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Saisonrückblick Teil 1
Kleine königsblaue Horrorshow: Das war Schalke 2014/2015

(Foto: Susanne Hein-Reipen)

Gelsenkirchen – Auch wenn durch die Niederlage des BVB im Pokalfinale als Tabellensechster die direkte Qualifikation für die Europa League erreicht wurde: Mit dem unterirdischen 0:2 beim HSV am 34. Spieltag endete für den FC Schalke 04 eine Saison, die gefühlt die Schlechteste seit vielen Jahren war. Trainerwechsel, Chaos, Grottenkicks und Fanboykott: Was war alles los auf Schalke? Susanne Hein-Reipen blickt zurück...

Zum zweiten Teil der Saison-Rückschau

Zum Start im Juli lacht die Sonne ungetrübt über dem Berger Feld. Nach der "besten Rückrunde der Vereinsgeschichte" mit der erneuten direkten Qualifikation für die Championsleague, einer harmonischen JHV und den beiden frischgebackenen Schalker Weltmeistern Benedikt Höwedes und Julian Draxler gehen die Königsblauen optimistisch in die neue Spielzeit. Zu den bereits länger feststehenden Transfers von Sidney Sam und Fabian Giefer kommt die Verpflichtung von Eric-Maxim Choupo-Moting vom FSV Mainz, dafür verlässt Adam Szalai den Verein nach nur einem Jahr Richtung Hoffenheim.

Die ersten Dämpfer lassen jedoch nicht lange auf sich warten: Das Trainingslager in Grassau und die Testspiele verlaufen eher suboptimal; Leon Goretzka zieht sich beim Kick gegen Hordel einen Muskelbündelriss zu, der ihn nicht nur die prognostizierten "einige Wochen", sondern die komplette Hinrunde kostet. Auch Jefferson Farfan muss nach monatelanger konventioneller Behandlung an seinem Knie doch unters Messer und fällt bis weit in die Rückrunde hinein aus. Horst Heldt nimmt sich beim Kabinengespräch viel Zeit für die Fans und liefert Einsichten in sein Innenleben; der Spielertunnel wird unter großer Anteilnahme sogar internationaler Medien auf Stollen getrimmt.

Der August mit dem Schalke-Cup

Im August wird Schalke nach zwei Niederlagen gegen West Ham United und Newcastle United in der heimischen Arena Letzter beim beschämend spärlich besuchten Schalke-Cup; auch das Testspiel bei den Tottenham Hotspurs wird verloren.

Sofort flammt die Kritik an Jens Keller wieder lauter auf; erst recht, als dann auch das DFB-Erstrundenspiel bei Drittligist Dynamo Dresden aufgrund einer indiskutablen ersten Halbzeit mit 1:2 in die königsblaue Hose geht. Eine Woche später wird der Bundesliga-Auftakt in Hannover ebenfalls mit 1:2 vergeigt; Sead Kolasinac erleidet dabei zu allem Überfluss noch einen Kreuzbandriss. Gegen die Bayern gelingt dann im ersten Heimspiel mit 1:1 eine zumindest kämpferisch überzeugende Leistung; die Unruhe bleibt indes. Viel Applaus gibt’s hingegen für die tolle "Fußball ist unser Leben"-Choreo der UGE.

Der mutmaßlich schlechteste Schalker Kick der Hinrunde ist dann nach der Länderspielpause im September in Gladbach zu bestaunen: der wunderbare Schulterschluss "Wir für Euch, Ihr für uns" funktioniert beim 1:4 leider nur als Einbahnstraße. Eine sehr achtbare Leistung hingegen liefert die Mannschaft im ersten CL-Gruppenspiel beim FC Chelsea ab: 1:1 an der Stamford Bridge.

Im folgenden Heimspiel gegen die Frankfurter Eintracht wird zwar immerhin ein Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt; auf den ersten Dreier warten die Fans indes vergebens - bis zum nächsten Auswärtsspiel: Ein glattes 3:0 bei Werder Bremen rettet Kellers Kopf vorübergehend; das Derby kann kommen. Es kommt und trotz einiger kleiner Streitereien im Vorfeld - das Einsingen in der Glückaufkampfbahn wird verboten, daraufhin marschieren ca. 3.000 Schalker geschlossen durch Sutum zur Arena - wird es ein rundum gelungener Nachmittag: Mit einem verdienten 2:1 werden die ebenfalls sehr holprig in die Saison gestarteten Nachbarn abgefertigt. Die Nummer 1 im Pott sind wir…

Trainerwechsel im Oktober

Nur drei Tage später ist wieder Katzenjammer angesagt: Im CL-Heimspiel gegen den Außenseiter aus Maribor reicht es nur zu einem 1:1; das einzige Feuerwerk findet im Gästeblock statt. In Hoffenheim gibt’s ebenfalls die quasi handelsübliche 1:2-Niederlage und damit ist Anfang Oktober Jens Kellers Schicksal besiegelt: Allen Beteuerungen von Tönnies und Heldt zum Trotz stellt Schalke ihn frei und verpflichtet Roberto di Matteo.

Ein sichtlich angeschlagener Heldt stellt sich am selben Abend beim "Stimmungsgipfel" den Fragen der Fans: Nein, man habe keine Hoffnung auf durchgreifende Verbesserungen und Stabilität mehr gehabt. Der Stimmungsgipfel verläuft ansonsten ausgesprochen konstruktiv; einzelne Aspekte wie der "Schulterschluss" vor den Spielen oder das Spiel auf die Heimkurve in der zweiten Halbzeit werden zügig umgesetzt, an anderen wird gearbeitet.

Als ob der Trainerwechsel nicht bereits genug Gesprächsstoff für die Länderspielpause gäbe, denkt Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies wieder einmal zur Unzeit vor Journalisten über eine Schalke AG nach, die Reaktionen der Nordkurve beim nächsten Heimspiel sind entsprechend.

Als Debüt gelingt Di Matteo ein 2:0-Heimerfolg über Hertha BSC, danach ein gelinde gesagt glücklicher 4:3-Erfolg über Sporting Lissabon dank eines Elfmetergeschenks in der Nachspielzeit. Viel bestauntes Highlight des Abends: Die tolle Choreo "Die ganze Stadt steht hinter Dir" mit dem Gelsenkirchener Stadtwappen vor schwarz-weiß-grünem und blau-weißem Hintergrund.

Der Oktober endet durchwachsen mit einer knappen Niederlage in Leverkusen sowie einem 1:0-Heimerfolg über Augsburg, letzteres ein echter Gruselkick an Halloween, dank des Hunters mit Happyend. Vor dem Spiel dreht die Polizei mit mehreren Mannschaftswagen das Vereinsheim der Ultragruppierung Hugos auf links, weil sie sich Erkenntnisse über eine Auseinandersetzung nach dem Hertha-Spiel erhofft, deshalb schweigt der I-Block hinter umgedrehter Fahne komplett.

Zu viel Lob im November

Sehr viel Applaus gibt’s hingegen für das Transparent gegen HoGeSa: Auf Schalke ist kein Platz für Nazis! Und für Julian Draxler ist bereits nach 11 Sekunden die Hinrunde beendet: Sehnenabriss. Wenige Tage später gesellt sich auch Joel Matip zum königsblauen Großlazarett, bei ihm ist es ein zunächst nicht erkannter Fußbruch. Die Schalker Fans verzweifeln langsam an der Verletztenliste und hoffen, dass der Austausch des langjährigen Mannschaftsarztes Besserung bringt.

Im November macht sich der königsblaue Tross auf nach Lissabon, die Party und der Support sind klasse, das Ergebnis nicht: 4:2 der Endstand für die Portugiesen, das Schalker Weiterkommen in der CL ist gefährdet. Und eine satte Portion südeuropäische Polizeiwillkür gegenüber den mitgereisten Schalkern gibt’s gratis obendrauf.

Am folgenden Wochenende verliert Schalke 0:2 in Freiburg, bevor beim 3:2-Heimerfolg über die hochgelobten Wolfsburger zumindest in der ersten Halbzeit richtig toller Fußball gespielt wird. Doch zu viel Euphorie und Lob bekommen der Mannschaft offenbar nicht: Drei Tage später setzt es eine leider auch in dieser Höhe vollkommen verdiente 0:5-Heimklatsche gegen den FC Chelsea.

Ein schlichtweg grausamer Kick! Doch die Mannschaft rappelt sich wieder auf und gewinnt gegen Mainz (4:1, Dreierpack Huntelaar) und beim Angstgegner Stuttgart (4:0, Dreierpack "Man of the Hinrunde" Choupo-Moting) klar und deutlich. Auch auf den Rängen bleiben die Schalker mit "Du gewinnst nie allein" klarer Sieger, die Schals finden reißenden Absatz.

Dämliche Heimniederlage im Dezember

Im vorweihnachtlichen Dezember führt die Reise dann ins kalte Maribor, dessen Fans sich entgegen zahlreicher vorheriger Warnungen als sehr gastfreundlich, stimmungsstark und fair entpuppen. Das notwendige Kunststück gelingt: 1:0-Sieg beim so heimstarken Überraschungsteam bei gleichzeitiger Niederlage von Sporting Lissabon - mit mehr Glück als Verstand und einem königsblauen Auge zieht Schalke ins Achtelfinale der CL ein. Als Gegner wird erneut der Titelverteidiger Real Madrid zugelost.

Mit ziemlich leeren Akkus und gigantischem Polizeiaufgebot gibt es dann eine nur als dämlich zu bezeichnende Heimniederlage (1:2) gegen den 1. FC Köln, bei dem Co-Trainer Hübscher durch einen Feuerzeugwurf von der nicht überwachten Haupttribüne verletzt wird. Ein 2:1-Erfolg in der Paderborner Provinz, wo Verkehrskonzepte oder Regenschutz unbekannte Fremdwörter sind, und ein müdes 0:0 gegen ebenso müde Hamburger beschließen die Hinrunde.

Glanz versprühen an diesem Tag nur die "S 04-Legenden", die geballt in der Arena zu Gast sind, ansonsten herrscht ausnahmslos Erleichterung, dass sich Schalke trotz in weiten Teilen eher dürftigen Darbietungen mit 27 Punkte und unmittelbarer Tuchfühlung zu Platz 3 in die Winterpause gerettet hat. Auch der Blick auf die Abstiegsränge ist, nun ja, für Schalker ein Grund zum Schmunzeln.

Zum zweiten Teil der Saison-Rückschau

 

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FC Schalke 04 - TSG Hoffenheim
Samstag, 20. April, 20.30 Uhr
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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg2939:50-1132
14Augsburg2940:55-1528
15Schalke 042930:47-1727
16Stuttgart2927:61-3421
17Nürnberg2924:54-3018

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