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Der bittersüße Spielbericht
Für Rudi Assauer: Schalke schießt sich ins Pokal-Viertelfinale

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Der Schock kommt am frühen Abend: „Mister Schalke“, Managerlegende Rudi Assauer ist tot. Trotzdem ist er auf Schalke allgegenwärtig – und die Mannschaft zeigt ganz in seinem Geiste ihre beste Offensivleistung und fertigt Fortuna Düsseldorf auch in dieser Höhe verdient mit 4:1 (1:0) ab. Susanne Hein-Reipen über Trauer, Tore und einen sehr speziellen Fußballabend.

Zunächst sieht alles nach einer ganz normalen Pokalbegegnung aus: Staus auf den Autobahnen im Ruhrgebiet, Absperrungen noch und nöcher auf den Parkplätzen, jede Menge Polizei, Bratwurst, Bierchen, Fußballdiskussionen. Doch knapp zwei Stunden vor dem Anpfiff macht plötzlich die Nachricht die Runde, dass Rudi Assauer im Alter von 74 Jahren verstorben sein soll. Plötzlich wird das Spiel vollkommen nebensächlich. Das „soll“ in den ersten kurzen Pressemeldungen lässt zunächst noch einen Hauch Hoffnung, dass es sich um eine miese Falschmeldung handeln möge, aber die Berichte werden immer mehr, immer konkreter.

Mr. Schalke ist tot

Es gibt wohl keinen Schalker, der jetzt nicht mindestens einen dicken Kloß im Hals hat. Und sehr vielen schießt beim Weg zur blau und weiß strahlenden Arena durch den Kopf, dass diese ohne den Mut des Manns mit der Zigarre nicht hier stände.

In Rudis „Wohnzimmer“ dann die traurige Gewissheit: Die Stimme von Stadionsprecher Dirk ist hörbar belegt, als er die Zuschauer begrüßt und verkündet, dass die Gerüchte sich leider bestätigt haben und Rudi seiner schweren Krankheit erlegen ist. Der Verein verzichtet daher vollständig auf das übliche Vorprogramm, stattdessen soll es später eine Ansprache und eine Schweigeminute geben. 

Die Zuschauer sind wie paralysiert, sogar in der bereits gut gefüllten Nordkurve herrscht gespenstisches Schweigen. Die Großfahnenträger, die ansonsten das Einlaufen der Torhüter und der Mannschaft untermalen, stehen still mit ihren Fahnen Spalier, in der Kurve fehlen Fahnen völlig, viele hängen ihren Erinnerungen an Rudi nach. Nur der ebenfalls gut gefüllte Gästeblock – knapp 6.000 Fortunen vereint unter einem großen Banner „Vereint gegen Betretungsverbote“ – gefällt sich darin, die Stille auszunutzen, um mehrmals lautstark „Scheiße 04“ zu plärren. Danach ist ihm die abgrundtiefe Verachtung der Schalker in der Arena für diese Geschmacklosigkeit sicher – hoffentlich schießen wir die Fortuna dafür aus der Arena!

Legenden sterben nie – Ruhe in Frieden, Rudi

Auch die Aufstellungen gehen ungewohnt sachlich über die Bühne, obwohl die Schalker Startelf mit den Neulingen Matondo und Bruma, Kutucu und Fährmann ansonsten Stoff für reichlich Diskussionen böte. Tedesco schickt zunächst eine Viererkette mit Caligiuri, Sané, Bruma, Oczipka ins Rennen, davor stehen McKennie und Bentaleb. Etwas vorgezogen agieren Uth, Serdar und Matondo, Kutucu ist die Spitze.

Das Licht geht aus, das Steigerlied wird inbrünstig und ohne die sonstige Untermalung geschmettert. Keine Fahnen in der Nordkurve, kein Video auf dem tiefschwarzen Würfel. Zum Vereinslied „Blau und Weiß, wie lieb ich Dich“ gehen zigtausende Schals hoch, die Fahnen hingegen ruhen weiter aus Respekt vor Rudi. Die Fortunen nerven wieder rum mit einer obendrein auf Schalke abgekupferten Version von „Keiner mag uns“. 

Beide Mannschaften kommen mit Trauerflor aufs Feld, in der Nordkurve erscheint ein einziges schwarzes Banner „Legenden sterben nie – Ruhe in Frieden, Rudi!“ Auf dem Würfel wird ein typischer Assauer mit dickem Stumpen im Mund eingeblendet. Als sich alle Spieler und das Schiedsrichtergespann am Mittelkreis aufgestellt haben, ergreift Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies das Wort, ebenfalls hörbar betroffen. Seine kurze Rede – „Ohne Rudi wären wir alle nicht hier,Rudi ist der Architekt des modernen Schalke“ - spricht nahezu allen Schalkern aus der Seele, in der anschließenden Schweigeminute könnte man eine Stecknadel fallen hören, sogar der Gästeblock hält wenigstens kurz einmal die Klappe.  

Der Frieden ist jedoch nur von kurzer Dauer, dann lodert der komplette Unterrang der Gästekurve in einer großen Pyroshow auf und macht sich auch akustisch lautstark bemerkbar, wird aber von der Nordkurve mit einer dröhnenden Schleife „Schalke 04“ niedergebrüllt. Der Qualm wabert noch lange Richtung Spielfeld.

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Samstag, 27. April, 15.30 Uhr
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Tabelle

31. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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