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Kommentar
"Geisteskrank, Freiwild": Echt jetzt, Bayern?

Hoeneß, Rummenigge... zusammen gegen alles Böse. (Foto: dpa)
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Nach den foulbedingten Ausfällen von Coman und Rafinha fordern die Verantwortlichen des FC Bayern München vor der Begegnung auf Schalke lautstark von den Schiedsrichtern besseren Schutz ihrer Spieler. Susanne Hein-Reipen hält das für einen schlechten Witz. Ein Kommentar. 

„Abgestellt werden“ müsse die ach so harte Gangart der Gegner gegen die armen Bayern-Spieler, fordert Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Und da seien „der DFB und insbesondere die Schiedsrichter gefragt, die Spieler zu schützen.“ In dasselbe Horn stoßen Präsident Uli Hoeneß mit Aussagen wie „vorsätzliche Körperverletzung“ und „Bellarabi ist geisteskrank und gehört drei Monate gesperrt“ und Trainer Niko Kovac, der das Gefühl hat, „dass wir Freiwild sind“.

Ich halte das Gejammer der Bayern nicht nur für vollkommen übertrieben und lächerlich, sondern für den gezielten Versuch, die Schiedsrichter noch  mehr zugunsten des Rekordmeisters zu beeinflussen als diese es bereits seit Jahren ohnehin sind! Die Kampagne der Bayern-Bosse zielt klar darauf ab, dass die Schiedsrichter im Hinterkopf haben, dass den armen, armen bajuwarischen Stars ja so übel mitgespielt wird und man deshalb den bösen Gegenspielern ganz genau auf die Finger bzw. Füße schauen muss.

Freibrief statt Freiwild?

Damit wir uns nicht missverstehen: Wirklich brutale Fouls sollen entsprechend hart geahndet werden - aber bitte unabhängig von der Vereinszugehörigkeit von Täter und Opfer! Und da sah es leider in der Vergangenheit eher so aus, als hätten die Bayernstars einen Freibrief: Ob Riberys ständiges Gefuchtel im Gesicht des Gegners, Robbens Fallsucht oder die keinesfalls zimperliche Gangart von Vidal oder Rafinha: Wo Spieler anderer Vereine bereits für weniger unter die Dusche gemusst hätten, kamen Bayern oft straflos davon. Und Hoeneß wurde nicht müde, anerkennend von „Kriegern“ oder „Agressive Leadern“ zu sprechen.

Treter in den eigenen Reihen zu feiern und beim Gegner Zeter und Mordio zu schreien, ist Doppelmoral vom Allerfeinsten! Wenn Bellarabi „geisteskrank“ ist, was wäre dann Oliver Kahn gewesen...? Seine Kung-Fu-Attacken, seine Ausraster, man möchte sich gar nicht vorstellen, was Hoeneß dazu gesagt hätte, wenn er statt im Tor der Bayern auf der Gegenseite gestanden hätte. Aber so? „Wir kennen doch unseren Olli, hähä, ist halt immer voll motiviert!“

Nicht nur Kahn, auch Klaus Augenthaler genießt bei Bayern immer noch Heldenstatus. Seine brutale Sense, die Rudi Völler ein halbes Jahr aufs Krankenbett schickte (und übrigens nur mit Gelb geahndet wurde), kommentierte Hoeneß kaltschnäuzig mit „Wir müssen uns daran gewöhnen, dass Fußball ein Männersport und nichts für Klosterschüler ist!“ Auch Kovac ließ noch im Vorjahr, auf die körperbetonte Frankfurter Spielweise angesprochen, lapidar verlauten, Fußball sei halt „Kampfsport, zu dem Körperkontakt und Zweikämpfe dazugehören.“ Ansonsten sollte man eine andere Sportart spielen...

DFB ist gefragt

Deshalb, liebe Bayern: Heult leiser! Ihr werdet nicht öfter oder brutaler gefoult als andere Mannschaften. Eure Spieler sind ebenfalls keine Unschuldsengel. Denkt an Eure eigenen Worte: Fußball ist, hey, ein Männersport. Und Ihr seid überdies in der Lage, Ausfälle besser zu kompensieren als jede andere Mannschaft.

Und lieber DFB: Wie die Bayern ganz richtig sagen, Du bist gefragt. Und zwar darin, nicht auf das scheinheilige „unsere armen Stars müssen vor den bösen minderbemittelten Tretern geschützt werden“ hereinzufallen, sondern dieser Beeinflussung klar entgegenzutreten und deutlich zu machen, dass gleichmässig und ohne Sonderrechte gepfiffen wird. Von anderen Vereinen würdet Ihr Euch auch nicht vorschreiben lassen, wie Ihr zu pfeifen habt.
In diesem Sinne: Auf eine faire Partie, die auf dem Platz und nicht von maulenden alten Männern oder durch sie beeinflussten Schiris entschieden wird!
 

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Mainz 052627:45-1830
14Augsburg2637:47-1025
15Schalke 042627:44-1723
16Stuttgart2626:56-3020
17Hannover2624:61-3714

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