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Vertragspoker auf Schalke
Max Meyer – als Lückenbüßer viel zu schade!

Max Meyer. (Foto: Torsten Mannek/Mannek pixls)
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Gelsenkirchen – Max Meyer trägt seit seinem 14. Lebensjahr Königsblau und hat sich in dieser Saison endgültig zu einem absoluten Leistungsträger und Stammspieler gemausert. Trotzdem ist noch völlig ungeklärt, ob er auch in der nächsten Saison für den FC Schalke 04 aufläuft. Susanne Hein-Reipen über die Entwicklung von Dribbel-Mäxchen zum Strategen vor der Abwehr – und den möglicherweise entscheidenden Punkt der Vertragsverhandlungen.

Pottjunge

Max Meyer ist ein echtes Ruhrpottkind: Geboren im September 1995 in Oberhausen, kommt er von seinem Heimatverein Sardegna Oberhausen über die Jugendabteilungen von Rot-Weiß Oberhausen und des MSV Duisburg im Sommer 2009 in die Knappenschmiede. Dort trumpft er trotz überschaubarer Körpergröße (offiziell 1,73 Meter…) mit seinen technischen Fähigkeiten dermaßen überzeugend auf, dass er bereits mit knapp 16 Jahren in der U 19 eingesetzt wird und 2012 die deutsche A-Juniorenmeisterschaft feiern darf. Zudem wird er zweimal mit der Fritz-Walter-Medaille in Silber ausgezeichnet.

Gelungener Start im Profikader

Auch bei den Profis gelingt Meyer ein Traumstart: Mit kaum 17 Jahren beruft ihn Huub Stevens im Oktober 2012 erstmalig in den Kader, das Debüt folgt knapp vier Monate später unter Jens Keller. Und wie: Beim Auswärtsspiel in Mainz gelingt Meyer direkt eine Torvorlage zum Ausgleichstreffer durch Michel Bastos. Beim Gang in die Kurve strahlt er wie ein Kind unter dem Weihnachtsbaum.

Und die Schalker schließen den kleinen Rechtsfuß, der sich beim Futsal das technische Rüstzeug geholt hat, den Gegner notfalls „auffem Bierdeckel“ auszudribbeln, sofort in ihr Herz. Nicht nur die Fans, auch die sportlich Verantwortlichen setzen große Hoffnungen in das Eigengewächs: Manager Horst Heldt verzichtet trotz guter Leistungen des von Dynamo Kiew ausgeliehenen Raffael auf dessen Verpflichtung, um Meyer nicht den Weg zu verbauen. Mehr noch: Bereits im Sommer 2013 bekommt Max Meyer die Rückennummer 7, die nach dem Abgang von Superstar und Raùl ein Jahr zuvor eigentlich nicht mehr vergeben werden sollte. Ein großer Vertrauensvorschuss!

Und es sieht zunächst so aus, als könnte „Mäxchen“ alle großen Erwartungen erfüllen: Unter Jens Keller, dem selbst seine größten Kritiker attestieren, dass er junge Spieler fördert, wird er in der folgenden Saison zum Stammspieler, der auf der begehrten Zehnerposition oft sogar dem zwei Jahre älteren und körperlich robusteren Julian Draxler vorgezogen wird. Sein Vertrag wird zunächst bis 2017, dann bis 2018 verlängert; er wird zu „Gelsenkirchens Sportler des Jahres“ gewählt.

Max Meyer. (Foto: Torsten Mannek/Mannek pixls)
Max Meyer. (Foto: Torsten Mannek/Mannek pixls)
Max Meyer. (Foto: Torsten Mannek/Mannek pixls)

Erste Enttäuschungen

Als Krönung einer für Meyer und Schalke (Platz 3) erfolgreichen Saison folgt die Berufung des über 60fachen Juniorennationalspielers in den vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft 2014 und das erste A-Länderspiel. Zusammen mit Leon Goretzka, Andre Hahn und Marcell Jansen wird Meyer jedoch aus der Mannschaft gestrichen, die später in Brasilien den Titel gewinnt. Das nächste A-Länderspiel lässt über zwei Jahre auf sich warten.

Auch auf Schalke läuft es nicht reibungslos weiter: Neben Draxler meldet auch „Platzhirsch“ Kevin-Prince Boateng Ansprüche auf die Position hinter den Spitzen an, Max Meyer wird zunehmend auf der linken Seite eingesetzt, wo er seine Stärken nicht optimal ausspielen kann. „Zu ballverliebt, nicht handlungsschnell genug, fällt zu schnell“ lauten die Vorwürfe.

Als Keller für Roberto di Matteo weichen muss, sitzt Meyer zunächst auf der Bank, später darf er wieder auf außen ran. Doch nach acht Monaten ist der Italiener schon wieder Geschichte auf der Trainerbank in Gelsenkirchen, ihm folgt André Breitenreiter. Auch er sieht Meyer bevorzugt auf der linken Außenposition. Bei Olympia in Rio hingegen darf Meyer nach dem Ausfall seines Freundes Goretzka als Kapitän, zentrale Figur und Leistungsträger der deutschen Elf glänzen und gewinnt mit der Mannschaft nach einem dramatischen Finale gegen Gastgeber Brasilien die Silbermedaille.

Zoff mit Markus Weinzierl   

Die souveräne Leistung bei Olympia lässt auch die Schalkefans wieder hoffen, die insgeheim befürchten, dass Meyer der allerletzte Kick, der Biss für den ganz großen Durchbruch fehlen könnte und er wie beispielsweise Alexander Baumjohann als ewiges Talent enden könnte. Doch es kommt anders: Die Saison unter Markus Weinzierl stellt den Tiefpunkt in Meyers Profikarriere dar. Die königsblaue Nummer 7 ist nicht länger gesetzt, sondern kommt häufig nur als Kurzzeit-Joker zum Einsatz. Zum offenen Streit kommt es, als Weinzierl sich nach dem kläglich vergeigten Pokalviertelfinale in München (0:3) aus einer insgesamt vollkommen indisponierten Schalker Mannschaft nur Max Meyer herauspickt und ihn öffentlich scharf kritisiert.

Nach der Saison ist auch für Weinzierl schon wieder „Schicht im Schacht“ auf Schalke, Meyer lehnt trotzdem ein Angebot zur Verlängerung seines Vertrages mit dem expliziten Hinweis ab, dass er mit seiner persönlichen Situation unzufrieden sei und keine Chance sehe, sich weiterzuentwickeln. „Nebenbei“ führt er die deutsche U21 in Polen zum Europameisterschaftstitel gegen die haushohen Favoriten aus Spanien. Das von ihm hochgeladene Video von der Party in der Kabine wird legendär.

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34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3492:286484
2Schalke 043453:371663
3Hoffenheim3466:481855
4Dortmund3464:471755

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