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Der Drei-Punkte-Mund-abputzen-Spielbericht
Dank Nübel, Serdar und 10.000 Fans: Schalke zittert sich zu drei Punkten in Hannover

(Foto: Hein-Reipen)
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Hannover – Auch im Abstiegskampf: Auf die königsblauen Fans ist Verlass! Gut 10.000 sind in Hannover dabei und schreien die Mannschaft trotz spielerischer Magerkost und kräftigem Zittern in der zweiten Halbzeit zu drei superwichtigen Punkten. Matchwinner ist der junge Torwart Alexander Nübel. Susanne Hein-Reipen berichtet leicht heiser mitten aus dem Geschehen…

Wenn Schalke in Hannover ranmuss, ist die A 2 bereits morgens eine einzige königsblaue Karawane, aus jedem zweiten Auto flattern Schals, Busse rollen gleich dutzendweise nach Osten. Das Auswärtsspiel in der niedersächsischen Hauptstadt ist beliebt, weil dort regelmäßig über das reguläre Gästekontingent hinaus genug Tickets verfügbar sind, so dass ein riesiger königsblauer Block für Stimmung sorgen kann. Für die Gastgeber hat das leider die klitzekleine Nebenwirkung, dass bei „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid!“ auch die halbe Gegengerade aufspringt.

Marsch oder kein Marsch? 

Die wohl häufigste Frage der Woche war: Werden die Schalker Fans wieder durch Hannover marschieren? Der unter dem Motto „Nordkurve in Deiner Stadt – alle in weiß nach Hannover!“ stehende Marsch der Vorsaison ist bereits legendär, doch dieses Mal ist außer dem ohnehin mit viel Polizeibegleitung zurückzulegenden Weg vom Bahnhof zum Stadion nichts geplant.

Die Polizei ist reichlich vertreten, neben zahlreichen Mannschaftswagen und Pferden stehen auch zwei gepanzerte Wasserwerfer am Straßenrand. „Was das wieder kostet…?“ ätzt ein Schalker, als Königsblaue und Schwarzweißgrüne einträchtig und völlig friedlich dem Nordkurven-Biergarten entgegenstreben. Die Frage muss nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erlaubt sein: Sind auch die Kosten für polizeiliche Aufrüstung erstattungsfähig, die absehbar – zwischen Hannoveranern und Schalkern herrscht keinerlei Feindschaft – nicht benötigt werden…?

Auf dem durch das angekündigte Zirkuszelt dezimierten Schützenplatz und im Biergarten selber gilt „getrennt in den Farben, vereint in der Sache“: Bier und Fischbrötchen gerne, Stress nein danke. Sogar ein Schalker Aufsichtsratsmitglied genießt mit Nordkurven-Bomberjacke das schöne Wetter. Nur auf die Würstchen müssen die Fans länger warten, hat doch der Betreiber laut eigenem Bekunden die Zeitumstellung verpennt. Turbo-Grillen ist angesagt.

All der Kampf und all das Leid, damit Du uns bleibst in Ewigkeit

Die Einlasskontrollen in Hannover sind zu Recht berüchtigt; auch dieses Mal werden Zigarettenschachteln und Brillenetuis geöffnet und selbst kleine Kameras misstrauisch beschnuppert. Nicht mit rein dürfen auch Ladekabel, schließlich könnte man damit seinen Vordermann strangulieren. Das verdächtige Garottenkabel wandert in die Aufbewahrungsstation; ein vorbeigehender Schalker gibt den „hilfreichen“ Tipp, dann halt per Schal oder Gürtel zu würgen.

Der große blaue Block ist bereits eine Stunde vor Spielbeginn gut gefüllt. Eine Gruppe junger Schalker skandiert lauthals „Hamburg! Hannover! Bielefeld! Ihr seid der Abschaum dieser Welt!“, doch das riesige zweireihige Banner „All‘ der Kampf und all‘ das Leid, damit du uns bleibst in Ewigkeit - für immer Hannoverscher Sportverein von 1896 e. V.“, welches die Heimkurve zu Beginn des Warmmachens aufzieht, und der Kampf für den Erhalt des eingetragenen Vereins gegen die Bestrebungen von Noch-Präsident Martin Kind bekommen auch von den Gästen anerkennenden Applaus. 

Schluss mit der Rotation!

Der vielköpfige Schalker Anhang begrüßt die Mannschaft mit lautstarkem „Auf geht‘s Schalke, kämpfen und siegen!“ und „Um die halbe Welt sind wir gefahr’n“, weiter geht es mit dem Schalke!-Nullvier!-Wechselgesang zwischen Ober- und Unterrang.

Einer der häufigsten Vorwürfe gegen Ex-Trainer Tedesco war übertriebene Rotation, so dass sich keine Stammformation einspielen konnte. Huub Stevens scheint dies ändern zu wollen; nur Mascarell steht für den verletzten McKennie neu in der Startformation, daneben beginnen wie bereits bei der knappen Niederlage gegen Leipzig Nübel, Nastasic, Sané, Bruma, Stambouli, Oczipka, Rudy, Serdar, Embolo und Uth. 

Die Verlesung der Hannoveraner Mannschaftsaufstellung wird von den Fans aus dem Ruhrpott mit lautstarkem „Arschloch!“-Gebrülle torpediert, zum Vereinslied „96, alte Liebe“ gibt es hochgereckte Mittelfinger im Dutzend billiger. Im Oberrang des Gästeblocks wird weiß auf blau „N-o-r-d-k-u-r-v-e“ hochgereckt. Auch wenn wir auf der Südtribüne stehen: Wo Schalke is‘, is halt Nordkurve! Schaaaa-la-la-laaa…

Bloß keinen Fehler machen!

Die gefühlte Nordkurve geht sofort in die Vollen: „Eine Stadt erstrahlt in Blau“, „Schalke 04, für jetzt und alle Zeit“ und der Klassiker „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“ sind unüberhörbar. Heimspiel in Hannover!

Die Mannschaften auf dem Feld lassen indes den Schwung auf den Rängen noch etwas vermissen. Zwar ist das Bemühen erkennbar – genauso erkennbar ist allerdings die Verunsicherung und das Bemühen, um Himmelswillen keinen Fehler zu machen und in diesem „Abstiegsendspiel“ früh ins Hintertreffen zu geraten. 

Nach der ersten, mit allerlei Nickligkeiten geführten Viertelstunde dann die erste Torannäherung für Schalke: Freistoß Rudy, Nastasic steigt am höchsten, doch der Ball geht deutlich neben den Kasten von Esser. Auf der anderen Seite muss Alexander Nübel eine Glanzparade abliefern, um einen Schuss von Weydant um den Pfosten zu lenken. Puah.  

Serdar fasst sich ein Herz – JAAAAAAA!

Eine weitere Schrecksekunde für die Schalkefans gilt es in der 20. Spielminute zu überstehen, als Bruma den agilen 96-Kapitän Bakalorz umsenst – zum Glück knapp VOR der Strafraumgrenze. Der anschließende Freistoß landet im Nirwana, also weiteratmen und – supporten: „Schalke! Kämpfen! Siegen!“ und „Wir kommen aus Gelsenkirchen, fahr’n mit blau-weißen Fahnen durch das Land“ sind angesagt. 

Für leichte Irritationen beim Gästeanhang sorgen vollkommen zusammenhanglos mitten im Spiel auf den Videowänden eingeblendete Spielstatistiken: Was sagt beispielsweise die Passquote von Bakalorz isoliert über das Spiel aus…?

Jede Vorwärtsbewegung der blauen Männchen auf dem Feld wird freudig zur Kenntnis genommen, besonders Kapitän Stambouli erntet für seine Bemühungen, Spiel und Ball in die richtige Richtung zu treiben, mehrfach Szenenapplaus. Stambouli ist es dann auch, dessen schöner Pass in den Strafraum bei Serdar landet, der den Ball unbedrängt volley in die lange Ecke knallen kann. Das 0:1 in der 39. Minute, JAAAAAA! 

Das erste Schalker Nicht-Elfmeter-Tor seit gefühlten Monaten wird euphorisch gefeiert: Serdar und ihm folgend die Jubeltraube flankt über die Bande und schreit vor den Fans die Erleichterung raus, die Kurve schreit erlöst zurück, an der Seitenlinie schreit Huub Stevens.  „Immer wieder, immer wieder, immer wiiiiiiiiieder S 04, von der Elbe bis zur Isar, immer wieder S 04!“

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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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