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Der GEht-doch-Spielbericht
Make Schalke great again! Über Kampf zum Heimsieg gegen Hannover

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Mit einer klaren Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit und den ersten Schalker Stürmertoren seit in Gelsenkirchen die Saurier grasten gewinnt Schalke 04 das „Krisenspiel“ gegen Hannover 96 verdient mit 3:1. Susanne Hein-Reipen über Videobeweise, platzende Knoten und feiernde Fans.

Das Pokalspiel in Köln unter der Woche war nix für Fußball-Ästheten, dennoch pilgern 61.959 Zuschauer, darunter gut 2.500 aus Hannover, unverdrossen in die Gelsenkirchener Arena. Begrüßt werden sie von Quatscher Dirk und Maskottchen Erwin im Partnerlook: Der diesjährige „Ugly Christmas Sweater“, die schaurigste Versuchung, seit es blaue Pullover gibt, ist angesagt.

Alex-Nübel-Ultras

Die ganze Arena liegt bereits im Schatten der sinkenden Sonne. Die ganze Arena? Nein, als kleines gallisches Dorf, als Licht in der Finsternis leuchtet das Nordkurvenbanner noch hell. Ein Omen? Der Gästeblock zieht derweil das „Kind muss weg“-Banner gegen den ungeliebten Clubchef auf.

Während sich die Mannschaften warmmachen, gibt’s Werbung satt: Für das letzte CL-Gruppenspiel gegen Lokomotive Moskau mit den beiden beliebten Ex-Schalkern Höwedes und Farfan gibt’s noch Karten, das Weihnachtssingen braucht Zuschauer und die NationsLeague kommt nach Gelsenkirchen. Die dazugehörigen Flyer „glückauf, die Mannschaft kommt“ mit einem hübschen Bildchen der Ex-Schalker Sané und Kehrer ernten jedoch nur Hohn und Spott: „Viel zu dick aufgetragen!“ und „plötzlich hat Jogi den Leroy lieb oder watt?“ sind noch die harmloseren Kommentare.

Lieb haben die Schalker hingegen Ersatztorwart Alexander Nübel, der in Köln hervorragende Nerven bewies und den Elfmeter von Marco Höger parierte: Ein Banner der „Alex Nübel Ultras“ grüßt aus der Nordkurve.

Make Schalke great again!

Auch Weston McKennie hat seine Fans: „Weston, you make Schalke great again“ lautet die textile Huldigung an ihn, dennoch steht der so Umschwärmte nicht in der erneut kräftig durcheinandergewirbelten Startelf. Trainer Tedesco beginnt heute mit Nübel, Stambouli, Sané, Nastasic, Caligiuri, Bentaleb, Schöpf, Serdar, Harit, Uth und Embolo. Aus den Lautsprechern dröhnt derweil „Highway to hell“, das beschreibt den in Köln gezeigten Fußball recht gut.

Hoffnung macht, dass noch nie (!) ein Bundesligaspiel gegen Hannover mit 0:0 endete, die Heimbilanz gegen die Nie4dersachsen ist ebenfalls gut. Zu Steiger- und Vereinslied verwandelt sich die Nordkurve wieder in ein prächtiges Fahnen- und Doppelhaltermeer, dazu gibt es ein Banner „Gegen Materialverbote in Berlin und überall“.

Kauft euch die Welt, wie sie Euch gefällt 

Das Spiel beginnt von beiden Seiten recht defensiv, weder Tedesco noch Schalkes „Ex“ Breitenreiter möchte sich ein frühes Tor fangen. Auch Sportvorstand Christian Heidel und sein Amtsvorgänger Horst Heldt sitzen mit sehr angespannten Mienen auf den Bänken. 

Außer einigen frühen und fruchtlosen Ecken passiert zunächst nicht viel, Zeit für beide Fankurven, sich bemerkbar zu machen. Während die Nordkurve sich an „Eine Stadt erstrahlt in Blau“, „Attacke“, dem Wechselgesang Schalke – Nullvier! mit der Südkurve und „Wir kommen aus Gelsenkirchen“ versucht, schießt der Gästeblock mit einem großen Banner „Kauft euch die Welt, wie sie Euch gefällt“ weiter gegen Kind, doch die Aufschrift ist aufgrund der vielen Fahnen davor kaum zu entziffern.

Immer Ärger mit dem Videoschiedsrichter

Nach knapp zwanzig Minuten nähert sich Hannover erstmals an Nübel an, doch der kann Felipes Kopfball mühelos entschärfen. Auf der Gegenseite bleibt den Schalkern der Torjubel im Hals stecken, denn Mark Uth stand beim vermeintlichen 1:0 offenbar 4 Millimeter im Abseits. Ein kräftiges „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“, „Geh‘n mit Dir auf jede Reise“ und „Schalke 04 für jetzt und alle Zeit“ treibt die Mannschaft aber wieder nach vorne.

Dann der Aufreger der ersten 45 Minuten: Zweikampf zwischen Uth und Elez, der Schalker stürzt im Strafraum zu Boden, Schiedsrichter Markus Schmidt zeigt sofort auf den Punkt – dann meldet sich jedoch der Kölner Keller und die Entscheidung wird wegen angeblichen Stürmerfouls von Uth revidiert. Den Schalke Fans gefällt das nicht, „Scheiß DFB“ und „Ihr macht unsren Sport kaputt, Ihr Wixxer“ dröhnen durch die Arena.

Entsprechend bescheiden ist die Stimmung bis zur Pause, zumal sich Nastasic im Gegenzug eine Gelbe einfängt und der fleißige, aber bis dahin glücklose Uth zwei weitere Chancen versiebt. Zum Glück nutzt auch Bebou seine Chance aus kurzer Distanz nicht, so dass es mit 0:0 und einigen entnervten Pfiffen zum Pausentee geht.

Welchen Bentaleb hätten’s denn gerne?

In der Pause gibt’s Glühwein, Fanbox und von Thomas „Kirsche“ Kirschner u. a. den Ausblick auf die Pokalauslosung und das CL-Heimspiel gegen Galatasaray Istanbul am kommenden Dienstag, für das wegen der großen Zahl türkischer Gästefans besondere Sicherheitsbestimmungen gelten. Der Fanbrief wurde eigens dazu auch ins Türkische übersetzt.

Die Erwartungen an den zweiten Durchgang sind bescheiden: Bitte irgendwie den Ball einmal über die Linie würgen – doch es kommt anders. Und besser! Unter dem Banner „Nazifreie Zone GE“ ertönt zunächst „Auf geht’s Schalke, kämpfen und siegen!“, dann legen die „Ruhrpottkanaken“ los. Und dann gibt es tatsächlich einen Elfmeter, an dem der Videoassistent nichts zu meckern hat, obwohl die Berührung Tschauners an den Füßen des heranstürmenden Uths ziemlich zärtlich ausfällt. Nun gut, vielleicht eine klitzekleine Konzessionsentscheidung für die erste Halbzeit?

Bentaleb schnappt sich den Ball – die Frage ist: Welcher Bentaleb tritt dort an? Der, der im Köln den Elfmeter in der regulären Spielzeit souverän verwandelt hat – oder sein böser Bruder, der den vermeintlich entscheidenden Elfer beim Elfmeterschießen schwach und arrogant genau mittig vor Horns Füße geschoben hat…? Es ist Dr. Jekyll und so haut Bentaleb den Ball humorlos und unhaltbar in die rechte untere Ecke. 1:0 (57.), jaaaaaa! Blau und Weiß ein Leben lang!

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Tabelle

18. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Freiburg1822:28-621
13Düsseldorf1821:34-1321
14Schalke 041720:24-418
15Augsburg1826:31-515
16Stuttgart1814:38-2414

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