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0:3-Pleite
Doppelter Verdruss auf Schalke: Heimfans als Fans zweiter Klasse?

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Vor dem Spiel des FC Schalke 04 gegen den 1. FC Köln strahlte die Sonne vom Himmel und - nach sechs Siegen in Folge - aus dem Gesäß der Schalker; nach dem 0:3 lachten nur die Kölner. Neben der deutlich zu hoch ausgefallenen Niederlage erhitzte das Gefühl, im eigenen Stadion nur Fans zweiter Klasse zu sein, die Gemüter. Doch sehr schnell setzte sich das Gefühl „Mund abputzen, weitermachen!“ durch und die Schalker Fans intonierten demonstrativ „Wir sind die Fans, die auch zu Dir steeeeehn, wenn Du verlierst… Du bist mehr als nur ein Club, Schalke meine Sucht!“

Es hätte so schön sein können: Perfektes Fußballwetter und die Chance, mit einem Heimsieg den siebten Sieg in Folge einzufahren und damit einen neuen Vereinsrekord aufzustellen. Es ging gründlich in die königsblaue Hose. Zwar waren die Knappen in der ersten Halbzeit das feldüberlegene Team und verzeichneten fast doppelt so viel Ballbesitz, die hochkarätigeren Chancen erspielten sich indes die Gäste aus der Domstadt. Mehreren guten Möglichkeiten für Gerhardt und Modeste stand lediglich eine Großchance aus kurzer Distanz für Leroy Sané entgegen, die Timo Horn im Tor der Kölner jedoch entschärfen konnte. 

Die Kölner Defensive stand über weite Strecken der Partie sicher, die gegenüber dem 4:0-Sieg gegen Asteras Tripolis direkt dreifach (Caicara, Neustädter, Aogo) geänderte Schalker Abwehrkette sah bei den schnellen Kontern der Kölner nicht immer glücklich aus. Das 1:0 kurz vor dem Pausenpfiff war dennoch überraschend und schmeichelhaft: Nach einem schönen Pass  von Bittencourt beendet Modeste mit seinem sechsten Saisontreffer Fährmanns Rekordzeit ohne Gegentor.

In der zweiten Halbzeit spielten fast nur die Hausherren, der FC mauerte sich ein und lauerte auf Konter. Die Schalker Angreifer bemühten sich, fanden aber kein Mittel gegen die ausgeruhte und taktisch gut gestaffelte Kölner Defensivabteilung. Und so blieb nicht nur der ersehnte Ausgleich für die junge Schalker Mannschaft aus, sie wurde in der Schlussviertelstunde auch noch eiskalt ausgekontert. Gerhardt (79.) und der unmittelbar zuvor eingewechselte Zoller (84.) trafen zum 0:3 Endstand.

 

Eine solche deutliche und unerwartete Heimniederlage hätte noch vor wenigen Monaten bei den Schalker Fans zu deutlichen Unmutskundgebungen geführt. Die Erfolge der letzten Wochen und die beherzte Spielweise der jungen Schalker Mannschaft haben jedoch den Kredit bei den Fans wieder deutlich ansteigen lassen. Zwar verließen einige Unverbesserliche nach dem zweiten Treffer der Kölner fluchtartig die Arena; die Mehrheit stellte sich indes trotz ihrer Enttäuschung mit demonstrativem Applaus und „Wir sind die Fans, die auch zu Dir stehn, wenn Du verlierst…“ hinter ihren Verein. Man hörte Aussagen wie „Das musste ja mal wieder passieren“,  „Breitenreiters Weg ist richtig, auch wenn es Rückschläge gibt“ oder „Platz 3 zur Länderspielpause hätten wir doch alle unterschrieben, auch wenn wir gerne Lüdenscheid-Nord überholt hätten“.  André Breitenreiter hob diesen tollen Schulterschluss bei seiner Gratulation an die Kölner hervor: „Dass unsere Fans die Mannschaft nach einem 0:3 mit Applaus aus dem Stadion verabschiedet haben, finde ich stark. Es war uns allen klar, dass die Siegesserie leider irgendwann einmal reißen würde.“

In deutlichem Gegensatz zur Zufriedenheit der Schalker Fans mit dem sportlichen Schalker Kurs stand der Frust, wie Schalker Heimfans mittlerweile bei „Risikospielen“ behandelt werden: Es werden regelrechte „No Go Areas“ errichtet, zu denen sie keinen Zutritt haben. So war beispielsweise Parkplatz E vollständig für Gästefans reserviert, der östliche Zugang zum Eingang Ost 2 war ebenfalls den Kölnern vorbehalten. Die zahlreichen Schalker, die normalerweise Parkplatz E nutzen, mussten notgedrungen auf andere Parkplätze ausweichen, wo sie nach Spielende teilweise bis zu zwei Stunden brauchten, um die Autobahn zu erreichen. Auch der Übergang von Parkplatz 7 zum Arenaring war gesperrt; das Clubheim schloss früher und der Eingang Ost 2 wurde von aufwändigen Trennwänden mit Sichtschutz und einer Vielzahl von Polizisten und Ordnungsdienstlern in einen Schalker und einen Kölner Bereich abgetrennt.

 

 

Gäste überall...

Doch es war nicht in erster Linie der Gedanke, dass den Schalker Auswärtsfahrern in keinem anderen Stadion in vergleichbarer Weise zu Lasten des Heimpublikums der „rote Teppich“ ausgerollt wird, der die Gemüter erhitzte. Für den meisten Verdruss sorgte die Tatsache, dass strikt darauf geachtet wurde, dass auch ja kein Königsblauer die Reservate der Geißböcke betrat – während sich hingegen in nahezu allen eigentlich den Schalkern vorbehaltenen Bereichen munter rotgewandete Gäste tummeln konnten. Schalker, die ihre gewohnten Routen gehen wollten, mussten zum Teil längere Umwege in Kauf nehmen, weil ihnen die Sicherheitskräfte rigoros den Zutritt verweigerten. FC-Fans hingegen durften sämtliche Zuwege und Bereiche der Arena nutzen und sogar den Bereich hinter der Nordkurve durchqueren. Ob auf dem Arenaring oder im Clubheim, in den Dauerkartenblöcken oder an den Verpflegungsständen:  Überall waren Kölner mit von der Partie.

Auch wenn das Verhältnis zwischen Schalkern nicht zuletzt aufgrund der Fanfreundschaft der Kölner Ultraszene mit dem ungeliebten Nachbarn aus dem östlichen Ruhrgebiet und der Fäkalienwürfe vor einigen Jahren als durchaus angespannt bezeichnet werden kann: Es darf nicht sein, dass das schlechte Benehmen der Kölner dazu führt, dass Schalker in der eigenen Arena Auflagen bekommen, während die Gäste ihren königsblauen Mitmenschen in ihrem „Wohnzimmer“ massiv auf den Zeiger gehen dürfen. So löblich es ist, dass der FC Schalke 04 auf absurde Maßnahmen wie willkürliche Kürzungen des Auswärtskontingentes und den Zwang zu bestimmten Anreisewegen verzichtet, so unausgewogen ist das momentane Vorgehen. Fantrennung kann, wenn sie nötig ist, nicht nur einseitig gegen eine der beteiligten Fangruppen durchgesetzt werden – und man kann auch Gästen zumuten, ihren Teil zu einem friedlichen Fußballspiel beizutragen.

 


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30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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