
91. FCK3036:39-341
10Uerdingen3033:43-1041

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