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Königsblaue Grüße
Mit Schalke in Sevilla...

(Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)
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Sevilla – „GEhn mit Dir auf jede Reise, fahr‘n mit Dir zu jedem Spiel...“ beginnt ein Schalker Kurvensong. Unsere Autorin Susanne Hein-Reipen nimmt das wörtlich und ist auch beim Schalker Auftritt bei der „Trofeo Antonio Puerta“ in Sevilla dabei. Ihre ersten Eindrücke:

Küsse, Flüche, weiße Schwänze – die besondere Beziehung zwischen Schalke 04 und dem FC Sevilla:

Liebe Schalker,

liebe Mitleser,

bei Huub Stevens hat zumindest der Termin des Spiels beim spanischen Tabellensechsten keine Begeisterung ausgelöst, bei Schalkern Auswärtsfahrern schon. Die Gründe liegen auf der Hand: Stevens hätte gerne auf die Reisestrapazen verzichtet und O-Ton „die ganze Woche volle Kanne trainiert“, um die nur um einige Nationalspieler dezimierte Mannschaft für den Abstiegskampf einzunorden. Für reisefreudige Schalker hingegen ist Sevilla im spanischen Frühling ein geiles Ziel, zumal beide Vereine seit 2006 eine ganz besondere Beziehung pflegen.

Ein magischer Moment

Schalke 04 und der FC Sevilla lieferten sich damals im Halbfinale des UEFA-Cups zwei tolle Fights auf Augenhöhe, bei denen nach dem 0:0 im Hinspiel in der Veltins-Arena und 0:0 nach 90 Minuten im Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán die Entscheidung erst in der Verlängerung fiel. Und darin entwickelte sich einer der magischen Momente, die Fußballfans für Vieles entschädigen: Sevilla gelang durch den erst 21jährigen Antonio Puerta das entscheidende Tor, aber das andalusische Publikum zollte beiden Mannschaften und den Schalker Fans gleichermaßen mit Standing Ovations und Schaaaaaaalke, Schaaaaalke-Rufen Respekt. Absolute Gänsehautatmosphäre!

Im späteren Finale, das Sevilla klar mit 4:0 gegen den FC Middlesbrough gewinnen konnte, wurden in der Sevilla-Kurve auch Schalke-Schals hochgereckt, dazu zählte Schalke zu den ersten Gratulanten. 

 

Herztod mit nur 22 Jahren

Antonio Puerta erlitt ein gutes Jahr später während eines Spiels beim FC Getafe einen Herz-Kreislauf-Stillstand und verstarb. Der tragische Tod des Hoffnungsträgers berührte auch viele Königsblaue, auch der Verein kondolierte - und legte beim folgenden Heimspiel gegen Bayer Leverkusen eine respektvolle Gedenkminute für den jungen Spieler ein, der mit seinem wunderschönen Treffer den Schalker Traum vom zweiten europäischen Finale nach 1997 zunichte gemacht hatte. 

Seitdem tauchen bis heute immer wieder bei europäischen Auftritten von Sevilla und Schalke Schals des Gegners von 2006 auf, in den sozialen Medien werden Gratulationen und Grüße ausgetauscht - und der FC Sevilla rief 2008 die nach Antonio Puerta benannte Trofeo ins Leben, um mit einem Spiel gegen eine ausländische Spitzenmannschaft das Gedenken an den viel zu früh Verstorbenen lebendig zu halten.

Dicke Schmatzer und Verwünschungen

Die Zuneigung für Schalke wird bereits bei der Taxifahrt vom Flughafen in die Stadt deutlich: Der zuvor äußerst brummige Fahrer verwandelt sich bei „we‘re here to join the Antonio Puerta‘s Trophy“ in unseren allerallerbesten Freund, dicke feuchte Schmatzer auf den Kumpel- und Malocherschal inklusive. Das Stadion des Lokalrivalen Betis Sevilla gibt‘s gratis dazu - unser Fahrer springt kurz aus dem Wagen, spuckt dreimal kräftig auf den Boden und zischt etwas, was verdächtig nach Flüchen und Verwünschungen klingt. Damit hätten wir das Verhältnis der beiden lokalen Vereine dann auch geklärt.

Auch bei der Suche nach etwas zu Essen öffnet der Schalke-Schal die Herzen: Selbst wenn wir nur kurz stehenbleiben, um ein hinter Zitronen- und Orangenbäumen verstecktes Straßenschild zu suchen, wird uns sofort freundlich Hilfe angeboten. Läuft. 

Lecker Schwänze, Nekropolen und Lagerfeuer-Kofferräume

Wir landen schließlich in einer urigen Tapas-Bar, in der es sich bereits zahlreiche Spanier gut schmecken lassen. Von der Decke baumeln riesige Schinkenhaxen des berühmten „Jamon Iberico“, es duftet umwerfend nach Knoblauch. Und dass die Speisekarte nur auf Spanisch ist – eine Sprache, in der wir außer Tach, danke, Bier nicht wirklich fit sind – stört doch in den Zeiten der Online-Wörterbücher auch keinen, oder…?

Die ersten Übersetzungen fördern dann allerdings einige Absonderlichkeiten zu Tage: Weiße Schwänze – nun ja -, aber wer bitte möchte galizische Nekropolen und Lagerfeuer-Kofferräume verspeisen?!

Der Wirt ist superfreundlich, sein Englisch hat aber auch noch einige Luft nach oben. Am Ende machen er und zwei hilfsbereite Gäste diverse Phantomimen, um uns die Karte zu erklären – und es ist superlecker, ganz ohne dass wir was Fieses anknabbern müssten. Die pimientos de padron, leckere kleine grüne Peperonis mit Meersalz, und der Absacker gehen sogar aufs Haus.

Azul y blanco! Mit königsblauen Grüßen,

Susanne

 


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Samstag, 27. April, 15.30 Uhr
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Tabelle

31. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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