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Unangenehmes Nachspiel zum Derby BVB - S04
Fußballfan, jung, männlich = Gewalttäter?!

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Sportlich war das 4:4-Revierderby in Dortmund ein grandioses Spektakel, neben dem Platz gibt es jetzt jedoch ein sehr unangenehmes Nachspiel: Alle Schalker, die wegen Umgehung des Anreisekonzepts vorübergehend von der Polizei eingekesselt wurden und so das Spiel des Jahres verpassten, haben nunmehr noch einen Eintrag in die Datei „Gewalttäter Sport“ bekommen – vorausgesetzt, sie sind männlich und unter 50 Jahre alt.

Aufgrund der starken Rivalität der beiden Ruhrgebietsvereine und der fantrennungsmäßig problematischen Infrastruktur am Signal-Iduna-Park spricht sich die Dortmunder Polizei bereits seit Jahren im „Arbeitskreis Derby“ für Kürzungen des Gästekontingents und ein striktes Anreisekonzept aus. Schalker, die ihre Mannschaft im Derby unterstützten wollen, sollen demnach ausschließlich entweder mit dem Busshuttle der Königsblauen oder per Sonderzug zum Dortmunder HBF anreisen und sich zum Stadion eskortieren lassen.

Dauerstreitthema Anreisekonzept vs. Recht auf freie Anreise

Diese Vorgaben passen naturgemäß nicht jedem, der gerne sein Transportmittel frei wählen, individuell anreisen oder schlicht nicht von der Polizei begleitet werden möchte; aus diesem Grund wurde das derby 2015 boykottiert. Auch gab es beispielsweise beim Derby 2016 Lücken im Sicherheitskonzept, die dazu führten, dass selbst Schalker, welche die Vorgaben befolgten, sich zahlreichen Flaschenwürfen ausgesetzt sahen. Das Schalker Fanprojekt nahm seinerzeit ausführlich Stellung zu den Problemen und regte einen offenen Dialog an.

Dementsprechend machten sich im November 2017 knapp 700 Ultras bzw. ihnen nahestehende aktive Fans per PKWs auf den Weg nach Dortmund, wurden jedoch bei Kontrollen in der Kuithan- und Rheinischen Straße festgesetzt. Dabei wurde auch „Passivbewaffnung“ wie Sturmhauben und Mundschützer und einige BVB-Fanartikel ungeklärter Herkunft sichergestellt; die Fans wurden polizeilich erfasst und postwendend mit dem Zug zurück nach Gelsenkirchen verfrachtet, ohne das Stadion gesehen zu haben.

Haben Fußballfans weniger Rechte als andere Bürger?

Zusätzlich zu dem Frust, das Jahrhundertderby mit der furiosen 4-Tore-Aufholjagd verpasst zu haben, kommt nun noch ein Eintrag in die berüchtigte „Datei Gewalttäter Sport“ der zentralen Polizei-Informationsstelle Sport (ZIS) für alle erfassten dort erfassten Schalker – wenn sie männlich und unter 50 Jahre alt sind.

Warum die Differenzierung nach Alter und Geschlecht und nicht beispielsweise nach dem Besitz der Passivbewaffnung vorgenommen wurde, ist unklar – und sehr fragwürdig, da der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz derlei Unterscheidungen nach dem „Gießkannenprinzip“ ohne sachlichen Grund verbietet.

Zudem gilt in Deutschland das Recht der persönlichen Freizügigkeit, selber entscheiden zu können, wie und wann man sich wohin begibt – bei Fußballfans ist genau das eine „konspirative Anreise“, die u. a. mit Stadionverboten geahndet wird… Dieses Recht wird durch die Sanktionierung jeglicher Verstöße gegen ein polizeiliches Anreisekonzept massiv beschnitten. Fanprojekte und –bündnisse kritisieren bereits seit langem, dass Fußballfans oft ohne ausreichende Rechtsgrundlage Einschränkungen und Repressalien ausgesetzt sind.

Eintrag in die Datei Gewalttäter Sport – und die Folgen

Ein Eintrag in die Datei Gewalttäter Sport kann viele nachteilige Folgen von verschärften Personenkontrollen bis hin zu Meldeauflagen und Ausreiseverboten während sportlicher Großereignisse haben. Der Repressionsfonds Nordkurve rät daher allen Betroffenen, zeitnah gemeinsam gegen die Eintragung vorzugehen und eine entsprechende Anfrage bei der ZIS zu stellen.

 


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34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3492:286484
2Schalke 043453:371663
3Hoffenheim3466:481855
4Dortmund3464:471755

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