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Gelungener Einstand für Geis
Schalke nervt Osnabrück spät

Schalke unterwegs in Osnabrück... (Foto: Hein-Reipen)
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Osnabrück – Schalke an der Bremer Brücke... das erinnert vor allem die schon etwas älteren Fans an Zweitliga-Zeiten. Am Sonntag gab's ein Wiedersehen zu Testzwecken. Wie es war, darüber schreibt Susanne Hein-Reipen.

VfL Osnabrück gegen Schalke - für Schalke-Fans der jüngeren Generation ein Testkick bei einem Drittligisten. In den turbulenten königsblauen Achtzigern aber stand diese Begegnung für spannungsgeladene Zweitligaduelle mit einer durchaus ausgeglichenen Bilanz. Auch wenn sich die Wege danach trennten und Schalke sich fest in der Bundesliga und den europäischen Wettbewerben etablieren konnte: In der einzigen Pflichtspielbegegnung der letzten Jahre, dem DFB-Pokal-Viertelfinale 2010, mussten die Schalker Profis an einem eisigkalten Februarabend trotz Klassenunterschieds ebenfalls alles geben, bevor sie durch ein Tor von Kevin Kuranyi ein wenig glücklich ins Halbfinale einzogen.

Diesmal ging es "nur" um die Sommervorbereitung, aber ca. 4.000 Schalkefans nutzten den regnerischen Sonntag, um einen nostalgisch angehauchten Ausflug an die Bremer Brücke zu unternehmen und den ersten Schalker Auftritt von Breitenreiter, Caicara, Geis und Co. auf deutschem Boden mitzuerleben. 3:2 für die Gäste aus Gelsenkirchen hieß es in der osnatel-Arena am Ende und die rund 12.000 Zuschauer konnten nach einem Testspiel der besseren Sorte zufrieden nach Hause gehen.

Der Start war ein wenig holprig, hatte doch die Zahl der früh angereisten Schalker die örtliche Polizei sowie die Tageskassenbesetzungen überrascht: Beide glänzten noch durch völlige Abwesenheit, als sich bereits hunderte Blauweiße gutgelaunt um Bierpilz und Würstchenbude drängelten. Die "bitte nicht füttern"-Gitter an den Verpflegungsständen in schönstem Lila sorgten beim Schalker Anhang für weiteres Gelächter, aber die Würstchen erhielten anerkennend das Ruhrpott-Prädikat "die kann watt!"

Pünktlich zum Anpfiff lugte auch die Sonne durch die Wolken und der eine oder andere männliche Fan rieb sich verwundert die Augen: Bat dort wirklich eine kleine Frau in Schwarzgelb (!) zur Seitenwahl?! Dr. Riem Hussein, seit diesem Jahr zweite Schiedsrichterin im männlichen Profifußball löste die Aufgabe jedoch charmant und souverän und ließ sich auch nicht aus dem Konzept bringen, als der Schalker Linksverteidiger Sead Kolasinac unter dem Gelächter des Publikums versehentlich ihren Allerwertesten "abschoss".

Zunächst ohne Stamm-Abwehr

Chefcoach Andr Breitenreiter schickte in der ersten Halbzeit vor Torhüter Fährmann eine Viererkette ohne die beiden Stamm-Innenverteidiger Höwedes und Matip aufs Feld: Nastasic und Ayhan bildeten die Zentrale, außen liefen Caicara und Kolasinac auf. Davor gab Johannes Geis sein Debüt für Schalke und übernahm sofort Verantwortung und Ballverteilung, auch wenn in einigen Szenen noch die Bindung an seine Mitspieler und Vordermann Höger fehlte. Vor den beiden agierte mit Meyer, Draxler und San ein sehr junges offensives Mittelfeld, Kapitän Huntelaar hing als alleiniger Stürmer bisweilen ein wenig in der Luft. Der neue Schalker Auswärtsdress mit weißem Trikot und türkisblauer Hose stieß bei den mitgereisten Fans auf geteiltes Echo: Chic, befanden die einen, nicht königsblau genug, murrten die anderen.

Der Osnabrücker Anhang besang derweil munter "wir sind alle ein Stück Vau-eff-elll Osnabrück!" und durfte sich in der ersten Halbzeit über das eingespieltere Team und die frühe Führung freuen: 1:0 in der 11. Minute, nachdem ein Freistoß von Grassi von der Latte genau auf Savrans Kopf zurückprallte und dieser bilderbuchmäßig einnicken konnte.

Auch in der Folgezeit erspielten sich die Osnabrücker eine Woche vor ihrem Saisonstart noch einige gute Chancen nach Standards; in der Schalker Defensive haperte es an der Abstimmung. Die Königsblauen hatten indes deutlich mehr Ballbesitz und kam durch Junior Caicaras erstes Tor für die Knappen in der 39. Minute ein wenig überraschend, aber nicht unverdient zum 1:1-Ausgleich.

Zur Halbzeit wechselte Breitenreiter neben dem phasenweise etwas übermotiviert bissig wirkenden Torschützen auch Torhüter Fährmann, Höger und Draxler aus; ihre Positionen nahmen Ersatzkeeper Gspurning, Friedrich, Goretzka und Aogo ein. Ihnen sollte es jedoch zunächst nicht besser ergehen als den Teamkollegen der ersten Halbzeit: Nach elf Minuten konnte Gspurning einen Distanzschuss von Menga nicht unter Kontrolle bringen und klatschte nach vorne ab, wieder war Savran zur Stelle und Osnabrück ging 2:1 in Führung.

Mit Anlauf

Der Erstligist brauchte trotz größerer Spielanteile mehrere Anläufe, um die Osnabrücker Abwehr und Keeper Schwäbe zu überwinden, doch dann gelang ein Doppelschlag: Nach einem Freistoß von Dennis Aogo erzielte Kaan Ayhan den Ausgleich zum 2:2 (74.), nur drei Minuten später ging "The Hunter" wieder einmal auf die Jagd und erzielte sein 04. Tor im 04. Testspiel: 3:2 für Schalke!

Langsam kam auch der Gästeblock besser in Schwung, der zuvor aufgrund des Fehlens der Ultra-Gruppierungen nur zaghafte Singversuche gestartet hatte: Ein gutgelaunter junger Herr nutzte die Abwesenheit der beiden etablierten Vorsänger und stieg auf den Zaun, um den Support anzufachen. Neben einem Achtungserfolg mit einem wenig charmanten Gesang in Richtung des östlichen Nachbarns erntete er zunehmend nicht ganz ernst gemeinte Rufe "wir woll’n den Flitzer sehen" und "fang an, Dich auszuziehen".
In der Schlussviertelstunde kamen Platte und Köhler für Geis und San aufs Feld, konnten jedoch keine Akzente mehr setzen. Mehrfachen Szenenapplaus gab es hingegen für Leon Goretzka, der mehrfach den Turbo anwarf und durch die Abwehr des VfL marschierte, im Abschluss jedoch scheiterte.

Als Dr. Hussein pünktlich nach 90 Minuten abpfiff, zogen Schalker und Osnabrücker zufrieden nach Hause. Osnabrück scheint für den Saisonstart bei Erzegebirge Aue gerüstet, Breitenreiter hingegen freute sich in erster Linie über die gezeigte Moral, die Fans über den gelungenen Einstand von Geis und den Sieg. Für die Schalker steht bereits am kommenden Mittwoch mit dem Gastspiel beim polnischen Erstligisten Lechia Gdansk ein weiterer echter Härtetest an.

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg2939:50-1132
14Augsburg2940:55-1528
15Schalke 042930:47-1727
16Stuttgart2927:61-3421
17Nürnberg2924:54-3018

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