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Der Tyyyypisch-Schalke-Spielbericht
Grottenkick ist Nebensache: Schalkefans feiern Huub Stevens, Sascha Riether und sich selbst

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Die schlechteste Schalker Saison seit Ewigkeiten endet mit einem gruseligen 0:0 gegen den VfB Stuttgart – doch wer nun glaubt, frustrierte königsblaue Fans würden die Mannschaft aus der Arena pfeifen, ist schief gewickelt. 90 Minuten ausgelassene Party enden mit ein paar Seitenhieben gegen die Nachbarn aus Lüdenscheid und vor allem einem rauschenden Abschied für Huub, Buyo, Asa und Sascha Riether. Susanne Hein-Reipen über das königsblaue Paradoxon…

Passables Wetter, Saison lebend und ohne Abstieg überstanden – das reicht den Schalker Feierbiestern, um die einschlägigen Treffpunkte und Locations schon weit vor dem letzten Spiel gegen den VfB Stuttgart in eine Partymeile zu verwandeln. Ob Bosch oder Schacht 6, Busparkplatz oder Clubheim: Überall erleichterte Schalker, die die ablaufende Saison schöntrinken bzw. runterspülen.

Auch einige Stuttgarter mischen sich in den gutgelaunten Pulk. Hochdeutsch können sie nicht, trinken schon. Aus den Lautsprechern dröhnt neben viel Malle-Mukke auch „Wir fahren weit, wir trinken viel, wir verlieren jedes Spiel...“, was glatt für beide Mannschaften als Überschrift der Spielzeit durchgehen könnte.

Einmal Schalker, immer Schalker – danke für Euren Einsatz, Huub und Buyo!

Auf den Treppen zur Arena stehen wieder die Jungs mit den Eimern für die Choreospenden und viele Schalker lassen sich nicht lumpen, durften sie doch noch vor zwei Wochen die wunderbare Choreographie zum 75. Geburtstag von „Malocher - Macho - Manager“ Rudi Assauer bewundern.

In der Arena wird vor dem I/K-Block ein großes Banner „Einmal Schalker, immer Schalker – danke für Euren Einsatz, Huub und Buyo!“ aufgehängt und es gibt wohl keinen Schalker, der das nicht unterschreibt! Bei Quatscher Dirk am Mikro glänzen derweil Torsten „Kassalla!“ Legat und Boxer Klaus Täuber.

Tschöööö, Sascha!

Dann heißt es Abschied nehmen: Sascha Riether beendet seine Karriere endgültig – und wird mit lautstarken Sprechchören gefeiert, auch wenn er auf Schalke lange Zeit bestenfalls Ergänzungsspieler war. Tadelloser Sportsgeist, Einsatz und Bescheidenheit kommen halt an auf Schalke! Seine Abschiedsrede ist kurz, kommt aber von Herzen: Schalke ist etwas ganz Besonderes und er wird immer im Herzen Schalker bleiben!

Auch Jeffrey Bruma bekommt zum Ende seiner Leihe Blümchen und eine Collage von den Vorständen Jobst und Schneider überreicht und winkt artig ins Publikum.

Abschied nehmen müssen die Schalker auch von den jüngst verstorbenen Ex-Spielern Walter Zwickhofer (94) und Mike Möllensiep. Insbesondere der frühe Tod des Eurofighters „Mölle“, der nur 43 Jahre alt wurde, macht viele Schalker betroffen. Auch die rund 5.700 Stuttgarter in der mit 61.676 Zuschauern ausverkauften Arena stellen sofort ihren Support ein, danke dafür!

Eingetragener Verein

Zum Steiger- und Vereinslied bietet die Arena dann wieder ein herrliches blau-weißes Wimmelbild. Zur Verlesung der Schalker Aufstellung – Huub beginnt seinen wohl letzten Auftritt als Trainer mit Nübel, McKennie, Stambouli, Timotheou (Bundesligadebüt, weil Nastasic muskuläre Probleme hat), Caligiuri, Oczipka, Rudy, Serdar, Boujellab, Embolo und Burgstaller – und dem Einlaufen der Mannschaften erscheint in der Nordkurve ein riesiges Transparent mit der Aufschrift „EINGETRAGENER VEREIN“.

Danach gibt es eine Durchsage an einen Hundebesitzer, der seinen Schäferhund im heißen Auto zurückgelassen hat – entweder sofort zum Auto oder die Scheibe wird eingeschlagen! Pfiffe für diese Rücksichtslosigkeit gibt es obendrein.

Überall hagelt es Tore, nur auf Schalke nicht

Beide Kurven beginnen sofort, ihr Team lauthals nach vorne zu schreien. Die Nordkurve singt „jeden Tag und jede Nacht blauweiße Lieder…“, die Schwaben kontern mit Vau-Eff-Bee! Und mitten hinein in „Schalke ist die Macht“ platzt das erste Tor auf fremdem Geläuf: Bayern führt gegen die Frankfurter Eintracht, mutmaßlich das erste bajuwarische Tor, das auf Schalke lautstark bejubelt wird, denn die drölfzigste Meisterschaft der Münchener erschiene vielen Schalker weniger ätzend als jubelnde Schwarzgelbe. Ein höhnisches „Wer wird deutscher Meister...? BVB Borussia. NICHT!“,  „Wer nicht hüpft, der ist Borusse“ und „Attacke, Dortmund ist…“ gibt’s gratis obendrauf.

Die Szene darf als durchaus symptomatisch gelten, denn die Spielstände aus den anderen Stadien sind weitaus interessanter als das Geschehen vor der eigenen Nase. Nach verhaltenem Beginn haben die Gäste bald mehr vom Spiel und den vermeintlichen Führungstreffer, doch Gomez steht im Abseits (16). Als er darüber erbost den Linienrichter anschreit, gibt’s „Mario Gomez ist ein H*rensohn“ von der Nordkurve, die ansonsten mit „Ins Stadion geh’n, im Pappbecher Bier“, „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“, dem Mythos vom Schalker Markt und „Schalke ist der geilste Club der Welt“ erheblich mehr gute Laune versprüht als dieses Spiel eigentlich verdient hat. Neben vielen, vielen Fahnen, darunter auch mal wieder die Gedächtnisfahne für Fabian, sind auch etliche nackte Oberkörper zu bewundern.

Pro 15.30 Uhr!

Die spielerische Qualität bleibt weiter sehr überschaubar, ein Baumgartl-Kopfball und ein noch von Kapitän Stambouli abgefälschter Schuss von Didavi verfehlen den Kasten von Alexander Nübel nur knapp. Für Schalke versucht sich Burgstaller nach einer knappen halben Stunde an mehreren Torschüsschen. Spannender bleiben die stetig hereinschneienden Ergebnisse aus den anderen Stadien, ein echtes Argument, möglichst viele Spiele „Samstag 15.30“ stattfinden zu lassen.

Die gute Laune der Nordkurve ist trotzdem ungebrochen, auch die Stuttgarter Auswärtsfans sind supporttechnisch Gegner und keine Opfer. Ein blaues Spruchband „Egal welche Strafe zu egal welcher Zeit – kein Verbot kann uns aufhalten“ wird musikalisch mit „Schalke! Kämpfen! Siegen!“, „Schalke nur du alleine“, Eine Stadt erstrahlt in Blau“ und „Wer kreist so wie ein Falke?“ untermalt.

Mit Pfiffen und einigen dicken Stoßseufzern – GOTTSEIDANK geht es um nichts mehr! - geht es in die Pause. „Das Sommerfußball zu nennen, wäre eine arge Beleidigung für den Sommer“ grinst ein Schalker. Aber hey, noch 45 Minuten, dann haben wir es geschafft! Immerhin: Der Hund wurde unbeschadet aus dem heißen Auto befreit und „Kirsche“ kann für die Abteilung Fanbelange ein positives Fazit der Spielerempfänge und der Anti-Sexismus-und-Homophobie-Ausstellung „Schwule Fotzen“ im Schalke-Museum ziehen. Außerdem gibt es Hinweise auf die große Fanfete von Blue Charity am 6. Juli in der Glückauf-Kampfbahn und die Shuttlebusse in die verbotene Stadt zum U 19-Halbfinal-Rückspiel im Stadion Rote Erde am kommenden Montag.

Borussia wird’s heut‘ nicht mehr und schuld daran sind wir…

Stuttgarts Cheftrainer Willig startet mit einem Doppelwechsel in den zweiten Durchgang, Stevens verzichtet zunächst auf personelle Maßnahmen. Der K-Block grüßt per Transparent „Der FCN steigt wieder auf“ nach Nürnberg, die Ultras GE nach Italien: „Auch in stürmischen Zeiten stets an unserer Seite – Vielen Dank, Brüder, Mille, Grazie, Fratelli!“ geht nach Salerno. Und gemeinsam wird noch akustisch nach Enschede rübergewunken. Fanfreundschaften olé!

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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