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Hey, Medien und Fans:
Der Umgang mit Ralf Fährmann ist eine Schweinerei

(Foto: Torsten Mannek/mannek pixls)
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Gelsenkirchen – Alexander Nübel fliegt wegen einer Notbremse vom Platz – und plötzlich dominieren Schlagzeilen wie „Aussortierter Aushilfs-Torwart - Schalke in der Fährmann-Falle“ und „Fährmann hat keine Zukunft mehr auf Schalke“ die Diskussion. Susanne Hein-Reipen platzt dabei der Kragen, sie fordert einen fairen Umgang mit dem verdienten Kapitän.

Wenn ich lese, was momentan sowohl von den Medien als auch manchen „Fans“ in den sozialen Medien über Ralf Fährmann ausgekübelt wird, packt mich die kalte Wut. „Aussortierter Aushilfstorwart“, „degradiert“, „seine Zeit ist vorbei“ oder „Nübel ist jetzt schon um Klassen besser“, oft gepaart mit der bislang durch nichts bewiesenen Unterstellung, dass Fährmann spätestens im Sommer ohnehin die Flucht ergreifen werde.

An dieser Stelle: Geht’s noch? Habt Ihr alle völlig vergessen, was Ralf Fährmann bereits für unseren Verein geleistet hat? Dass er nicht nur Kapitän, sondern über Jahre hinweg ein sicherer Rückhalt der Mannschaft war und regelmäßig zu den notenbesten Schalkern gehörte, auch wenn es in der Mannschaft sportlich sehr holprige Phasen gab? Dass Ralle vom kicker vor drei Jahren als „internationale Klasse“ eingestuft wurde und von den Bundesligaspielern noch in der Hinrunde 2017/2018 zum „besten Torhüter“ gewählt wurde? Ganz nebenbei noch in der letzten Saison der beste Elfmeterkiller der Bundesliga war und einen wichtigen Beitrag zur Vizemeisterschaft leistete? 

Ich weiß, dass alleine Leistungen der Vergangenheit im Profisport nicht ausschlaggebend sein dürfen. Dennoch: Ich hätte mir bereits gewünscht, dass Ralf Fährmann, der uns jahrelang „den Arsch gerettet“ hat, wie man im Pott sagt, mehr Kredit besessen hätte, um nicht während des ersten Formtiefs sofort seinen Stammplatz zu verlieren. Tedesco sah das anders – was Ralle jetzt aber auf keinen Fall verdient hat, sind Häme oder gar Beleidigungen!!!

(Foto: Torsten Mannek/mannek pixls)

Keine Frage: Die Entscheidung von Domenico Tedesco, dass Alexander Nübel momentan den stabileren Eindruck macht und das modernere Torwartspiel hat, ist sportlich absolut vertretbar. Nübel hat alle Anlagen, ein richtig guter Torwart zu werden, er hat seine Chance verdient. Auch er ist jedoch nicht fehlerfrei, wie man nicht erst an seiner Notbremse gegen Hazard sehen konnte. Eine Notbremse übrigens, die erforderlich wurde, weil die in dieser Saison bei weitem nicht so sattelfeste Abwehr pennte, etwas, was auch Fährmann in der Hinrunde einige Male zum Verhängnis wurde.

Aber auch wenn man die enge Entscheidung, künftig auf Nübel zu setzen, bereits jetzt für richtig hält: Fährmann hat Dankbarkeit und Unterstützung und keine blöden Sprüche verdient! Und zu den dummen Sprüchen zählen auch „die Vergangenheit zählt nicht“ oder „der soll sich nicht so anstellen, verdient doch genug“. Kein Schalker Profi, auch Alexander Nübel nicht, spielt für Nüsse. Und die jahrelangen guten Leistungen von Fährmann muss Nübel erst einmal bringen – auch wenn er das Zeug dazu hat!

Was Nübel ebenfalls erst noch beweisen muss, ist Vereinstreue. Fährmann ist 2009 nur deshalb zur Frankfurter Eintracht gewechselt, weil mit dem fast gleichaltrigen Manuel Neuer das Schalker Tor auf Jahre hinaus besetzt zu sein schien; doch er ließ sich eine Ausstiegsklausel für Schalke in den Vertrag schreiben und kam mit fliegenden Fahnen zurück, als Horst Heldt Neuer „vom Interesse der Bayern unterrichtet hat“.  Es wird interessant sein, ob auch Nübel, der in der Winterpause bereits recht offensiv mit einem Wechsel kokettierte, falls er nicht bald mehr Einsatzzeit bekäme, dem FC Schalke 04 mehrere Jahre die Treue hält. 

Fährmann hat bei vielen Fans auch deshalb einen dicken Stein im Brett, weil er glaubwürdig verkörperte, den Verein ebenso zu lieben wie sie. Ob Wappenklopfer vor der kollabierenden Südtribüne nach dem 4:4-Wahnsinnsderby, „Nordkurve in Deiner Stadt“-Shirt oder Nordkurven-Kapitänsbinde: Ihm kauft man ab, dass das echtes Herzblut und kein kalkulierter Marketinggag ist. Und nein, das ist keine Folklore oder Anbiederei; ein Kapitän auf Schalke, der die Fans nicht respektiert, hätte vollkommen zu Recht nur eine ziemlich kurze Halbwertszeit.

Ebenso, wie Nübel eine Chance verdient hat, hat darum auch Fährmann wieder eine faire Chance verdient, auch wenn diese durch die rote Karte früher kommt als geplant. Er ist mit 30 Jahren im allerbesten Torwartalter und beileibe keinAuslaufmodell; auch wenn er mit dem Ball am Fuß kein Messi mehr wird, hat er jahrelang hart an seinen weniger ausgeprägten Fähigkeiten gearbeitet. Der Leistungsunterschied zu Nübel ist – wenn überhaupt – noch sehr klein. 

Dass Tedesco das Fass „Torwarttausch“ dennoch bereits in der Winterpause aufgemacht hat, führt nun vor dem Pokalspiel zu besonderer Brisanz. Nübel wäre im DFB-Pokal spielberechtigt, aber eigentlich hatte Tedesco Fährmann vorgesehen. Egal, wie Tedesco sich entscheidet, wenn Schalke gegen Fortuna ausscheidet, wird man ihm vorwerfen, den falschen Torwart eingesetzt zu haben. Im Falle einer Verletzung Fährmanns hätte Schalke in den nächsten beiden Spielen zudem ein gravierendes Torwartproblem, gegen das die bisherige Debatte Jammern auf allerhöchstem Niveau wäre.

Dennoch sollte Fährmann nicht nur die Vertretung für die beiden Bundesligaspiele übernehmen, sondern auch wie geplant im Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf das Tor hüten. Und er sollte sich dabei uneingeschränkt auf die Unterstützung des Schalker Publikums verlassen dürfen – und auf eine faire Beurteilung durch das Trainerteam, auch wenn Domenico Tedesco bereits ankündigte, „nur wegen einer roten Karte“ das „riesige Brett“ Torwarttausch wohl nicht wieder umzuwerfen. Schalke hat zwei gute Torhüter und braucht sie auch!

 


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31. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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