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Der megageile Spielbericht
Derbysieger! Verdienter Sieg beim Erzrivalen versöhnt Schalke und die Fans

(Foto: Hein-Reipen)
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Dortmund –   Schalke-Fans mussten in dieser Saison oft leiden, doch der ebenso unerwartete wie verdiente 4:2-Erfolg beim Erzrivalen aus Lüdenscheid lässt alle Dämme bei Mannschaft und Fans brechen. Heiser, biergeduscht und glücklich zelebrieren sie in der verbotenen Stadt gemeinsam den Derbysieg. Susanne Hein-Reipen berichtet vom ganz normalen Wahnsinn beim geilsten Club der Welt!

Das Wetter beschissen, die vergangenen Spiele auch, sämtliche Statistiken und Wetten gegen sich, die Gefahr einer Demütigung durch hohntriefende Schwatzgelbe zum Greifen nah: Scheixx drauf, wir lassen unsere Mannschaft im Derby trotzdem nicht im Stich. Rund 7.500 Königsblaue treten die Reise nach Lüdenscheid-Nord an.

Shuttle-Bus, Sonderzug oder konspirativ?

Kenner wissen: Es gibt drei Anreisewege zum Derby, entweder mit den kostenlosen Shuttlebussen des Vereins, per Sonderzug oder „konspirativ“ auf eigene Faust. Mit kleinen Risiken und Nebenwirkungen muss überall gerechnet werden. So sind mehrere der Busse, die auf dem Parkplatz 6 der heimischen Veltins-Arena anrollen, ausgerechnet quietschegelb. Dementsprechend groß ist der Run auf die anderen Busse, doch auch die fehlfarbenen Gefährte werden voll und die Getränkepreise - Bier 1,50 € - gefallen. Die Rapsfelder auf dem Weg werden kurzerhand ignoriert.

In den Sonderzügen kommt derweil gefühlt ein Polizist auf jeden Insassen. Die Staatsmacht ist auch zur Stelle, als sich eine Gruppe Schalker, darunter auch – O-Ton Bundespolizei - „zahlreiche Risikopersonen“ in Bochum-Langendreer aus der liebevollen Begleitung lösen und auf eigene Faust zum Stadion begeben wollen. Tja, schließlich ist extra Hubschrauber „Pirol“ in der Luft, um solche „konspirativen“ Anreisen aufzuklären und zu unterbinden. Wo kämen wir schließlich hin, wenn Fußballfans wie jeder andere Mensch in Deutschland auch das Recht hätten, selber über Art, Weg und Zeitpunkt ihrer An- und Abreise entscheiden zu dürfen…?

Busse wie Zugfahrer werden bei der Ankunft von einem mörderischen Regenguss empfangen, der Freund und Feind und Einsatzkräfte unter Brücken und Bäume treibt. Danach geht es pfützen-hoppend Richtung Wellbl…, pardon, Signal-Iduna-Park. Alles Beklebbare am Wegesrand ist mit mehr oder minder geschmackvollen Stickern nicht nur der beiden heutigen Protagonisten verziert. Vor dem Stadion gibt’s noch mehr Polizei zu Lande, zu Pferde und in der Luft; eine wahre Wagenburg soll Blau-Weiße und Schwarz-Gelbe auseinanderhalten. Funktioniert nicht ganz, aber es bleibt zum Glück weitgehend friedlich.

Fiese Farben, schlechte Musik

Die Besucher aus Gelsenkirchen schmunzeln über die „Gästefan Abgabe“: Nein, keine Verwahrstation für königsblaue Schwiegerdrachen, sondern für zu große Taschen und Rucksäcke und verbotene Gegenstände wie Powerbänke. Als ob Schalker eine Powerbank ins Stadion schmuggeln würden…

Die Einlasskontrollen sind überraschend kurz und fair, auch das schwarzgelbe Personal an den Verpflegungsständen ist sehr freundlich. Letzteres kann man von Nobby Dickel nicht behaupten: Er begrüßt explizit nur die BVB-Fans und schwafelt „Normalerweise sprechen wir über unseren Gegner, heute tun wir das nicht“. Einhelliger Tenor in den Gästeblöcken: Danke, Du Blitzbirne, auf Deinen Senf zu uns können wir auch getrost verzichten! Auch die Schalker Tore sagt er nicht durch.

Auch die heimische Südkurve schickt bereits gut 80 Minuten vor dem Anpfiff ein liebevolles „Scheiße 04“ herüber und pfeift bereits bei der Platzbegehung; Komiker Johann König lässt ebenfalls keinerlei Zweifel an seiner fußballerischen Gesinnung aufkommen. Dann gibt es ein wenig Mukke, die verdächtig an Wandermusik aus der Mundorgel erinnert, „wir halten fest und treu zusammen“.

Auch Ex-Borusse Jörg Heinrich darf im Interview noch verkünden, dass der Sieger selbstverständlich nur BVB heißen kann. Vermutlich kichert das Karma bereits leise.

Tönnies als Klettermaxe und Absteiger, Hurensöhne und Grabstätten

Als erstes kommen die beiden BVB-Keeper auf den Platz; danach pfeift die dümm…, pardon, größte Stehtribüne Europas sogar Schalkes Athletikcoach aus, als er die Hütchen für das Aufwärmtraining aufstellt. Das Ganze steigert sich, als Nübel und Fährmann einlaufen. „Absteiger!“ und „Scheiße 04“, lautstark beantwortet mit „Scheiße BVB“, „BVB Hurensöhnen und „Und ist der Feind gestorben…“. Alle diese gegenseitigen Liebesbekundungen und Nettigkeiten werden sich im Laufe des Nachmittags noch mehrfach wiederholen.

Vor dem Schalke-Block klettert derweil Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies über mehrere Absperrungen, um das Spiel aus dem Schalker Stehblock verfolgen zu können. Wenig später treffen auch die Sonderzugbesatzungen mit den Ultras Gelsenkirchen ein – so schwungvoll, dass sie fast im Strafraum landen. Nobby D. leiert derweil die Schalker Aufstellung – Huub Stevens vertraut zunächst auf Nübel, Stambouli, Sané, Nastasic, Caligiuri, Oczipka, Mascarell, McKennie, Serdar, Embolo und Burgstaller – so lieblos runter wie es nur eben möglich ist.

Dann gibt’s noch eine Portion schmalzige („Borussia Dortmund, Du hast uns so viel gegeben“) und geklaute Musik: Bei „You‘ll never walk alone“ gehen im Gästeblock diverse Mittelfinger und Anti-BVB-Schals hoch. Die Südtribüne zeigt derweil zwei sarkastische Banner „Online-Petition statt Bündnisarbeit?“ und „Vielen Dank für Euren unermüdlichen Kampf gegen den DFB!“, in Anspielung darauf, sich die UGE anders als viele anderen Fanszene nicht an den platten Anti-DFB-Protesten beteiligt hat.

Eine Stadt erstrahlt in blauem Rauch…

Die Hütte ist, na klar, mit 80.196 Zuschauern bis auf den letzten Platz ausverkauft, darunter circa 7.500 Schalker. Zum Einmarsch der Mannschaften erscheint im Schalker Block unten ein Banner „Eine Stadt erstrahlt in Blau“, dann raucht sie blau: Zahlreiche Rauchtöpfe verdichten sich zu einer blauen Wand, die minutenlang alles einnebelt. Konspirativ halt…

Mit dem Anpfiff übernehmen die Hausherren den Ball, doch Schalke steht tief, aber sicher. Beide Kurven feuern ihr Team an, die Schalker unter anderem mit „Auf geht’s Schalke kämpfen und siegen“ und einer interessanten Variante von „Sieben Tage lang“: „Borussia Dortmund, schwuler BVB, Borussia Dortmund, Scheißverein“. Politisch korrekt geht anders, aber Derbygesänge waren eher selten besonders geschmacksvoll.

Der erste Torschuss geht ebenfalls an den BVB, Delaneys Schuss geht aber deutlich über Nübels Kasten. Besser macht es drei Minuten später Götze: Nach einem tollen Lupfer von Sancho über die Schalker Abwehr köpft er den Ball unhaltbar ins obere Linke Toreck. 1:0 in der 14. Minute. Die Lüdenscheider Spielertraube macht beim Jubeln vor dem Gästeblock einige provozierende Gesten, woraufhin diverse Gegenstände aufs Spielfeld fliegen und Sancho von einem Feuerzeug getroffen wird und behandelt werden muss. Komplett überflüssige Aktion von beiden Seiten, ebenso wie das übersteuerte Gebölke von Norbert Dickel.

Auseinanderfallen fällt heute aus wegen ist nicht

Die Schalkefans befürchten ob des frühen Gegentreffers Übles, schließlich ist die Mannschaft in den letzten Spielen nach Gegentoren regelmäßig auseinandergefallen. Aber sie werden auf das Angenehmste enttäuscht: Schalke geht wieder in den Vorwärtsgang und nur drei Minuten später bekommt Weigl im Strafraum einen Schuss von Embolo an die Hand. Schiedsrichter Zwayer befragt den Videobeweis – und entscheidet auf Elfer, gnadenlos vollstreckt von Daniel Caligiuri. JAAAAAAAAAAAAA! Schneller Ausgleich zum 1:1 (17.), das war wichtig!

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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