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Achtung, explosiv
Die Schalker Jahreshauptversammlung 2015

Gibt es die rote Karte für die Schalker-Führung? (Foto: Susanne Hein-Reipen)

Die Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 steht an. Nach einer turbulenten Saison wird es einiges zu besprechen geben. Susanne Hein-Reipen blickt voraus.

Am 28.6.2015 steht beim FC Schalke 04 die Jahreshauptversammlung 2015 auf dem Programm. Eingebettet in einen "Mitgliedertag", bei dem es u. a. bereits Ausschnitte der 111-Jahre-Jubiläumsshow "Kennst Du den Mythos...?" zu sehen gibt und die Schalker Profis für Autogramme zur Verfügung stehen, tagt ab 13.04 Uhr in der Veltins-Arena die Mitgliederversammlung.

Keine Langeweile

Auch wenn bei vergangenen Versammlungen regelmäßig nur ein kleiner Teil der stimmberechtigten (d. h. volljährigen) Vereinsmitglieder bereit war, sich für seine Rechte im Sportzentrum Schürenkamp, der Emscher-Lippe-Halle oder der Arena den Hintern platt zu sitzen und Rednern mit äußerst unterschiedlich ausgeprägten rhetorischen Fähigkeiten zu lauschen: Langweilig wurde es nie! Von fliegenden Bierbechern, markigen Sprüchen - "für Dortmund haben wir uns früher nicht einmal umgezogen!" - über kuriose Personalia wie Jährlich-grüßt-das-Murmeltier-Rednern und Drei-Tages-Präsidenten und medienwirksamem Zoff bis hin zu handfester Vereinspolitik war alles dabei.

Doch wer die Jahreshauptversammlung als königsblauen Komödienstadl oder unterhaltsame Folkloreveranstaltung belächelt, unterliegt einem großen Irrtum: Die Mitgliederversammlung ist das rechtlich höchste Beschlussorgan eines jeden deutschen Vereins und kann sehr weitreichende Entscheidungen für alle Vereinsmitglieder treffen!

Sonderumlagen bergen Sprengstoff

Ein zentrales Element der diesjährigen Jahreshauptversammlung werden die von der gemeinsamen Antragskommission aus Antragstellern vergangener Jahre, Vertreter der Fanorganisationen und des Vereins erarbeiteten Vorschläge zu Änderungen und Aktualisierung der Leitbildes und der Vereinssatzung sein. Diese betreffen so unterschiedliche Themenbereiche wie ein neues Wahlverfahren zum bisher en bloc proklamierten Ehrenrat, ein rollierendes System für die Mitglieder des Wahlausschusses, ein größeres Gewicht gewählter Aufsichtsratsmitglieder gegenüber kooptierten Mitgliedern wie Sponsorenvertretern und klarstellende Regelungen zur Vereinsstruktur sowie den Hürden einer etwaigen Ausgliederung der Profiabteilung.

Den meisten Sprengstoff dürfte der Antrag bergen, künftig Sonderumlagen bis zur dreifachen Höhe des Jahresmitgliedsbeitrags, bei Vollzahlern also 150,- Euro, festsetzen zu können. Der Verein möchte so die bisherige Begrenzung auf die Höhe eines Mitgliedsbeitrages "flexibilisieren" und wird nicht müde zu betonen, dass damit noch keine unmittelbare Belastung der Mitglieder verbunden sei, da es dafür einer weiteren Beschlussfassung der Mitgliederversammlung bedürfe.

Ohne Hintergedanken?

Dies ist unstreitig zutreffend; vielen Mitgliedern sind dennoch Tönnies‘ umstrittene Überlegungen zur 1.000-Euro-Spende noch in zu frischer Erinnerung, um daran glauben zu können, dass eine solche Änderung völlig ohne konkreten Anlass oder Hintergedanken erfolgt.

Unbekannt ist noch, ob der Verein beabsichtigt, sämtliche Satzungsvorschläge gemeinsam abstimmen zu lassen, das hieße, wer pro Wahlausschuss und Vereinsstatus ist, müsste auch Ehrenrat und Sonderumlage gutheißen und umgekehrt. Überspitzt ausgedrückt: Wer Milch und Brot kauft, muss auch Gummistiefel, Hundefutter und Mausefallen ordern. Es ist zu erwarten, dass es in diesem Fall Verfahrensanträge zur gesonderten Abstimmung über die einzelnen Punkte geben wird, um eine differenzierte Willensbildung der Mitglieder zu gewährleisten.

Abzuwarten bleibt, ob sich der Verein auf der Vorstellung der Satzungsänderungsanträge auf der Zeche Hugo am 16.6.2015 zu dieser Frage äußert - wir werden berichten.

Ein weiterer mit Spannung erwarteter Tagesordnungspunkt wird die Wahl zweier neuer Aufsichtsratsmitglieder sein; insbesondere nachdem der Wahlausschuss mit einem Paukenschlag den beiden bisherigen Amtsinhabern Uwe Kemmer und Ingolf Müller vier neue Bewerber vorgezogen hat. Stefan Blaschak, Dr. Andras Horn, Ludger Wibbeke und Thomas Wiese werden sich dem Votum der Mitglieder stellen. Auch hierzu findet am 20.6.2015 in der Gelsenkirchener Flora eine vorbereitende Vorstellungsrunde der Kandidaten statt, über die wir an dieser Stelle informieren werden.

Neuer Ehrenrat

Ebenfalls neu gewählt wird der Ehrenrat. Die Auswahl- und Gestaltungsmöglichkeiten der Mitglieder diesbezüglich sind allerdings aufgrund des bisherigen Wahlrechts äußerst gering: Die Wahl erfolgt "im Block" ohne personelle Alternativen und ausschließlich auf Vorschlag des Aufsichtsrats.

Nicht nur weil einige hilfesuchende Antragsteller in den letzten Jahren wenig erfreuliche Erfahrungen mit der "Neutralität" dieser vereinsinternen Schiedsstelle machen mussten, ist die Blockwahl nach Meinung zahlreicher Fans ein nicht länger tragbarer Zustand und wird, wenn der entsprechende Satzungsänderungsantrag durchkommt, durch ein Verfahren ersetzt, bei dem auch die Mitglieder geeignete Kandidaten vorschlagen und auswählen können.

Weiter auf der königsblauen Agenda: Die Berichte der Gremien mit anschließender Aussprache darüber. Dabei legen die Vorstände sowie Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ihre Tätigkeiten in der vergangenen Saison dar, anschließend kann jedes interessierte Mitglied in maximal drei Minuten Redezeit dazu Stellung nehmen.

Heldt und Tönnies müssen Gegenwind erwarten

War es vor zwei Jahren Marketingvorstand Alexander Jobst, dem an dieser Stelle in zahlreichen Wortbeiträgen die geballte Wut der Mitglieder über den Deal mit der ungeliebten Ticketbörse viagogo entgegenschlug, so muss man kein Hellseher sein, um zu vermuten, dass diesmal Horst Heldt und Clemens Tönnies im Zentrum der Kritik stehen werden.

Auch wenn endlich blauer Rauch über dem Berger Feld aufgestiegen ist und mit Andr Breitenreiter noch rechtzeitig ein neuer Trainer verpflichtet wurde, der nach Meinung der meisten Fans eine faire Chance verdient hat: Die Rückrunde mit leidenschaftslosen Auftritten der Mannschaft, sportlich äußerst unbefriedigendem Ende und teilweise desaströser Außendarstellung ist in vielen Köpfen noch längst nicht vergessen.

Ob diese Abrechnung mit der Saison so weit führt, dass wie teilweise in den sozialen Netzwerken gefordert Vorstand und/oder Aufsichtsrat erstmals in der Schalker Vereinsgeschichte die Entlastung verweigert wird, wird die Jahreshauptversammlung zeigen. Eine solche Nichtentlastung hätte zunächst keine unmittelbaren rechtlichen Folgen, wäre aber ein sehr deutliches Misstrauensvotum, eine "rote Karte" der Mitglieder gegen die Betroffenen und ihre Arbeitsweise.

Für königsblauen Sprengstoff auf der Jahreshauptversammlung ist also einmal mehr gesorgt…

 

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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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