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Schalker U19 ist Deutscher meister
Seht Ihr, Profis, so wird das gemacht

(Foto: Tim Kramer)

Wattenscheid – Das ehrwürdige Lohrheidestadion in Wattenscheid bebte: Die Schalker A-Jugend krönte ihre furiose Rückrunde in einem packenden Finale mit einem 3:1-Sieg gegen die Junioren der TSG 1899 Hoffenheim. 12.500 Zuschauer feierten die 04. Juniorenmeisterschaft des königsblauen Nachwuchses.

Es lagen kaum dreißig Stunden zwischen den beiden Abpfiffen, doch die Bilder hätten unterschiedlicher nicht sein können: Leroy San, am Samstag noch mit den Schalker Profis vom wütenden Anhang der Knappen für eine enttäuschende Saison beschimpft und ausgepfiffen, saß als glücksstrahlender Matchwinner bei den Fans auf dem Zaun und wurde geherzt.

Das Schalker Publikum hatte zuvor wieder bewiesen, dass es gerne auf Komfort und große Namen verzichtet, wenn auf dem Platz eine Mannschaft steht, die alles gibt. Verkehrschaos in Wattenscheid, da der Ansturm die freundliche Polizei überraschte? Lange Schlangen an der Abendkasse? Eine Turnhalle als VIP-Bereich? Ein wild gewordener Rasensprenger bei der Anfangschoreographie? Kein Bier? Wurde alles in vollkommen entspannter Atmosphäre ebenso lächelnd weggesteckt wie die frühe 1:0-Führung der TSG durch Joshua Mees. Das Publikum - ohne die Schalker Ultragruppierungen, die Heimspiele außerhalb Gelsenkirchens ablehnen - unterstützt jeden Spielzug des Teams mit dem Mythos vom Schalker Markt und "hier regiert der S 04!"

Das Vertrauen wird nicht enttäuscht, der königsblaue Nachwuchs kämpft in der Folgezeit vor den Augen der DFB-Prominenz und Dietmar Hopps die Sturm und Drang-Phase der favorisierten Hoffenheimer tapfer nieder. Cheftrainer Norbert Elgert beweist ein glückliches Händchen und wechselt noch in der ersten Halbzeit mit Leroy San für Sven Köhler das entscheidende Mosaiksteinchen ein. Sofort gibt es deutlich mehr Zug zum Tor und kurz vor dem Pausenpfiff den verdienten Ausgleich durch Torjäger Felix Schröter, dessen wuchtiger Kopfball über den aus seinem Strafraum herausgestürzten Gästekeeper Dominik Draband hinweg ins Tor rollt.
In der Halbzeitpause werden begeistert und zuversichtlich die Stände mit den zu Recht als "beste Stadionwurst Deutschlands" gerühmten Würstchen gestürmt, nach der Pause geht der Schalker Sturmlauf weiter: Kapitän Thilo Kehrer und Christian Sivodedov treffen zur verdienten 3:1-Führung gegen die nunmehr völlig überforderten Kraichgauer.

Beim Jubel vor der Kurve dröhnt ihnen "Deutscher Meister wird nur der S 04", "Schalke ist die Macht" und "Oh, wie ist das schööööön…" entgegen, als kleinen Wink mit dem Zaunpfahl gibt’s "Seht Ihr, Profis, so wird das gemacht!"

Cheftrainer Norbert Elgert hat einmal mehr aus individuellen Könnern eine Mannschaft geformt, in der sich jeder für den anderen zerreißt und alles gibt. Symptomatisch Hendrik Lohmar nach seiner Auswechslung: Krampfgeschüttelt liegt er am Boden, schiebt aber unwillig den Mannschaftsarzt weg, um den nächsten Angriff seiner Kameraden verfolgen zu können. Mehrere gute Einschussmöglichkeiten zum 4:1 bleiben jedoch unter dem ein wenig funzeligen Flutlicht ungenutzt.

Um kurz nach 22 Uhr dann der erlösende Schlusspfiff: Jaaaaaaaaaaa, deutscher Meister wird nur der S 04! Team und Ersatzspieler kullern auf dem Rasen übereinander und stürmen in die Kurve, während sich der Meistercoach bescheiden schmunzelnd die Kapuze über seine berühmte Frisur zieht. Für leichte Irritationen sorgt nur die Musikauswahl, da als Erstes ausgerechnet ein Song eingespielt wird, in dem die Mütter der Spieler des Reviernachbarn als käufliche Damen bezeichnet werden - "So ein Tag, so wunderschön wie heute" und "Königsblauer S 04" werden hingegen begeistert aufgegriffen.

Auch gegenüber den Verlierern beweist das Publikum Fairness und spendet den Hoffenheimern großen Applaus, bevor die frischgebackenen Meister durch das Spalier aufs Podium schreiten: Unter Goldregen und grenzenlosem Jubel reckt Thilo Kehrer die Trophäe in den Wattenscheider Nachthimmel und nicht wenige Schalker haben Tränen der Freude und der Dankbarkeit in den Augen, als Norbert Elgert von seinen Jungs in den Himmel geworfen wird. Zahlreiche Zuschauer schicken ein Stoßgebet in den Himmel, dass er der A-Jugend erhalten bleiben und nicht Trainer der Profis werden solle, da er auf seiner Position für den FC Schalke 04 nicht mit Gold aufzuwiegen ist.

Eine wunderbare Mannschaft, aus der sicher einige den Sprung in den Profikader schaffen werden, ein wunderbarer Trainer, ein wunderbarer Abend - danke, all das ist Balsam für die gebeutelten Schalker Seelen!

 

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Samstag, 27. April, 15.30 Uhr
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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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