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Billiger ist auf Schalke besser
Das Heidel-Paradoxon: Kein Geld schießt Tore...

Christian Heidel. (Foto: dpa)
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Gelsenkirchen – Zu den bekanntesten Fußballphrasen gehört der Stoßseufzer „Geld schießt Tore“, der besonders gerne bei Niederlagen gegen finanzkräftige Clubs als Entschuldigung herhalten muss. Und es gibt Dutzende von Studien, die einen langfristigen Zusammenhang zwischen Transferwerten und Erfolg belegen, auch wenn es Ausreißer nach oben und unten gibt. Auf Schalke ist jedoch seit dem Amtsantritt von Manager Heidel das glatte Gegenteil zu beobachten: Je billiger ein Spieler eingekauft wurde, desto besser schlägt er ein...

Das wohl beste Preis-Leistungs-Verhältnis aller Zeiten dürften die Eurofighter gehabt haben, die mit einem Kader mit nur wenigen Stars und vielen über sich hinauswachsenden „Schnäppchen“ den UEFA-Cup abräumten und den sportlichen Grundstein für zwei meist erfolgreiche Jahrzehnte legten.  Kurz darauf war es jedoch mit der finanziellen Bescheidenheit in Gelsenkirchen vorbei. Spätestens nach der tragisch verpassten Meisterschaft 2001 wollte Schalke das Glück erzwingen und investierte Millionen in „Beine“.

Schieflage zwischen Einsatz und Ertrag

Ob Assauer, Müller oder Magath, die Schalker Personalkosten waren regelmäßig hinter Branchenprimus Bayern München die Zweithöchsten, ohne dass außer dem Pokalsieg 2011 noch etwas Zählbares dabei herausgesprungen ist. Horst Heldt schaffte es immerhin, den Anstieg zu bremsen, ein wirklicher Sparkurs war aber auch bei ihm nicht drin, dafür waren die erfolgsunabhängigen Gehaltsbestandteile zu hoch. Diese wurden insbesondere bei Spielern mit langfristigen Verträgen ein Problem, wenn die Sams, Obasis und Aogos dieser Welt Millionen fürs Nichtstun kassierten und Schalke bei Wechseln noch draufzahlen musste.

Mit der Verpflichtung von Christian Heidel verband Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und mit ihm Millionen von Schalkern die Hoffnung, dieser werde wie bereits in Mainz das vorhandene Geld sinnvoll einsetzen und mit vergleichsweise preiswerten Transfers gute Ergebnisse erzielen. Die erste Transferperiode war diesbezüglich jedoch eine herbe Enttäuschung: Heidel gab mit über 70 Millionen Euro mehr Geld aus als je ein Schalke-Manager vor ihm, der Kader war riesig - und am Ende stand ein enttäuschender 10. Platz.

Kann Heidel nur billig?

Bereits in der ersten Saison wurde deutlich, dass Heidel offenbar besser billig kann: Die beiden billigsten Neuverpflichtungen Naldo (ablösefrei aus Wolfsburg) und Burgstaller (für 1,5 Mio. Euro aus Nürnberg) schlugen mit Abstand am besten ein und wurden sofort zu wichtigen Stammspielern. Die erheblich teureren Bentaleb (21 Mio. Euro) und Konoplyanka (13 Mio. Euro) hatten hingegen neben Licht auch viel Schatten und ließen ihre Fähigkeiten in den Augen der Schalker viel zu selten mannschaftsdienlich aufblitzen. Und „Königstransfer“ Breel Embolo, mit 22,5 Millionen Euro teuerster Einkauf der Schalker Vereinsgeschichte, fiel zu Heidels Pech nahezu die gesamte Saison schwerverletzt aus.

Und der Trend zu „Billiger ist besser“ setzt sich in dieser Saison fort. Der Kader wurde drastisch von über 30 auf 18 Feldspieler reduziert, die fixen Personalkosten erstmalig seit mehr als einem Jahrzehnt auf unter 50 Millionen Euro gedrückt. Und plötzlich klappt es auch mit dem Punkten: Die Schalker Schnäppchen-Elf ist zusammengewachsen und steht nach einem guten Viertel der Saison deutlich besser da als im Vorjahr. Und wieder sind die Matchwinner oft die vermeintlichen billigen Ergänzungsspieler:  Naldo spielt in bestechender Form, Burgstaller erobert mit ungeheurem Einsatz die Herzen des Publikums und 3-Millionen-Einkauf Bastian Oczipka hat die nach dem Abgang von Publikumsliebling Sead Kolasinac verbliebene große Lücke auf der linken Seite bislang sehr viel besser gefüllt, als ihm viele zugetraut haben. Dazu zeigen Amine Harit und Benjamin Stambouli, beide mit 8 Millionen Euro preislich untere Mittelklasse, langsam, was sie alles draufhaben.

Unbestritten: Einfach „billig“ mit „erfolgreich“ gleichzusetzen, ist zu platt. Zu dem erfreulichen Saisonstart hat auch der neue Trainer Tedesco – übrigens ebenfalls erheblich preiswerter als sein Vorgänger Weinzierl – maßgeblich beigetragen. Die letzten anderthalb Jahre sind aber ein deutlicher Fingerzeig, dass Heidel sich auf seine Stärken besinnen sollte, mit denen er in Mainz jahrelang erfolgreich gearbeitet hat, statt viel Geld in teure Wundertüten zu investieren, um auf Teufel komm raus im Kreis der „Großen“ mitzuspielen. Ein funktionierendes Mannschaftsgefüge ist allemal wichtiger als teure Einzelkönner. Dann schießt auch kein Geld Tore…

 


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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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