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Torwart auf Schalke
Ein kleiner königsblauer Liebesbrief an Ralf Fährmann

Ralf Fährmann, Torwart. (Foto: Torsten Mannek/mannek pixls)
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Gelsenkirchen – Ralf Fährmann ist Torwart. Er ist Schalker Torwart. Und Kapitän der Königsblauen. Es braucht wenig andere Gründe für Susanne Hein-Reipen, dem Torwart ein paar warme Worte mit auf den Weg zu geben...

Lieber Ralle Fährmann,

ich bin doch keine Maschine“ hast Du nach der Niederlage in München gesagt. Nein, das bist Du nicht – und wir Schalker wollen auch keinen fehler- und seelenlosen Roboter im Tor. Wir sind froh, dass wir einen Kapitän aus Fleisch und Blut und mit einem Schalker Herzen haben!

Dass Du gegen Bremen und in München nicht Deine allerbesten Tage hattest, weißt Du selber. Du hast nicht um den heißen Brei herumgeredet, sondern Dich sofort nach dem Spiel bei der Mannschaft entschuldigt, dass Dein Patzer Werder wieder ins Spiel gebracht hat. Dass unser Coach Domenico Tedesco das halb scherzhaft, halb ernst mit „ich bin ja froh, dass auch Ralf Fährmann mal Fehler macht, das zeigt, dass er menschlich ist“ kommentiert hat, zeigt bereits, dass Fehler von Dir einen ziemlichen Seltenheitswert haben.

In Bezug auf Presseartikel, die idiotische Titel wie „Die Fährmann-Flatter“ oder „Flutscht Schalke Europa weg“ tragen oder verbale Amokläufe in den sozialen Netzwerken empfehle ich Dir dringend, Dir einmal „Lasse reden“ von den Ärzten in Maximallautstärke reinzupfeifen: Die Leute, die sich jetzt an  Deinen Fehlgriffen weiden, sind dieselben, die Dich sofort wieder als Fußballgott abfeiern, wenn Du den nächsten Elfer hältst. Bei anderen Clubs wäre das kaum eine Meldung wert, aber Schalke polarisiert halt so schön, da wird ständig zwischen den Extremen hoch- und runtergeschrieben, das bringt Quote.

Bester Torhüter der Hinrunde

So kurzlebig solche Betrachtungen sind, so langlebig sind Deine Leistungen und Verdienste für unseren Verein im Gedächtnis der allermeisten Schalker abgespeichert. Noch in der Hinrunde bist Du von den Bundesligaspielern zum „besten Torhüter“ gewählt worden; in den vergangenen zweieinhalb Jahren gehörtest Du regelmäßig zu den notenbesten Schalkern. Auch wenn es in der Mannschaft sportlich ziemlich holprige Phasen gab: Auf Dich war immer Verlass, Du hast uns oft genug „den Arsch gerettet“, wie man im Ruhrpott sagt. In Amsterdam beispielsweise hätten wir im Hinspiel eine bitterböse Klatsche bekommen, wenn Du nicht überragend gehalten hättest. Nicht umsonst hat Domenico Tedesco Dich zum Kapitän gemacht, nicht umsonst wirst Du immer wieder für die  Nationalelf ins Gespräch gebracht.

Ich hoffe, dass es nicht genau diese Hoffnung, vielleicht noch auf den Zug zur WM 2018 aufspringen zu können, ist, die Dich momentan Deine Souveränität kostet. So sehr ich es Dir gönnen würde, ein solch großes Turnier miterleben zu dürfen: Ein mental unbelasteter und 104 % auf Schalke fokussierter Ralle ist mir wichtiger! Und es scheint leider so, dass Schalker beim Bundestrainer in erster Linie dann willkommen sind, wenn er ihnen zu einem Wechsel in den Süden raten kann…

Schalke im Herzen

Apropos Wechsel in den Süden: Ich habe ebenfalls nicht vergessen, dass Du 2009 nur deshalb zur Frankfurter Eintracht gewechselt bist, weil mit dem fast gleichaltrigen Manuel Neuer das Schalker Tor auf Jahre hinaus besetzt zu sein schien – doch Du hast Dir eine Ausstiegsklausel für Schalke in den Vertrag schreiben lassen und bist mit fliegenden Fahnen zurückgekommen, als „Horst Heldt ihn vom Interesse der Bayern unterrichtet hat“. Und auch wenn wir Schalker schon mehrfach bitter erfahren mussten, dass selbst vermeintlich in der Wolle gefärbte Ur-Knappen bei lukrativen Angeboten das Berger Feld verlassen: Wenn ich mein gesamtes Geld darauf setzen müsste, dass einer auch bei sportlich und finanziell verlockenden Offerten Schalke die Treue hält, stände Dein Name auf dem Wettschein.

Wir Fans sind bisweilen etwas misstrauisch, wenn Spieler unser Wappen küssen oder sich mit Fanartikeln schmücken, weil wir nicht genau wissen: Steckt da wirklich echtes Herzblut hinter oder möchte sich da jemand nur beliebt machen? Aber wenn Du in Hannover im gleichen „Nordkurve in Deiner Stadt“-Shirt zum Warmmachen rauskommst, in dem kurz zuvor tausende Schalker durch die Straßen marschiert sind, bist Du einer von uns. Und nach dem Wahnsinns-Derby, der Wappenklopfer vor der durchdrehenden schwarzgelben Südtribüne, großes Kino.

Mund abputzen, weitermachen

Doch Du bist nicht „nur“ Kapitän und Vorzeigeschalker, Du hast Dich auch sportlich immer weiter verbessert und sehr hart an deinen Abschlägen und Deiner Spieleröffnung gearbeitet. Auch wenn es mit dem Ball am Fuß vermutlich nicht mehr ganz zu Messi reichen wird, bekommen wir mittlerweile sogar beim 104. Rückpass auf Dich keinen Herzkasper mehr. Und auf der Linie und vom Elfmeterpunkt aus muss selbst der beste Stürmer erst einmal an Dir und Deinen Reflexen vorbeikommen.  

Fehler von Torhütern werden auch deshalb höher aufgehangen als andere, weil sie in der Regel zu Gegentoren führen. Isso. Christian Heidel hat sofort unmissverständlich klargestellt, dass Dir keiner einen Vorwurf macht und es erst recht keine Torwartdebatte gibt. Oder auf gut Ruhrpöttisch: Auffe Schnauze fallen ist keine Schande, nur liegenbleiben darfze nich‘. Ich bin sicher, dass Du am Samstag noch mehr als sonst auf den Rückhalt der Nordkurve bauen kannst und Dich wieder aus Deinem kleinen Tief herausarbeiten wirst.

Glückauf,

Deine Susanne

 


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1Hannover00:000
1Hertha BSC00:000

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