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Kommentar: Nicht meine Mannschaft!
Menschen dürfen Fehler machen – Schalker nicht?

(Foto: dpa)
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Frankfurt – Seit Montag diskutiert nicht nur Fußball-Deutschland über das Treffen von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Ob vom DFB (Präsident Grindel erklärte, die beiden Profis hätten sich „für ein Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen“), aus nahezu sämtlichen Lagern der deutschen Politik oder der Organisation „Reporter ohne Grenzen“: Überall wurde das Handshake-Foto inklusive signierter Trikots scharf kritisiert.

Dennoch wurden beide von Bundestrainer Joachim Löw in das vorläufige Aufgebot für die WM in Russland berufen. Und Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff mühte sich nach Kräften, die Instinktlosigkeit herunterzuspielen: „Die beiden waren sich der Symbolik und Bedeutung dieses Fotos nicht bewusst“ ließ er verlauten. Grindel setzte noch einen drauf: Nur einen Tag nach seiner gerechtfertigten Empörung erklärte er „Menschen können Fehler machen. Wir müssen das Maß wahren.“

An dieser Stelle sträuben sich mir als Schalkerin alle Haare. Vor knapp 10 Jahren flüchtete Kevin Kuranyi in einer Kurzschlussreaktion in der Halbzeit von der Tribüne im Westfalenstadion, weil er dort als Schalker während des Spiels diversen Anfeindungen ausgesetzt war. Eine Aktion, die ohne Löws Reaktion in der Öffentlichkeit bestenfalls als Randnotiz wahrgenommen worden wäre, aber der Bundestrainer kannte trotz Erklärung und Entschuldigung kein Erbarmen: Das könne er nicht akzeptieren und werde Kuranyi in Zukunft nicht mehr für die Nationalmannschaft nominieren. KK bestritt trotz zeitweise sehr guter Leistungen nie wieder ein Spiel im DFB-Dress.

Die Blamagewirkung des Auftritts von Özil und Gündogan war um ein Vielfaches höher.  Weltweit wundert man sich, warum zwei Spieler der deutschen Nationalmannschaft – Migrationshintergrund hin oder her – den türkischen Präsidenten hofieren. Dennoch lässt der DFB am nächsten Tag Milde walten?!

Menschen können Fehler machen, ja. Doch es drängt sich massiv der Eindruck auf, dass dies nicht für alle gilt. Kuranyi handelte spontan und zumindest menschlich nachvollziehbar; der Auftritt von Özil und Gündogan hingegen war geplant und unnötig wie ein Kropf. Möchte der DFB „die Mannschaft“ nicht beschädigen? Hält er Özil und Gündogan für sportlich unersetzbarer als Kuranyi seinerzeit? Oder liegt das Geheimnis der vollkommen unterschiedlichen Abstrafung darin, dass Özil und Gündogan „nur“ Deutschland und den DFB, aber nicht Löw persönlich brüskiert haben…? 

Seitdem die Nationalmannschaft künstlich als „die Mannschaft“ vermarktet werden soll – als ob es in Deutschland nicht hunderttausende anderer Mannschaften gäbe!!! – und ein eigens von oben ins künstliche Leben gerufener Fanclub Nationalmannschaft mit gesponserten Choreos und Klatschpappen für die erwünschte keimfreie Kulisse sorgen soll, gilt für mich ohnehin mehr denn je „Club not Country“.  Das, Herr Löw, ist NICHT meine Mannschaft, wenn sich einige alles erlauben können und andere wegen Kleinigkeiten unbarmherzig abgestraft und gebannt werden!

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3492:286484
2Schalke 043453:371663
3Hoffenheim3466:481855
4Dortmund3464:471755

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