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Wechsel?
Hände weg von Julian Draxler!

Wohin geht's für Julian Draxler? (Foto: Hein-Reipen)
Jung und alt beisamme... von Raul lernte Draxler noch einiges. (Foto: Hein-Reipen)
Einst wollte Felix Magath, dass sich Draxler ganz auf Fußball konzentriert. (Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Ja, die Sommerpause ist lang. Ja, der Boulevard braucht täglich ein neues Borstenvieh, das man durchs Dorf treiben kann. Und ja, Julian Draxler hat eine Ausstiegsklausel. Genau an diesem Punkt lohnt sich aber ein genauerer Blick...

Das Schalker Eigengewächs, das 2001 aus der  Jugend des SSV Buer kam, hat vor zwei Jahren seinen Vertrag bis 2018 verlängert. „Mit Stolz und Leidenschaft“, so verkündeten es mäßig gelungene Marketing-LKWs allen, die es hören wollten (oder auch nicht, da die Werbelaster auch durch die für Schalker unaussprechliche Stadt in der Nähe von Lüdenscheid rollten), werde er weitere fünf Jahre in königsblau auflaufen. Gleichzeitig wurde die spektakulär anmutende Ausstiegsklausel publik: 45,5 Millionen Euro müsste ein Verein jeweils zum 30.6. einer Saison lockermachen, um die Nummer 10 der Schalker abzuwerben.

Seitdem ist viel geschehen; aus dem unbekümmerten 17-jährigen Knappen, der Schalke 2011 nur Sekunden nach seiner Einwechslung in der Verlängerung gegen den 1. FC Nürnberg mit einem Traumtor ins Pokalhalbfinale knallte und danach freudestrahlend in die Mikrofone sprudelte, ist ein gestandener Bundesligaprofi geworden. Mit 21 Jahren kann er u. a. bereits auf 116 Ligaspiele und 23 Einsätze in der europäischen Königsklasse zurückblicken, zudem gehörte er mit 14 Einsatzminuten beim historischen 7:1-Sieg gegen Gastgeber Brasilien zur Weltmeistermannschaft 2014.

Dennoch verlief seine Karriere nicht so strahlend und gradlinig, wie es nach seinem fulminanten Start von vielen Beobachtern auf dem Berger Feld prophezeit wurde. Formschwankungen, Positionswechsel und Verletzungen, ein Unterarmbruch, ein Muskelfaserriss und zuletzt ein Sehnenanriss, der ihn mehr als die Hälfte der Spiele der Bundesligasaison 2014/2015 kostete, bremsten „Jule“ immer wieder aus.

Positionswechsel

Auch mannschaftsintern musste der Träger des begehrten Trikots mit der Nummer 10 häufig um die Spielmacherposition kämpfen; von verschiedenen Trainern wurde er bevorzugt auf Linksaußen eingesetzt, während der zwei Jahre jüngere Max Meyer im Zentrum ran durfte.  Zahlreiche Schalker hatten zudem den Eindruck, dass ihm sein väterlicher Freund und Vorbild Raùl mehr fehlte, als sich alle Beteiligten eingestehen wollten. Zuletzt zauberte das Duo mit einer wunderbaren Koproduktion bei Raùls großer Abschiedsgala gemeinsam das „Tor des Jahres 2013“.

So unstet die sportliche Entwicklung verlief, so penetrant hielten sich in dieser Zeit die Wechselgerüchte um den gebürtigen Gladbecker: Mal wollte ihn Arsene Wenger angeblich unbedingt zu Arsenal lotsen, dann sollte Bayern München um seine Dienste buhlen; auch Manchester City wurde massives Interesse und Quasi-Handelseinigkeit nachgesagt. Draxler seinerseits schwärmte unverhohlen von Real Madrid. Favorit für einen Wechsel in der Sommerpause 2015 war Juventus Turin, deren aufgestocktes Angebot 15 Millionen Euro zuzüglich 9 Millionen Bonuszahlungen betragen soll.

Trainer André Breitenreiter hat bereits ausgesprochen, was viele Schalkefans denken: Draxler solle bleiben und bitte einmal ein verletzungsfreies Jahr hinweg beweisen, was alles in ihm steckt, wenn der Verein keine „brutale Offerte“ erhalte. Weitaus drastischer noch drückte es ein beleibter Schalkeanhänger in der Halbzeit des Saisoneröffnungsspiels gegen Twente Enschede aus: Einfach mal Fresse halten und Leistung zeigen! Draxler trug in diesem Match nach einer ausgesprochen guten Offensivleistung im Testspiel gegen den FC Porto über weite Strecken lediglich sein Trikot spazieren und eine mäßig begeisterte Miene zur Schau, bevor der Chefcoach ein Einsehen hatte und Leroy Sané brachte.

Es ist höchste Eisenbahn, das alljährliche Sommertheater um Julian Draxler zu beenden!

Auch oder gerade weil eine in die Welt hinaus posaunte Ausstiegsklausel immer ein wenig von „Preisschild auf dem Arsch“ hat: Darauf stehen 45,5 Millionen – für alles unterhalb dieser Summe sollte Horst Heldt bestenfalls ein müdes Lächeln und eine klare Absage übrig haben. Derzeit ist offenbar kein Verein bereit, für Draxler so tief in die Tasche zu greifen. Und Schalke ist kein „Popelverein“ mehr, der es klaglos hinnehmen muss, wenn Finanzakrobaten aus der italienischen oder spanischen Liga mit schlicht unverschämten Angeboten an seinen Stars rumbaggern. 

Das ständige Hickhack hilft vielleicht den Boulevardblättern beim Füllen des Sommerlochs, Ruhe in die Mannschaft oder Konzentration Draxlers darauf, die bestmögliche Leistung für Schalke abzurufen, bringt es nicht. Im Gegenteil: Es nervt!  Verträge, Summen und Wechselfristen sind keine Deko für die Mannschaftstoilette, sondern sollten eingehalten werden. Zudem wäre selbst bei der vollen Ablösesumme äußerst fraglich, ob Schalke zu diesem Zeitpunkt auf dem Transfermarkt noch adäquaten Ersatz bekäme, welcher der Mannschaft trotz Versäumens der kompletten Vorbereitung weiterhelfen könnte.

Spätestens, ach was, allerspätestens zum anstehenden Pflichtspielstart sollten daher alle Akteure von Draxler selbst über Trainer Breitenreiter bis Sportvorstand Heldt an einem Strang ziehen und Wechselgerüchte rigoros unterbinden. Wenn es Draxler dann gelingt, eine gute Saison mit dem FC Schalke 04 zu spielen, werden die Angebote in der nächsten Sommerpause für beide Seiten deutlich besser ausfallen und können rechtzeitig von allen Beteiligten geprüft werden.

Aber jetzt heißt es erst einmal: Schicht im Schacht - Kumpel Draxler antreten zur Maloche!

 


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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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