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JHV auf Schalke
(K)eine Frage der Ehre

(Symbolfoto: Schulte)

Gelsenkirchen – Die Jahreshauptversammlung steht vor der Tür und prompt toben rund um Schalke wieder Grabenkämpfe und Schlammschlachten. Susanne Hein-Reipen kommentiert die Lage vor der JHV...

Die Entscheidung des Wahlausschusses, den beiden Amtsinhabern Uwe Kemmer und Ingolf Müller vier neue Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat der Königsblauen vorzuziehen, polarisiert stark. Auch die Satzungsänderungsanträge sind umstritten. Streit entzündet sich insbesondere an der Blockabstimmung, der Schaffung des gemeinsamen Ausschusses zur Wahl bzw. Vorfilterung der Kandidaten für den Ehrenrat und der Verdreifachung der möglichen Höhe einer Sonderumlage.

Die Protagonisten auf dem Schlachtfeld schenken sich dabei herzlich wenig, die Palette der verbalen Kraftmeiereien und Geschmacklosigkeiten reicht von "ich fühle mich durch die Nominierung von vier Anti-Tönnies-Kandidaten vergewaltigt!" (Mitgliederbetreuer Rolf Rojek, dessen SFCV gleichzeitig zu Fairness und Wahrung des Leitbildes mit Respektierung anderer Meinungen aufruft) bis hin zu "der gemeinsame Ausschuss könnte das Ende unserer Mitbestimmung bedeuten".

Anfeindungen

Garniert wird das Ganze mit persönlichen Anfeindungen und Streitereien selbst der Vereinsgremien Wahlausschuss und Ehrenrat ("jetzt wollen sie mir offenbar an die Wäsche!") die teilweise in den sozialen Netzwerken nachzulesen sind. Gleichzeitig reiten "Golf-Kumpel" Alfred Draxler und Ehrenpräsident Gerd Rehberg für Clemens Tönnies in die Schlacht: Tönnies sei "keiner, der davonläuft" und nur er könne den Verein zusammenhalten, denn Schalke müsse "fürchten, dass die kommerz-kritischen Ultras nach und nach die Macht übernehmen". Die so Gescholtenen wiederum stellen sich in einer Erklärung offen hinter das Satzungspaket und die Blockabstimmung…

Was bleibt, wenn man persönliche Eitelkeiten, Propaganda und Verschwörungstheorien abzieht?
Es ist Aufgabe des Wahlausschusses, die Kandidaten für den Aufsichtsrat zu prüfen und die seiner Meinung nach Besten vor die Mitgliederversammlung treten zu lassen. Einen Bonus oder automatisches Antrittsrecht für Amtsinhaber kennt die Schalker Satzung nicht.

Die vier Kandidaten haben bei der Vorstellung in der Flora einen hervorragenden Eindruck beim Publikum hinterlassen, nach der "offiziellen" Rede auf der JHV kann sich jedes Schalke Mitglied seine eigene Meinung bilden und entscheiden, wem es seine Stimme gibt. Der umstrittene Antrag zur Erhöhung der Sonderumlage wird von der Satzungskommission aus dem "Gesamtpaket" herausgelöst.

Das Tribunal...

Die Blockabstimmung der übrigen Satzungsanträge ist rechtlich möglich, kann aber "ausgehebelt" werden, wenn ein Verfahrensantrag zur Einzelabstimmung gestellt und von der Mehrheit der Anwesenden befürwortet wird. Sowohl die Argumente der Block-Gegner, dass eine Einzelabstimmung thematisch nur teilweise zusammenhängender Punkte demokratischer sei als auch die Begründung der Antragskommission, die Anträge als einen gelungenen Gesamtkompromiss eines vielschichtig besetzten Gremiums anzusehen, sind nicht von der Hand zu weisen. Die Abstimmung wird zeigen, welche Meinung die Mehrheit der Mitglieder befürwortet.

Gleiches gilt für den gemeinsamen Ausschuss der Vereinsgremien und das neue Verfahren zur Besetzung des Ehrenrats: Man kann sich trefflich darüber streiten, ob es eines weiteren Gremiums bedarf und ob es sinnvoll ist, die "Richter" im Ehrenrat durch dieses zu ernennen, statt sie wie die "Schöffen" von der Mitgliederversammlung wählen zu lassen. Fakt ist aber, dass das vorgeschlagene Verfahren einen ganz erheblichen Fortschritt gegenüber der bisherigen in der Satzung normierten Verfahrensweise darstellt: Die Blockwahl allein auf Vorschlag des Aufsichtsrats ist an Intransparenz und Klüngelei kaum noch zu überbieten und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Ehrenrat nicht als neutrales Schiedsgericht, sondern als "reines Abwehrgremium des Aufsichtsrats" (ein Mitglied der Satzungskommission bei "MitGEredet") oder "Tribunal" (Schalker Unser) wahrgenommen wurde.

Änderungen

Ob vom Vereinsgelände verwiesene vianogo-Aktivisten, kritische Mitglieder, welche die öffentliche Darstellung des Vereins durch Clemens Tönnies anprangerten oder hilfesuchende Schalker: Sie alle holten sich vor dem Ehrenrat eine blutige Nase und wurden abgebügelt, nicht selten mit haarsträubenden Begründungen. Insofern ist es eindeutig zu begrüßen, dass das alleinige Vorschlagsrecht des Aufsichtsrates entfällt und auch Mitglieder geeignete Kandidaten benennen und als "Schöffen" wählen können. Eine Wahl des gesamten Ehrenrats durch die Mitgliederversammlung wäre noch basisdemokratischer gewesen; die Vergangenheit hat indes gezeigt, dass es extrem schwierig ist, die für eine Satzungsänderung erforderliche Zweidrittelmehrheit gegen den Willen und die PR-Möglichkeiten der Vereinsführung durchzusetzen.

Und last not least sollte nicht vergessen werden, dass das "Änderungspaket" auch eine eindeutige Regelung der Rechtsform des eingetragenen Vereins sowie eine gegenüber der jetzigen Regelung erhöhte Mehrheit für eine etwaige Ausgliederung der Profiabteilung enthält. Bei Annahme der neuen Regelung bedürfte es einer Dreiviertelmehrheit auf einer eigens dafür einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung, um die Lizenzspielermannschaft in eine Kapitalgesellschaft jedweder Art auszugliedern. Eine Klarheit, die sich viele Schalker nicht nur bei den quartalsmäßigen Gedankenspielchen des Aufsichtsratsvorsitzenden wünschen…

Die Schalkemitglieder haben es am Sonntag in der Hand, durchaus weitreichende Entscheidungen für ihren Verein zu treffen. Es wäre wünschenswert, wenn sie sich dabei mehr an Sachfragen und Inhalten als an persönlichen Scharmützeln orientieren…

 

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Samstag, 27. April, 15.30 Uhr
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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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