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90 Minuten mit Mike „Buyo“ Büskens
Was hat Leverkusen, was wir nicht haben???

 

Danach wird Büskens richtig wütend: „Wenn einer gerne hier ist, soll er hierbleiben und nicht ewig diskutieren, da kriege ich das Kotzen! Eine Stadt mit 15 % Arbeitslosenquote….! Es gibt doch nicht nur die Schubkarre voller Geld, sondern noch mehr! Ich versteh das nicht… Wieso verlängert einer wie Brand in Leverkusen? Warum ist Leverkusen so geil und hier gehen alle weg? Hier hast Du die Chance, um die CL mitzuspielen, es zu schaffen, einen Trainer, der Dich besser macht…. UND WIR KRIEGEN ES NICHT HIN, DASS EINER VERLÄNGERT??? Was haben die, was wir nicht haben?“ Das soll ausdrücklich „keine Kritik an Heidel sein, aber ich verstehe es nicht!!!“ Donnernder Applaus.

Erfolge in Fürth: „Richtig viel Mensch!“

Der letzte Teil des Abends ist Buyos Zeit bei Greuther Fürth gewidmet. Eigens dafür angereist ist Rachid Azzouzi, damaliger Manager der Kleeblätter und Büskens bis heute freundschaftlich verbunden. „Mir war er etwas suspekt, denn ich hatte Bilder gesehen, wie er gejubelt hat, aber nach den Vorstellungsgesprächen war klar: Nur er kommt in Frage!“ Es sei nicht einfach gewesen, aber Büskens sei „richtig viel Mensch, das spüren die Menschen und deshalb mögen ihn alle!“

Büskens arrangierte sich nicht nur mit „Mr. Fürth“, dem mächtigen Präsidenten Helmut Hack, er schaffte es auch, den zuvor diverse Male knapp gescheiterten Franken „den Glauben zu geben“. Büskens gibt die Komplimente artig zurück, er habe sich in Fürth sehr wohl gefühlt, „da sind Freundschaften entstanden und das ist das, was Fußball ausmacht“. Und er erinnert sich an den Sieg mit dem Underdog – Gesamtetat 13,5 Millionen – auf Schalke. „Die Spieler hatten teilweise nur drei Scheine im Monat, da hast Du als Trainer fast ein schlechtes Gewissen. Und dann spielst Du hier in deinem Wohnzimmer, Gehaltskosten fast dreistelliger Millionenbereich. Ich dachte nur, hoffentlich wird es nicht ganz so bitter und dann wendet sich das Blatt, ein geiler Abend!“ Seveneick wirft dezent ein, das Tor sei schwer abseitsverdächtig gewesen. Büskens versetzt grinsend, dass es ja zum Glück noch keinen Videoassistenten gegeben habe. „Ihr wisst gar nicht, wie schön das ist, nach so einem Spiel hier durch die Räume zu gehen, das war Weltklasse!“

Jeden Tag eine Ansprache

Azzouzi erzählt, dass Buyo in Fürth vor jedem Training eine Ansprache an die Mannschaft gehalten habe, die dann voll motiviert loslegte. Doch die finanziellen Zwänge führten dazu, dass regelmäßig die besten Spieler verkauft werden mussten. „Wir sind leider immer noch ein Ausbildungsverein, eher unscheinbar, wir haben nicht die Strahlkraft von Schalke. Das ist okay, aber ich werde nie deutscher Meister“. Erheiterung im Publikum und dezenter Hinweis von Büskens, dass das jedenfalls in den vergangenen 60 Jahren nicht nur für Fürth gelte.

Auch Azzouzis weiteres Fazit, „Leben ist nicht immer nur Gewinnen, auch verlieren und Wiederaufstehen gehört dazu“ können alle Schalker unterschreiben. Deshalb habe er auch manchmal Probleme damit, was alles in den modernen Fußball reinspiele, aber Momente wie mit Büskens entschädigten für Vieles.

Plädoyer für mehr Geduld mit Trainern: Nicht alles Idioten!

Nach der Zeit in Fürth ging es noch einmal zurück zur Fortuna in die zweite Liga, „obwohl ich auch zu den rheinischen Nachbarn hätte gehen können, der auch Karneval feiert“. Fortuna hatte damals Ambitionen auf den Aufstieg, aber „vieles war mit heißer Nadel gestrickt, es fehlten Geduld und klare Sicht.“ Es sei doch Wahnsinn, dass auch in der aktuellen zweiten Liga mehr als die Hälfte der Trainer zu Saisonbeginn noch nicht auf dem Stuhl saß; auch Schalke sei nach seiner Zeit allein in den letzten 10 Jahren mit Slomka, Rutten, Magath, Rangnick, Stevens, Keller, di Matteo, Breitenreiter und Weinzierl „eher getrieben gewesen“ als etwas zu entwickeln. „Ja, auch Trainer machen Fehler, aber das können doch nicht alles Idioten sein?!“

Seveneick, wie immer durch und durch königsblau und mit sehr viel Fingerspitzengefühl moderierend, möchte wissen, wie oft man sich „das Herz rausreißen kann, bis man keinen Bock mehr auf den Job hat?“ Büskens antwortet, so dürfe man das nicht sehen, wenn man das Spiel liebt, die Arbeit mit jungen Mensche, wie sie sich entwickeln, das Kräftemessen am Wochenende… Fußball sei zudem so schnelllebig, wer wisse schon, was nächste Woche sei? „Ich möchte auf jeden Fall weiter was mit Fußball machen!“

Tedesco macht das perfekt

Azzouzi ergänzt, Büskens könne „jede Erst- oder Zweitligamannschaft trainieren“, er sei ein sehr guter Trainer, die tolle Zeit mit ihm bleibe unvergessen. Büskens: „Es braucht einfach ein paar Leute, die in die gleiche Richtung denken und nicht nach drei Niederlagen austicken.“ Er möchte „ paar Freiheiten haben“, die Sachen zu machen, weil er es wolle und nicht, weil er als Marionette funktionieren müsse.

An dieser Stelle unterbricht ein Zwischenruf, dass „sein“ Real 0:3 gegen Juventus hinten liegt, das Geschehen. Büskens stehen die Haare zu Berge, Seveneick pariert, er habe ihm doch gleich gesagt, dass er die Verlängerung noch gucken könne. Doch ohne Tipp für’s Derby – „meinetwegen ein langweiliges 1:0 für uns, damit die CL bald safe ist“ - kommt Buyo nicht vor den Fernseher. Auch ein Lob für Tedesco – „er macht das einfach perfekt, hat uns die Identität wiedergegeben“ – ist Büskens noch wichtig. „Ich hoffe, dass alle ruhig bleiben und ihm das Erarbeitete nicht zur Hypothek wird, an der er sofort gemessen wird, wenn es mal nicht ganz so gut läuft.“

Seveneick dankt Büskens herzlich, das Publikum spendet langen Applaus für einen weiteren unvergesslichen Schalker Abend, doch das Schlusswort hat Buyo: „ICH möchte mich bedanken. Als ich 1992 hierher kam, hätte ich mir nicht träumen lassen, 2018 Teil einer solchen Veranstaltung zu sein. Danke!“

 


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Tabelle

15. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
11Bayer 041420:25-518
12Freiburg1419:22-317
13Schalke 041415:20-514
14Augsburg1420:23-313
15Nürnberg1414:33-1911

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