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Der tief enttäuschte Spielbericht
3:0-Klatsche in Frankfurt: Schalke reißt mit dem Hintern ein, was zuvor aufgebaut wurde

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Frankfurt – Der FC Schalke 04 verliert nach einer über weite Strecken indiskutablen zweiten Halbzeit verdient mit 0:3 (0:0) bei Eintracht Frankfurt. Die mitgereisten Fans, darunter auch Susanne Hein-Reipen, haben die Pappe auf.

Wenn es einen deutschen Meistertitel im „mit dem Arsch einreißen, was vorne aufgebaut wurde“ gäbe, Schalke wäre Serienmeister. Nach zuletzt drei Siegen in Folgen und guten spielerischen Ansätzen gegen Hannover und Galatasaray hoffen alle Schalker auf einen Zähler bei der Frankfurter Eintracht, um in der Länderspielpause in Ruhe die Basis für den weiteren Aufschwung in der Bundesliga legen zu können. Stattdessen sind alle schockiert über den Auftritt in den letzten 30 Minuten.

Die langen Finger des Teufels   

In der Vorsaison war Schalke dank eines Last-Minute-Tors von Naldo noch der späte Ausgleich und ein dicker Punkt für die Moral geglückt und so machen sich wieder knapp 5.000 Schalker auf den Weg nach Hessen. Begrüßt werden sie bereits an der Autobahnraststätte Medenbach von reichlich Polizei und einem Parkleitsystem, das nicht ganz die von der Auswärtsinfo der Abteilung erweckten Hoffnungen („im Bereich Frankfurt sollte der Wechselbeschilderung zum Stadion gefolgt und das Navigationsgerät ausgeschaltet werden“) erfüllt: Zwar ist gefühlt auf jedem Hinweisschild das Stadionsymbol zu sehen, die entsprechenden Ausfahrten sind jedoch größtenteils gesperrt.

Ist erst einmal ein Parkplatz gefunden und die Einlasskontrollen – Frauen bitte in eine Extraschlange, ganz rechts, die mindestens dreimal so lang ist wie die zahlreichen Schlangen beim starken Geschlecht – überwunden, winkt ein hübscher Blick auf herbstlich bunte Wälder und die Frankfurter Skyline. Auch die Verpflegung ist nicht ohne: Auf der Speisekarten stehen u. a. Putin-Pommes, die „langen frittierten Finger des Teufels“. 

Populisten wegsperren – Knast für Beuth

Der Sonnenuntergang in der mit 50.700 Zuschauern gut gefüllten Commerzbank-Arena fällt klar in die Kategorie „Stadionromantik“, das große Banner in der „Westkurve Sportgemeinde Eintracht Frankfurt“ nicht: „Eintrachtfans fordern: Populisten wegsperren - Knast für Beuth!“ ist die Reaktion auf die Überlegungen des hessischen Innenministers, Pyrotechnik im Stadion grundsätzlich mit mindestens einem Jahr Haft zu ahnden.

Daneben hängen die Banner zahlreicher Fangruppierungen von Inferno, Ragazzi und Presswerk bis zur „Schöppche Crew“. In der Gästekurve wird die große Zaunfahne der Ultras durch kleinere Aufhänger der Fanfreunde aus Enschede und Nürnberg ergänzt.  

„60.000 Mitglieder, 1 Adler im Herzen“ flimmert über die Banden, passend dazu bringt eine Tierpflegerin Maskottchen Attila ins Stadion, wo der Adler einmal kurz die imposanten Schwingen ausbreitet und sich ansonsten auf‘s böse Gucken verlegt. Da ist Erwin doch deutlich pflegeleichter…

Support-Gegner statt Opfer

Kurz vor dem Anpfiff wollen beide Kurven beweisen, warum sie zu den besten Fanszenen Deutschlands gezählt werden: „Erbarme, zu spät, die Hesse komme“, „Das ist die SGE, wir holen den DFB-Pokal…“ und „Eintracht voran“ mit enormem Fahnen- und Schals-Einsatz trifft auf lautstarkes „Schalkeeee 04“. 

Trainer Domenico Tedesco hat die am Dienstag in der Championsleague gegen Galatasaray erfolgreiche Elf verhältnismäßig moderat auf drei Positionen verändert: Im Tor steht wieder Stammkeeper und Kapitän Fährmann, dazu beginnen Bentaleb und Serdar statt Rudy und Harit. Die Dreierkette wird unverändert von Nastasic, Sané und Stambouli gebildet, was einige Fans nach Naldo seufzen lässt, der in kürzester Zeit vom unverzichtbaren Turm in der Schlacht zum Ergänzungsspieler geworden zu sein scheint. Schöpf beackert weiter die ungewohnte linke Seite, da es Oczipka entgegen der Ankündigungen unter der Woche noch nicht wieder in den Kader geschafft hat. Caligiuri, Uth, Embolo und Burgstaller sollen für Schwung nach vorne sorgen.

Tabelle

18. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Freiburg1822:28-621
13Düsseldorf1821:34-1321
14Schalke 041720:24-418
15Augsburg1826:31-515
16Stuttgart1814:38-2414

Ausgeglichene erste Halbzeit

Der Schwung nach vorne fällt jedoch zunächst aus wegen ist nicht, beide Abwehrreihen stehen sehr sicher. Frankfurt hat zwar mehr Spielanteile, kann daraus aber keinen Profit schlagen. Erst nach knapp zwanzig Minuten gibt es einen nennenswerten Torschuss, doch Ndicka lenkt den Ball nach einer Ecke nur neben das Schalker Tor.  

Auch auf den Rängen duellieren sich Schalker und Frankfurter, nicht selten mit ähnlichen Gesängen. „Steht auf, wenn Ihr für Frankfurt seid“ ist klar geklaut, „Schalke 04 olé olé“ auch nicht der Gipfel der Kreativität. Wechselgesang „Eintracht! – Frankfurt!“ und „Schalke! – Nullvier!“ können beide, wobei die Gäste anerkennen müssen, dass bei den Hausherren nicht nur ein zentraler Stimmungsblock, sondern fast der ganze Unterrang der Westkurve eifrig mitmacht. Allerdings erschließt sich den Schalkern der Sinn des Banners „Excuse me? Welcome back Snowball“ nicht ganz.

Was sagt der Trainer?

Auffällig: Als de Guzman kurz behandelt werden muss, laufen fast alle Schalker Feldspieler sofort zu Tedesco und lassen sich weitere Instruktionen geben. Kurz danach sieht Bentaleb „mit Ansage“ gelb, reißt er Jovic doch genau vor der Nase des Schiedsrichters zu Boden. Den anschließenden Freistoß faustet Fährmann weg. Die Frankfurter Fans feiern ihre Mannschaft mit „Europapokaaaal“ und „Auf geht‘s Frankfurt schieß ein Tor“, das Schalker Echo lässt nicht lange auf sich warten.

Die letzten 10 Minuten vor der Pause entwickelt Schalke etwas mehr Drang nach vorne und hat durch Uth nach langem Sturmlauf von Caligiuri die beste Chance des ersten Durchgangs, doch das Leder verfehlt das von Trapp gehütete Gehäuse knapp. Die königsblaue Kurve nimmt den Hoffnungsschimmer sofort auf und intoniert „Schalke! Kämpfen! Siegen!“, „Eine Stadt erstrahlt in Blau“, „Für Deine Farben leben und sterben wir“ und „Geh‘n mit Dir auf jede Reise“. nach einer Minute Nachspielzeit geht es mit einem bis dato leistungsgerechten und spielangemessenen 0:0 in die Kabinen.

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13Düsseldorf1821:34-1321
14Schalke 041720:24-418
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16Stuttgart1814:38-2414

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