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Der Eskalations-Spielbericht
Horrorkick treibt Schalke-Fans aus dem Stadion und auf die Barrikaden

(Foto: Hein-Reipen)
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Mainz – Der FC Schalke 04 verliert nach einer indiskutablen zweiten Halbzeit auch in dieser Höhe verdient mit 0:3 beim FSV Mainz 05. Der Auftritt der Schalker Mannschaft ist so blutleer, dass es Beschimpfungen, Pfiffe und Bierbecher hagelt; die Ultras Gelsenkirchen verlassen gar vorzeitig das Stadion, normalerweise ein absolutes No-Go.  Susanne Hein-Reipen über ein Spiel direkt aus der Fußballhölle.

Eigentlich fängt der Fußballmittag ganz harmlos an: Die Sonne strahlt auf Mainz hinunter, auch wenn der Wind noch recht kalt ist. Die Ordner sind auf Zack, sodass das Parken an der nahegelegenen Uni trotz Trödelmarkt (!) ziemlich reibungslos verläuft und die Mainzer Feuerwurst – jetzt auch als Currywurst erhältlich – hat nix von ihrer legendären Qualität eingebüßt.

Heidel, Narrenkappen und Mainzelmännchen

Am Würstchenstand bieten einige Meenzer einer Schalker Männertruppe aus Herne Freibier an, wenn sie Heidel zurückbekommen – noch ahnt keiner, was sich im Lauf des Spiels herumschweigen wird. Der Mainzer Fanshop bietet Mainzelmännchen und Karnevalsbedarf satt, von der Narrenkappe über das Karnevalstrikot bis zum Clownskostüm bleibt kein Wunsch offen. Auch draußen merkt man, dass es „das letzte Heimspiel vor Fastnacht“ ist, nicht wenige Mainzer Fans sind bereits kostümiert unterwegs.

Den Auswärtsmob aus dem Ruhrpott lässt derlei modische Verirrung eher kalt, schließlich ist man mit einem königsblauen Trikot plus Schal allzeit gut gekleidet. Als unbedingt empfehlenswert werden allerdings die Toilettenhäuschen außerhalb des Stadions empfunden, sucht doch nicht nur der weitgereiste Auswärtsfan eine legale Pinkelmöglichkeit an den Parkplätzen und Bierbuden auf Schalke vergebens.

Die Kontrollen am Gästeeingang sind bekannt kleinteilig, sogar königsblaue Sticker müssen abgegeben werden, womöglich würde ja sonst der eine oder andere im Stadion „vergessen“. Die Anwesenheitskontrolle findet im Tunnel unter dem Stadionumlauf statt und ist nichts für Klaustrophobiker oder Frostbeulen.

Das grüne Grauen ist zurück

Als die Schalker Mannschaft zum Warmmachen rauskommt, folgt der nächste Mecker: Obwohl Mainz in rot-weiß antritt und Schalke somit problemlos in blau oder hellgrau auflaufen könnte, wird das gecko-grüne Ausweichtrikot gewählt, dem nach Meinung vieler Fans das Pech förmlich auf den Hacken klebt. 

Da die Mainzer Fans fairerweise auf das in vielen Stadien übliche „Arschloch-Gebrülle“ bei Verlesung der Aufstellung der Gäste verzichten, können die knapp 5.000 Schalker unter den nur 26.005 Zuschauern wie zuhause die Aufstellung ihres Teams ausrufen. Domenico Tedesco beginnt heute mit Nübel, Bruma, Sané, Nastasic, Caligiuri, Oczipka, Mascarell, Bentaleb, Rudy, Uth und Skrzybski. Begeisterung löst diese Formation nicht unbedingt aus, dennoch dröhnt das „Schalke!!!“ weithin hörbar durch die Opel-Arena. 

Auch die Mainzer Fankurve mit Bannern unter anderem der „Meenzer Metzger“ und der „Sektion Bruchweg“ ist gut drauf und schickt ein „Hier regiert der FSV!“ herüber, das prompt mit „Hurra, hurra, die Schalker die sind da!“ beantwortet wird. Danach verschlägt es den Schalkern kurzfristig die Sprache, da sie eigentlich dachten, sie wären beim Fußball - Schunkelmusik der Marke „Am Rosenmontag bin ich geboren, am Rosenmontag in Mainz am Rhein, bis Aschermittwoch bin ich verloren..“ deutet aber stark auf eine Karnevalssitzung hin. Auch das in Liverpool abgekupferte „You’ll never walk alone“ gefällt den verwöhnten Schalker Geschmacksnerven nicht, weshalb „Ihr seid nur ein H*rensohnverein“ zurückgeschickt wird. 

Mainz kauft Schalke schnell den Schneid ab

Für Erheiterung im Gästeblock sorgen zwei Feuerwehrmänner, die es sich vor dem Block sichtlich gemütlich machen – ist das hier so üblich oder befürchten die Meenzer am helllichten Tag eine Wiederholung der Pyro-Show vom letzten königsblauen Gastspiel…? Statt Bengalos gibt es jedenfalls Fahnen und die Ansage „Auf geht‘s Schalke kämpfen und siegen“ und „Eine Stadt erstrahlt in blau…“.

Die erste Viertelstunde ist das Spiel relativ ausgeglichen, Torannäherungen von Skrzybski, Bentaleb und Uth stehen Chancen von Bell, Donati und dem Ex-Schalker Latza gegenüber. Mit zunehmender Spieldauer gelingt es Mainz aber mit einfachen Bordmitteln, frühem Pressing und größerer Aggressivität, den Schalkern mehr und mehr Spielanteile abzunehmen und so ist trotz unermüdlicher Anfeuerung des Gästeanhangs mit „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“, „Asoziale Schalker“ und „Wenn wir unsre Stimme heben, sollst Du immer alles geben“ die Führung nur eine Frage der Zeit.

In der 18. Minute ist es dann passiert: Caligiuri, in Abwesenheit von Fährmann und Stambouli mit der Kapitänsbinde unterwegs, verliert den Ball an Latza, der bedient Onisiwo und dieser vollstreckt unhaltbar für Nübel in die rechte untere Ecke. Der Stadionsprecher schreit seine Freude raus.

Der Support der Heimkurve des Eff! Ess! Vau! legt sofort einige Dezibel zu, die mitgereisten Schalker Fans lassen sich jedoch noch nicht entmutigen und stimmen „Schalke! Kämpfen! Siegen!“, „Wir lieben alle nur den FC Schalke“ und „Jeden Tag und jede Nacht“ an. Auf dem Rasen drängt Mainz Schalke immer weiter in die Defensive und hat durch Ujah und Boetius die Möglichkeit, die Führung auszubauen. Schalke wird nur bei Standards ansatzweise gefährlich, doch Freistöße von Caligiuri und Oczipka bringen zwar kurzzeitige Entlastung, aber keinen Treffer. Mit „Schalke 04, für jetzt und alle Zeit“ geht es in die Pause.

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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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