Der FC Schalke 04 auf Twitter & Facebook

Unser Service... Schalke-Artikel exklusiv auf Twitter @westline_s04 und Facebook

Der kolossal erleichterte Spielbericht
Choreo hui, Spiel pfui: Zähes 0:0 gegen Augsburg sichert Schalke endgültig den Klassenerhalt

(Foto: Hein-Reipen)
1

Gelsenkirchen – Das 0:0 zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Augsburg ist fußballerisch schwer verdauliche Kost, doch als Trost können sich die Schalke-Fans an einer tollen Choreographie für „Malocher – Macho – Manager“ Rudi Assauer und dem „wasserdichten“ Verbleib in der ersten Liga erfreuen. Susanne Hein-Reipen nimmt kein Blatt vor den Mund.

Sonntagmittag, 13.30 Uhr: Eigentlich Zeit für den Sonntagsbraten, doch die DFL hält das für eine prima Anstoßzeit und so machen sich die Schalker je nach Anreiseweg bereits am frühen Morgen bei lieblichen 04 Grad auf die Socken oder Räder nach Gelsenkirchen. Und siehe da: Bratwurst und Bier schmecken auch zum Frühstück!

Derbysieg ist geil!

An den einschlägigen Fantreffs duellieren sich Optimisten - „der Klassenerhalt ist fix!“ – mit Unken – „aber wenn wir jetzt dreimal hoch verlieren und Stuttgart gewinnt…?!“ -, doch in einem Punkt herrscht 104prozentige königsblaue Einigkeit: So ein unerwarteter Derbysieg ist verdammt geil!

In der Arena gibt es als kleinen Tribut an die ungewöhnlich frühe Anstoßzeit neben dem üblichen Speise-Angebot auch einen Bäcker, auch der Kaffeeabsatz ist höher als sonst.

Während die Mannschaften sich warmmachen, marschiert im Vorprogramm die Schalker U 23 ein, die vor zwei Wochen mit einem fulminanten 7:0 gegen Siegen vorzeitig den Aufstieg in die Regionalliga klargemacht hat. Peter Knäbel, Leiter der Knappenschmiede, hofft, dass das „Parkstadion nicht wie der Flughafen Berlin“ endet und spätestens zur Rückrunde auf heimischen Terrain gespielt werden kann. Auch Trainer Torsten Fröhling, auf dem Würfel fälschlicherweise „Fröhlich“ getauft, ist stolz auf sein Team, in dem auch die Profi-Leihgaben Teuchert, Kutucu und Carls im Spieldress fröhlich mit den Mitspielern scherzen.   

Malocher – Macho – Manager: Choreo zu Ehren von Rudi Assauers 75. Geburtstag 

Omar Mascarell darf im Interview noch kurz auf den Derbysieg zurückblicken, jede Menge Streicheleinheiten für die „unglaublichen Fans“ inklusive, dann gibt’s die Statistiken – die Schalker Heimbilanz gegen die Fuggerstädter ist prima -, doch eigentlich warten alle nur gespannt auf die angekündigte Choreografie für die im Februar verstorbene Managerlegende Rudi Assauer, der in der vergangenen Woche seinen 75. Geburtstag gefeiert hätte. 

Absperrbänder in der Nordkurve und eine fahnenfreie Kurve beim Steiger- und Vereinslied werfen bereits die Schatten voraus, nach dem letzten Ton von „Blau und Weiß“ ist es dann soweit: Im Oberrang der Nordkurve erinnert ein überdimensionales Spruchband an den Malocher – Macho –Manager, im Unterrang wird mit schwarzen und weißen Papptafeln ein riesiger R U D I !-Schriftzug geformt. Die beiden Ecken sind von großen „Wimpeln“ mit Portraits von Rudi geschmückt – alles zusammen bereits ein schönes Bild, doch es kommt noch viiiiel besser:

Auf ein Kommando der Vorsänger verwandelt sich der Rudi-Schriftzug in ein Wimmelbild aus blauen und weißen Fahnen, aus deren Mitte ganz langsam das berühmte Portrait des strahlenden Rudis mit Stumpen im Mund und UEFA-Cup über der Schulter hochgezogen wird. Rudi ersteht aus „seiner“ Kurve auf! Wer jetzt keine Gänsehaut bekommt, sollte überprüfen, ob er noch atmet, denn alle sind sich sicher: Genau sohätte es Rudi gefallen! 

Der dazugehörige Flyer schreibt „Wenn wir an ihn zurückdenken und uns die aktuelle Situation anschauen, so fehlt uns genau ein Typ wie er im Verein. Er hätte den Verein durch das unsichere Fahrwasser gelenkt!“ Als die Mannschaften einlaufen, gibt’s noch die passenden „Rudi Assauer, ohoho“-Sprechchöre dazu, danach versinkt Rudi wieder in „seiner“ Nordkurve, während sich das eine oder andere gestandene Schalker Mannsbild etwas aus dem Auge wischen muss.

Da ist noch Luft nach oben…

Hartgesottene Schalker ahnen bereits: So ansehnlich wie die Choreo wird das Spiel vermutlich nicht. Petrus scheint es ähnlich zu sehen, denn er lässt mit dem Anpfiff einen spektakulären Wolkenbruch mit Hagel über Gelsenkirchen niedergehen, der alle auf dem Rasen in Sekundenschnelle bis auf die Haut durchnässt. 

Huub Stevens vertraut heute zunächst Nübel, Mc Kennie, Stambouli, Nastasic, Caligiuri, Oczipka, Mascarell, Rudy, Serdar, Embolo und Kutucu. Sané fehlt angeschlagen, Guido Burgstaller „kriegt ein Kind“ und unterstützt seine Gattin im Kreissaal. 

Die Nordkurve in der mit 59.841 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Arena legt sofort mit dem Wechselgesang SCHALKE! – NULLVIER!, „Auf geht’s Schalke schieß ein Tor“ und den Ruhrpottkanaken los, die nur knapp 700 Augsburger setzen hinter einem Spruchband mit der Aufschrift „Rot Grün Weiß sind unsere Farben“ mehr auf optischen Support und sind kaum zu hören. 

Der Beginn gestaltet sich zäh, Augsburg steht sehr tief, Schalke fällt nix ein, keine der beiden Mannschaften möchte ein Risiko eingehen. Die wenigen Schalker Vorstöße laufen zumeist über Caligiuri oder den sehr agilen Kutucu, doch echte Torszenen sind Mangelware. Huub Stevens grummelt an der Seitenlinie vor sich hin, sein Augsburger Pendant Schmidt guckt auch nicht sehr glücklich. 

Keine Sekunde zu viel

Die Fans versuchen, der Mannschaft mit „Geh‘n mit dir auf jede Reise“, der „Attacke“, „Ins Stadion geh’n, im Pappbecher Bier…“ und „Hier regiert der S 04“ etwas Leben einzuhauchen – und siehe da: In der 40. (!) Minute gibt es die erste echte Torchance für die Hausherren, doch Serdar kann die wunderschöne Vorlage von Embolo, der zuvor Augsburg-Keeper Kobel vernascht hatte, nicht verwerten. Sch….ade. 

Die offensive Gefahr ebbt dann leider genauso schnell wieder ab, wie sie aufgeflammt war. Um die Zeit bis zur Pause irgendwie totzuschlagen, stimmt die Nordkurve bereits die Grüße nach Enschede und „Schalke und der FCN“ an, beides sonst klassische „Opener“ für die zweiten 45 Minuten. Auch Schiedsrichter Gräfe, der das Spiel erfreulich wenig zerpfeift, möchte sich von dieser Fußballkunst offenbar nicht mehr anschauen als unbedingt nötig und bittet superpünktlich zur Pause.

In der Fanbox überzeugt eine kleine Schalkerin mit einer äußerst stimmsicheren Interpretation des Steigerlieds, dann steigt Thomas Kirschner für die Abteilung Fanbelange in den Ring. Neben ein paar Bildern der tollen Choreo hat er einen erneuten Hinweis auf die „Fantastic females“-Sonderausstellung im Schalke-Museum und einen kleinen Derby-Rückblick im Gepäck – „ein schwieriges Thema“, da es von beiden Seiten einige unschöne Szenen gab.

Weiter auf Seite 2

  • Seite 1: Choreo hui, Spiel pfui: Zähes 0:0 gegen Augsburg sichert Schalke endgültig den Klassenerhalt
  • Seite 2: Mittagsschlaf geht weiter

 


Lade Forenbeiträge...
Zurück zur Übersichtsseite

Nächstes Liga-Spiel

Weitere Schalke-Termine

  derzeit keine weiteren Termine  

Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

FC Schalke 04