Der FC Schalke 04 auf Twitter & Facebook

Unser Service... Schalke-Artikel exklusiv auf Twitter @westline_s04 und Facebook

Der Es-ist-zum-Wahnsinnigwerden-Spielbericht
Lachen, weinen oder schreien? Schalke kämpft und verliert gegen Manchester City

(Foto: Hein-Reipen)
8

Gelsenkirchen – Am Ende wissen weder die Schalker Spieler noch die Fans, ob sie lachen, weinen oder vor Wut schreien sollen. Zwar hätten vor dem Spiel die meisten eine ehrbare knappe Niederlage gegen den haushohen Favoriten durchaus unterschrieben, nach langer 2:1-Führung und in Überzahl fühlten sich die beiden späten Gegentore aber symptomatisch für eine über weite Strecken verkorkste Saison wie miese Tiefschläge an. Susanne Hein-Reipen hat mitgefiebert und –gelitten…

Championsleague in Gelsenkirchen, eine europäische Größe zu Gast – an diesem Abend gibt es kaum einen Schalker, der sich nicht fragt, wann er das das nächste Mal erleben darf. Die mit zahlreichen Bannern beworbene „Road to Madrid 2019“ zum Finale werden wohl andere beschreiten, eine erneute Qualifikation für das internationale Geschäft ist nach dieser Seuchensaison kaum zu erwarten.

No Colours, many Colours

Auf dem Würfel prangt ein großes „Welcome“, Quatscher Dirk hat noch einen perfekt englischsprachigen Co-Moderator zur Seite stehen, der auch die knapp 3.000 Gästefans in der mit 54.417 Zuschauern komplett ausverkauften Arena begrüßt. 323 Sitze mussten aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

Auffällig ist: Der Gästeanhang hat keine einzige Fahne oder Banner und nur wenige Schals am Start – ein Ausfluss der englischen „No Colours“-Politik, dass Farbentragen zumal in einer Stadt wie Manchester mit zwei rivalisierenden Vereinen oft nicht gerne gesehen ist? Für Bundesliga-gewohnte Betrachter, wo selbst Retortenvereine auswärts ihre Fahnen zusammenkratzen, ist ein äußerlich überhaupt nicht erkennbarer Gästeblock jedenfalls sehr ungewöhnlich.

Das exakte Gegenteil bietet die trotz der ungeliebten Bestuhlung gut gefüllte Nordkurve: Dort sind nicht nur tonnenweise blau-weiße Fanutensilien zu sehen, auch die Fanfreunde von Twente und US Salernitana sind mit Abordnungen und Fahnen vertreten. Insbesondere die hohe dunkelrote „Ultras Centro Storico“-Fahne der Italiener fällt auf.

Der Abend der Ex-Schalker

Ein kleiner Einspielfilm mit ein paar ausgesucht tollen Schalker Toren soll eigentlich den Gästen zeigen, dass auch auf Schalke Fußball gespielt wird; als „Nebenwirkung“ seufzen viele Schalker, sie können es doch eigentlich…

Danach gibt es ein kleines Erklärbär-Video über den Videoschiedsrichter, dessen Einführung in der CL die UEFA von der Saison 2019/2020 in das Achtelfinale vorgezogen hat. Wie auch in der Bundesliga, soll dieser nur in ganz bestimmten Fällen eingreifen – ob sich die europäischen Unparteiischen besser daran halten als die deutschen Referees…?

Dann eine Überraschung: Eingespielt wird ein geiles Tor eines Schalkers in Bremen, der Torschütze schmeißt sich lachend auf den Bauch. Das ist doch…?!? Ja, es ist Emile Mpenza, der vor knapp 20 Jahren gemeinsam mit Ebbe Sand DAS Schalker Sturmduo stellte, das Schalkefans bis heute die Tränen der Begeisterung in die Augen treibt. Der Belgier, immer noch mit Kampfgewicht, stellt sich danach den Fragen von Dirk und macht artig Gutwetter: Die grandiosen Schalke-Fans hätten ihm so viel Wärme gegeben, dass er im Herzen immer noch Schalker sei.

Ein anderer Ex-Schalker findet sich überraschend statt auf dem Platz auf der Bank der Gäste wieder: Leroy Sané fehlt in der Startaufstellung von ManCity, bekommt aber trotzdem anerkennenden Applaus vieler Schalker, die stolz auf den Weg des Knappenschmiedeabsolventen sind.

Die Nordkurve macht Dampf

Als die Mannschaften nach dem Aufwärmen wieder in die Kabinen gehen, flitzt Rabbi Matondo noch über den Platz und sammelt Bälle ein, die Nordkurve intoniert schon mal ein lautstarkes „Auf geht’s Schalke kämpfen und siegen!“ Das Steigerlied gibt es mit gewaltigem Stimmeinsatz, aber leider im Hellen, eine Verdunkelung würde eine saftige UEFA-Geldbuße nach sich ziehen. Genauso lautstark und mit zigtausenden Schals wird das Vereinslied rausgebrüllt, dann folgen „Hier regiert der S 04!“ und „macht sie alle, schießt sie aus der Halle!“, bevor die offizielle CL-Hymne ertönt.

Bei der Schalker Aufstellung dann wieder ein kleiner Fremdschäm-Moment. Bereits seit Wochen gibt’s Pannen bei der Anzeige auf dem Würfel: Bilder passen nicht zum Spieler, andere tauchen angeblich gleichzeitig auf dem Rasen und der Bank auf. Heute mit der Nummer 29 angeblich auf der Bank: Na-na-na-Naldo, bekanntlich vor gut sechs Wochen zum AS Monaco abgewandert. Trockener Kommentar eines Schalkers: „Der Kollege sollte mal weniger saufen!“

Naldo spielt natürlich nicht, stattdessen beginnt Domenico Tedesco mit Fährmann, Bruma, Salif Sané, Nastasic, Caligiuri, Oczipka, Serdar, Bentaleb, McKennie, Mendyl und Uth. Einhellige Meinung: „Oh, Betonmischen“ – und warum zur Hölle stürmt Linksverteidiger Mendyl, wenn mit Burgstaller, Skrzybski, Harit und Co. fast ausschließlich gelernte Offensivkräfte einsatzfähig in der Hinterhand sind?!

Erwarteter Beginn

Das Spiel beginnt erwartungsgemäß mit vorsichtigen Schalkern und überlegenen City—Spielern, schon nach wenigen Minuten hagelt es mehrere Ecken für die Gäste. In der 7. Minute muss sich Fährmann gaaaanz lang machen, um einen Kopfball von Aguero noch über die Latte zu bugsieren.

Die Nordkurve ist indes wild entschlossen, die Mannschaft bedingungslos zu unterstützen. „Vorwärts Schalke, kämpfen und siegen!“ und „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid!“ erreichen eine beeindruckende Lautstärke, auch der Wechselgesang SCHALKE!-NULLVIER! mit der Südkurve fluppt anders als noch am Wochenende sofort wunderbar. Und die Stadt erstrahlt so blau, blauer geht’s nicht!

Auf dem Platz fluppt es nur bei den Himmelblauen super, die zum Teil wunderschöne Ballstafetten zeigen. „Abwehrschlacht“ ächzt ein älterer Herr im Raul-Trikot, als de Bruyne das Leder wieder einmal gefährlich in den Sechzehner bringt. Und in der 18. Minute ist es dann passiert: Obwohl Uth nach einem Schlag von Laporte schreiend in der gegnerischen Hälfte liegenbleibt, marschiert City nach vorne – und Fährmann klärt zu Sané, statt den Ball ins Aus zu dreschen. Der Senegalese steckt jedoch mitten im Getümmel und verliert den Ball sofort an Silva, der den Ball mundgerecht für Aguero vorliegt. 1:0, Sch….ade.

Der Wahnsinn hat einen Namen: Schalke

Die Kurve schüttelt sich einmal frustriert – musste datt sein, Ralle? -, stellt dann aber auf „Jetzt erst recht! Wir gegen den Rest der Welt!“ um. „Steht auf“, „Attacke“ und „Auf geht’s Schalke schieß ein Tor!“ lautet die Devise.

Und tatsächlich: Nach wenigen Minuten findet Schalke wieder besser in die Spur und hat durch einen gefährlichen Aufsetzer von Uth (25.) die erste echte Torchance. Das Spiel ist jetzt deutlich ausgeglichener.

  • Seite 1: Lachen, weinen oder schreien? Schalke kämpft und verliert gegen Manchester City
  • Seite 2: Totgesagte leben länger

 


Lade Forenbeiträge...
Zurück zur Übersichtsseite

Nächstes Liga-Spiel

Bundesliga, 27. Spieltag
Hannover 96 - FC Schalke 04
Sonntag, 31. März, 15.30 Uhr
Liga-Spielplan | Schalke-Spielplan
Kader | Schalke-Forum

Weitere Schalke-Termine

  derzeit keine weiteren Termine  

Tabelle

26. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Mainz 052627:45-1830
14Augsburg2637:47-1025
15Schalke 042627:44-1723
16Stuttgart2626:56-3020
17Hannover2624:61-3714

FC Schalke 04