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90 Minuten mit Mike „Buyo“ Büskens
Wenn ich das in den Teich setze, holen sich ein paar Kollegen einen runter!

 

1996 wollte Hansch Rudi Assauer zu dem „Riesen-Bohei“ um die Entlassung von Jörg Berger interviewen, doch der war nicht aufzufinden, weil er bereits nach Holland unterwegs war, um Stevens zu verpflichten. Mulder erklärt, dass es Probleme zwischen Mannschaft und Trainer gab, die schon im April 1996 zur legendären Krisenaussprache in Billerbeck geführt hatten. Danach wurden sechs Spiele gewonnen und die Qualifikation für den UEFA-Cup geschafft, doch „trotzdem war etwas kaputt“. Dennoch: Die Entlassung Bergers trotz Platz 3 sei für ihn überraschend gewesen, denn „der hat uns im Vorjahr noch gerettet. Ohne Berger hätten wir 1997 nicht gewonnen!“ Und  er habe, von Assauer auf Stevens angesprochen, gesagt „Nee, bloß nicht den!“, weil er von ehemaligen niederländischen Mitspielern gehört habe, dass Stevens superstreng sei. „Tja, drei Tage später war er mein Trainer.“

Hansch kommentierte auch das Finale 1997, obwohl eigentlich in der internen Liste des Senders Wontorra dran gewesen wäre. „Ich stand tierisch unter Druck, ich wusste, wenn ich das in den Teich setze, sitzen ein paar Kollegen zuhause und holen sich einen runter!“ Danach wird er wieder ernst und wendet sich an Büskens: Das Gruppenerlebnis mit der 97er Truppe sei „ungeheuer“ gewesen, eine bessere Mannschaft habe Schalke nie gehabt. Mailand sei von den Namen her klarer Favorit gewesen (schräger Seitenblick von Büskens: „Och Werner…!“), aber keine echte Mannschaft, wohingegen „Euer Zusammenhalt jederzeit spürbar war!“

Hansch erinnert sich an das Elfmeterschießen, „ich wurde immer ruhiger, mir ging so viel durch den Kopf“. Er habe daran gedacht, wie er 1973 „unter Zwang“  in die Glückauf-Kampfbahn gefahren wurde, um dort bar jeder Fußballahnung den erkrankten Stadionsprecher zu ersetzen. Prompt kündigte er Torhüter Norbert Nigbur, wie vom Pferderennen gewohnt „mit der Startnummer 1“ an.  „Da spielten Maier, Schwarzenbeck, Beckenbauer, Müller, das ging mir am Arsch vorbei, ich wollte da nie wieder hin. Aber Siebert meinte, ich hätte das nett gemacht und bekäme auch Honorar!“

(Foto: Hein-Reipen)

Warum Huub Stevens Schalke 2002 angeblich wirklich verließ

Als alle UEFA-Cup-Tore über den Bildschirm flimmern, bekommt Buyo leicht feuchte Augen und viele im Publikum eine Gänsehaut. Auf dem Rückflug aus Mailand saß Hansch neben Assauer, der ihm ankündigte, dass ab morgen seine Kraft dem Bau der Arena gelte. „Assauer war spitze, da folgten noch zwei Pokalsiege und die gestohlene Meisterschaft – „von einem Mann, der einen Rückpass exklusiv hatte!“

Was Hansch damals genauso wenig ahnte wie alle anderen Schalker: beim starken Mann Assauer zeichneten sich bereits die ersten gesundheitlichen Probleme ab. Hansch erzählte: 2002 habe Stevens bereits mit Rudi Assauer über einen neuen Vertrag verhandelt – „und am nächsten Morgen wusste dieser nichts mehr davon!“ Auch Stevens habe diese ersten Vorboten der damals noch nicht diagnostizierten Alzheimer-Erkrankung des Managers nicht einordnen könne, habe aber geahnt, dass es bald große Probleme geben würde. „Ich hätte Schalke sonst nie verlassen!“ Damit geht es nach satten 94 Minuten mit einem Hinweis auf die Filmpremiere des Assauer-Films am 04. Mai in „seiner“ Arena erst einmal in die Pause, in der Büskens und Co. begehrte Autogrammschreiber und Fotomotive sind.

Die emotionalste Woche in Büskens‘ Leben

Weiter geht es mit den Pokalsiegen 2001 und 2002. Büskens erinnert sich grinsend „Es hat nie jemand so wenig im Finale gespielt und dann so lange gefeiert!“ Das ist das Stichwort für den langjährigen Schalker Zeugwart Enrico Heil, Buyo den DFB-Pokal aus dem Schalke-Museum zu überreichen. Büskens bedankt sich herzlich bei dem „Schalke-Verrückten“, der ihm vor 20 Jahren schon seine Schalke-Sammlung gegeben habe – und er stutzt Jörg Seveneick zurecht, der wissen möchte, ob die „scheißegal, verloren!“-Party 2005 nicht die Geilste gewesen sei: „Bist Du bekloppt?!? Wenn Du im Finale bist, willste auch gewinnen!“

Zu den Bildern von 2001 und 2002 mit dem von Assauer verbeulten Cup schwelgen alle in Erinnerungen. „Haching und der Meister der Herzen, das war wirklich krass. In der Woche danach war das Trainingsgelände immer voll, da konnte man spüren, welche Energie dieser Verein hat. Vielleicht die geilste Woche die ich je erlebt habe, der Zusammenhalt und die Emotionalität waren unfassbar. Der UEFA-Cup war das Größte, was ich gewonnen habe, aber 2001 war ganz großer Sport!“ 2002 sei dann eher „beschissen“ gewesen, weil er in seinem vermeintlich letzten Spiel nur so kurz ran gedurft hat. „Und das gegen eine Mannschaft, die eigentlich nicht gewinnen konnte, denn es war ja Vizekusen!“

2002 folgte mit dem Abschied von Stevens und sechs Schalker Urgesteinen ein großer Umbruch, auch Büskens wechselte als spielender Cotrainer zu den Schalker Amateuren. „Das war klasse, ich hing als Mittelfeldspieler aus der ersten Liga immer vorne rum!“. Das Ende kam dann nicht ganz freiwillig. „Dann hat‘s mich zerrissen, von alleine hätte ich nicht aufgehört, denn: Spieler sein ist das absolut Größte, als Trainer bist Du letztlich immer der Arsch!“

An seine lebensgefährliche Blutvergiftung 2005 möchte Büskens nicht erinnert werden: „Ich habe ja nicht so viel davon mitgekriegt, ich lag ja im Koma. Themawechsel bitte!“ Auf Nachfrage von Seveneick, ob ein solches Erlebnis die Prioritäten verschiebe, erwidert Buyo, dass man irgendwann wieder im Trott sei, auch wenn er den Ordner mit den vielen Genesungswünschen bis heute in Ehren halte.

Auch als Cheftrainer der Amateure habe er „Riesenspaß“ gehabt, als Interimstrainer der Profis hingegen war die Verantwortung riesengroß, weil an der CL-Qualifikation gut 20 vom Verein dringend gebrauchte Millionen dranhingen. „Da kommt man schon ins Grübeln. Wenn ich meinen Job verliere, kann ich immer noch zweimal am Tag warm essen, aber da hängt ja viel mehr dran. Doch die Jungs wie Kuranyi und Krstajic haben super mitgezogen!“

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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
15Stuttgart43:7-42
16Freiburg34:8-41
17Schalke 0432:6-40
18Bayer 0432:8-60

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