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Königsblauer Kommentar
Das ist die größte Leistung von Domenico Tedesco auf Schalke...

(Foto: dpa)
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Gelsenkirchen – Mit 13 Pflichtspielen ohne Niederlage, der Vizeherbstmeisterschaft in der Bundesliga und dem Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals endete die Hinrunde des FC Schalke 04. Mannschaft und Fans feiern ausgelassen gemeinsam, so viel Harmonie gab es lange nicht mehr unter dem Schalker Tannenbaum. Susanne Hein-Reipen über die wichtigsten Mosaiksteinchen der königsblauen Erfolge und einem Ausblick auf die Rückrunde.

Von Frust zu Lust

Vor einem Jahr regierte in der Winterpause in Gelsenkirchen der pure Frust, nach einem vollkommen blutleeren Auftritt beim HSV überwinterte Schalke im Niemandsland der Tabelle, die Fans waren sauer auf die „verwöhnten Stars“ und misstrauten Manager und Trainer. Heute überhäufen sich alle Akteure mit gegenseitigem Dank und Lob. „Gemeinsam unaufhaltsam – danke Jungs!“ titelte die Nordkurve beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln, Chefcoach Domenico Tedesco bedankte sich per Videobotschaft bei den Fans für die unermüdliche Unterstützung, ohne die Energieleistungen wie die irre Derby-Aufholjagd nicht möglich gewesen wären.

Doch die gute Schalker Laune ist nicht alleine am besseren sportlichen Abschneiden festzumachen, auch wenn sich 30 Punkte und 28:21 Tore wesentlich charmanter anhören als 21 Punkte und 21:19 Treffer. Ein Zwischenhoch gab es durchaus auch unter Markus Weinzierl, eine vergleichbare Euphorie konnte es nicht entfachen.

Höwedes und Naldo

Erfolg oder Misserfolg sind selten monokausal auf eine einzige Ursache oder Maßnahme zurückzuführen. Domenico Tedesco hat vieles auf Schalke verändert, beginnend mit der mutigen und unpopulären Entscheidung, dem langjährigen Kapitän Benedikt Höwedes die Binde zu entziehen und sie an Keeper Ralf Fährmann zu übertragen. Von vielen sehr skeptisch beäugt, hat sich die Entscheidung, stattdessen Naldo zum Chef der Abwehrkette zu machen, als absoluter Glücksgriff herausgestellt. Der Oldie glänzt seit Monaten mit herausragenden Leistungen und sensationeller Kämpfermentalität und schaffte es in der Kicker-Rangliste auf Platz 2 der „internationalen Klasse“.

Meyer und Stambouli

Doch nicht nur „Mister 90 + 4“ erlebt unter Domenico Tedesco seinen 04. Frühling, auch Benjamin Stambouli und Max Meyer wurden von ihm auf neue Positionen verschoben und blühen auf. Den Franzosen, in der letzten Saison nur Ergänzungsspieler im defensiven Mittelfeld, versetzte Tedesco mit Erfolg in die Abwehrkette.

Noch frappierender ist die Wandlung von Max Meyer, der auf der 10 als ewiges Talent ohne den richtigen Liga-Durchbruch zu enden drohte und unter Weinzierl äußerst unzufrieden über seine Einsatzzeiten war. Als 6er bzw. 8er wurde er plötzlich zum Fighter mit so überraschenden Defensivqualitäten, dass er gerne als „Gesicht des Schalker Aufschwungs“ betitelt wird.  Und Meyer dankt: „Nach langer Zeit spüre ich wieder das Vertrauen, dass ein Trainer auf mich setzt.“

Kommunikatives As

Nicht nur Meyer, auch zahlreiche andere Spieler schwärmen in den höchsten Tönen von Tedescos Ansprachen und Motivationsreden. Kapitän Fährmann jubelt gar „Das ist ihm von Gott gegeben!“,  Naldo lobt seine messerscharfen Videoanalysen. Sogar nicht berücksichtigte Spieler danken ihm für detaillierte Hinweise, wo sie sich verbessern können und dass er ihnen jederzeit das Gefühl vermittle, ein wertvoller Teil der Mannschaft zu sein.

Auch bei den Fans kommt Tedescos Art, ruhig und ohne großartige Schönfärberei oder Schuldzuweisungen positive und weniger gelungene Sachen anzusprechen, gut an. „Ein Riese“ sei der Verein, deshalb habe er immer noch Demut. Hach. Und, auf das angebliche Interesse von Bayern München angesprochen: Es sei ein „Privileg, Schalke trainieren zu dürfen, er fühle sich „mega-wohl“ dabei. Geht runter wie Öl, obwohl Tedescos ansonsten durchaus auf die Euphoriebremse tritt. Und er scheut sich nicht, eigene Fehler wie die unpassende Aussage „Reisende soll man nicht aufhalten“ gegenüber Höwedes zuzugeben. Und: Jüngst wurde bekannt, dass Tedesco für Schalke ein höher dotiertes Angebot von Bayer Leverkusen sausen ließ.

Dazu offenbaren viele kleine Details, wie sehr Tedesco trotz der wenigen Monate bereits Schalke verinnerlicht hat: Nicht nur, dass er sich beim gemeinsamen Tänzchen vor der Nordkurve textsicher von Ruhrpottkanaken bis Mythos zeigt; er ist sich im Gegensatz zu manchem Vorgänger auch nicht zu schade, von alteingesessenen Schalkern zu lernen. So bat er beispielsweise bereits vor Saisonbeginn  „Jahrhunderttrainer“ Huub Stevens um ein Treffen, der ihm prompt attestierte, „Schalke kapiert und total verstanden“ zu haben.

Das entscheidende Schräubchen: Gemeinsamkeit

Alles wichtige Faktoren, die zeigen, dass Tedesco offensichtlich auf Schalke der richtige Mann am richtigen Platz zur richtigen Zeit ist. Doch der entscheidende Punkt, weshalb Schalke unter Tedesco Großes erreichen kann, ist: Er hat es nach Jahren voller interner Querelen und Streitereien, Boykotts und Unzufriedenheit  geschafft, ein neues Wir-Gefühl auf Schalke zu installieren. Die verkleinerte Mannschaft ist eine verschworene Einheit geworden, in der jeder für jeden rennt und kämpft und die Ausfälle so wichtiger Spieler wie Leon Goretzka auffängt.  Und die immer öfter die auf Schalke so heißgeliebte Kampfkraft zeigt, zu kämpfen und bis zum Schluss alles zu geben. Seit dem Derby weiß ganz Deutschland: Schluss ist erst, wenn Naldo getroffen hat – und Schalke ist alles zuzutrauen!

Solche Erlebnisse schweißen auch Fans und Mannschaft zusammen. Hieß es im preisgekrönten Transparent von Ingolstadt noch ironisch „Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in dieser Saison so zahlreich hinterhergereist ist“, so skandierte die Nordkurve jetzt „Gemeinsam unaufhaltsam – danke Jungs!“ und „Wir sind stolz auf unser Team“. 

Genau dieses Miteinander ist eine ganz große Chance: Schalke ist so groß, hat so viele Facetten, die sich manchmal gegenseitig behindern. Gelingt es aber, sie alle zu bündeln und gemeinsam an einem Strang zu ziehen, hat dieser Verein eine unglaubliche Strahlkraft, die nicht nur in Deutschland ihresgleichen sucht. Wie bei der Weihnachtschoreo: Eine Wunderkerze geht schnell unter, aber 10.000 gemeinsam geben einen herzerwärmenden Wow-Effekt.

Lasst uns alle gemeinsam daran arbeiten, dass Schalke 2018 auf und neben dem Platz ganz viele Wow-Effekte erleben darf! GEmeinsam unaufhaltsam…

 


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34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3492:286484
2Schalke 043453:371663
3Hoffenheim3466:481855
4Dortmund3464:471755

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19.07.2018 01:08 Ballbesitz04 schrieb im Forum FC Schalke 04 »
Re: Was macht eigentlich...?
19.07.2018 00:57 Ballbesitz04 schrieb im Forum Spieler- und Transferforum Schalke »
Re: Ahmed macht Ärger
19.07.2018 00:14 OnkelPommes schrieb im Forum VfL Bochum 1848 »
Re: Kaderplanung 2018/19
18.07.2018 23:58 Der Dude schrieb im Forum Spieler- und Transferforum BVB »
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