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Hilfe, datt königsblaue Wohnzimmer brennt!
Rammstein: Geiler Stadiontourneestart auf Schalke

(Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)

Die Arena auf Schalke muss es sein für den Start der ersten Stadiontournee von Rammstein – und über 60.000 Zuschauer gehen nach gut zwei Stunden restlos begeistert und mit klingelnden Ohren nach Hause. Susanne Hein-Reipen ist mittendrin, als Flammenstöße und Bässe das königsblaue Wohnzimmer zum Vibrieren bringen…

Rings um die Arena regiert das Chaos: Anders als bei Schalker Heimspielen, bei denen die meisten Zuschauer ihren Weg auch mit 3 Promille und im Schlaf finden würden, sind viele der aus ganz Deutschland und den Benelux-Ländern anreisenden Rammstein-Fans zum ersten Mal auf dem Berger Feld. Einige Sonderregelungen – der Gelsenwasser-Parkplatz ist für „Bringer und Abholer“ ausgezeichnet, alle Plätze sind gebührenpflichtig, P 7 und die angrenzende obere Reihe von E werden vollends von den Transporttrucks der Monsterbühne belegt – bringen auch Ortskundige ins Schwitzen.

Schwarz ist das neue Königsblau…

Ganz ungewohnt: Schwarzgekleidete Menschen, soweit das Auge reicht. Wo sonst königsblau herrscht, regieren heute Tour-Shirts von Rammstein und diversen anderen Bands aus dem etwas härteren musikalischen Spektrum. Einigen Leibchen sieht man an, dass sie aus den jüngeren und schlankeren Jahren ihres Trägers stammen, aber „solange kein gelb dabei ist, ist alles im Lack!“

Wer sich nicht standesgemäß gekleidet fühlt, findet etliche Merchandising-Shops, die keine Wünsche offenlassen; 75 Euro für einen Hoodie ist allerdings ein stolzer Preis. Auch die Bier- und Würstchenpreise in der Arena sind etwas höher als sonst, dafür ist die Auswahl größer: Auf dem Arenaring kann man unter anderem auch Fischspezialitäten, Süßigkeiten und Cocktails erwerben. Caipirinha olé!

Vorher gilt es allerdings, die Einlasskontrollen zu überwinden: Im Kampf gegen den Schwarzmarkt setzen Rammstein u. a. auf personalisierte Tickets, die mittels Ausweiskontrolle überprüft werden. Der eigentliche Bodycheck fällt dafür deutlich oberflächlicher aus als bei Fußballspielen. „Vermutlich würden ein paar eingeschmuggelte Bengalos hier nicht weiter auffallen“ grient ein offenbar ortskundiger Mittvierziger.

Was. Für. Eine. Bühne!

Der Blick ins Innere der Arena offenbart die gigantische Bühne vor der Südkurve, die Vorfreude steigt weiter. Auch die über den Video-Würfel flimmernden Rammstein-Videos mit viel Flammen, nackter Haut und vielen RRRRRRRRRs tragen das Ihrige bei. Entsprechend schwer ist es für die beiden Musikerinnen der Vorband Jatekok, mit ihren beiden Flügeln die Aufmerksamkeit der nach richtig viel Krach dürstenden Menge zu gewinnen.

Die beiden französischen Pianistinnen sitzen nicht auf der Hauptbühne, sondern einem kleinen „Ableger“ vor der Mitte der Gegengeraden und interpretieren mehrere Rammstein-Songs wie Klavier, Ohne Dich und Seemann auf ungewohnte Art und Weise. Den Ansagen zufolge haben sie Rammstein bei deren legendären Open-Air-Gig in Nîmes kennengelernt und sind very happy, heute in Gelsenkirchen dabei zu sein. „Thank you for your patience!“, okay.  

Der Blick vieler Zuschauer richtet sich derweil nach oben, denn das bis dahin geschlossene Arenadach gleitet langsam zur Seite. Als sich Jatekok gegen 20.10 Uhr mit einem schneidenden „ARE YOU READY FOR RAMMSTEIN?!“ und „Sonne“ verabschieden, kann es nur eine Antwort geben: JAAAA! 

Ein lauter Knall…

Eine knappe Viertelstunde wird nunmehr wieder mit Rammstein vom Band und sehr dezenter Lautstärke überbrückt, dann ertönt klassische Musik, die verdammt an Händels Feuerwerksmusik erinnert. Passt. Passen tut auch der mächtige Kanonenschlag plus erster Explosion auf der Bühne, der Punkt 20.30 Uhr den langersehnten Beginn des Konzerts ankündigt. Unbestätigten Gerüchten zufolge weckt der Schlag sogar auf dem Friedhof Beckhausen einige Zombies auf, laut genug ist er jedenfalls!!!

Die Musiker betreten nach und nach die Bühne; als Opener fungiert „Was ich liebe“ von der neuen CD „Rammstein“. Sänger Till Lindemann kommt als Letzter, gekleidet in ein goldglänzendes Gesamtkunstwerk-Outfit mit Schlangenmuster und …nun ja…. gewöhnungsbedürftiger Frisur: Rötlicher Iro, nach hinten gebürstet. Er putscht das ohnehin begeisterte Publikum zusätzlich auf. Wer kann, kramt nach seinen Ohropax, denn der Sound ist brachial, bombastisch und verdammt laut, Rammstein halt. Wer zu nahe an den Boxen steht, spürt die Bässe in jedem einzelnen Organ.

Das Lied endet mit ein wenig schwarzem Qualm, dann folgt „Links Zwo Drei Vier“, Auf der äußerst wandlungsfähigen Bühne marschiert ein Strichmännchen im Stechschritt zum Rammstein-Logo hoch, das Publikum tobt im Takt. Auch „Sex“, ebenfalls vom neuesten Longplayer, lässt keine Wünsche offen. Komm her… Du willst es doch auch!!!

Zeig Dich!

Die Bühne, die ohne Weiteres bei „Game of Thrones“ mitspielen könnte, und die Lightshow variieren von Song zu Song; nach „Tattoo“ folgt mit „Sehnsucht“ ein echter Klassiker, das Publikum ist textsicher – und hocherfreut, als die Flammenwerfer ein erstes Mal andeuten, was sie alles können. Das macht Lust auf mehr! 

Und es gibt mehr: Bei „Zeig Dich“ wird der Refrain mit kräftigen Flammenstößen sowohl auf der Bühne als auch den im Innenraum verteilten Lautsprechertürmen verteilt. „Gut, dass das Dach auf ist, sonst hätte die Feuerwehr Gelsenkirchen jetzt Großalarm!“ grinst ein Schalker angesichts des Spektakels. Auch bei „Mein Herz brennt“ brennt es natürlich kräftig.

Und dann rrrrrrrrrreiß ich der Puppe den Kopf ab…

Eine abgefahrene Show gibt’s auch zu „Puppe“: Till, der seinen Mantel längst schweißüberströmt in die Ecke gepfeffert hat und seine ansehnlichen Oberarme zeigt, schiebt einen gigantischen silbernen Kinderwagen auf die Bühne. Die darin liegende Puppe mit der Horrormaske von „Schrei“ erweist sich als ziemlich feuerresistent und spuckt am Ende massig schwarzes Konfetti in die Menge. 

Zu „Heirate mich“ leuchtet die Bühne königsblau, viele Nackenmuskeln werden vom Headbangen gestählt. Ruhiger wird es bei „Diamant“, als zahlreiche Feuerzeuge nach oben gehen. Dann folgt ein langes Intro zu „Deutschland“, dessen Video für einen empörten Aufschrei sorgte: Rauch wallt, vier Strichmännchen turnen im Neonlicht herum, das erinnert ein wenig an Kraftwerk in früheren Tagen. Deutschland, Dein Herz in Flammen, will Dich lieben und verdammen… Anschlusstitel ist wie auf der CD „Radio“, doch das Lied kommt live musikalisch deutlich härter rüber!

 

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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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