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Königsblaue Kaderanalyse Teil 3
Schalke 04 im Check: Trainer, Manager, Umfeld – passend wie lange nicht?

(Foto: Torsten Mannek)
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Für sportliche Erfolge müssen nicht nur die Zusammensetzung der Mannschaft auf dem Platz, sondern auch die Rahmenbedingungen stimmen. Susanne Hein-Reipen ist zuversichtlich, dass der FC Schalke 04 auch hinsichtlich der Akteure neben dem Platz gut aufgestellt ist…

Hier geht es zu Teil 1: Torhüter und Abwehr und Teil 2: Mittelfeld und Sturm

Der Trainer ist die wichtigste Person im Verein!“

Seit der ersten „Ära“ von Jahrhundertcoach Huub Stevens ist es in anderthalb Jahrzehnten nur Mirko Slomka gelungen, sich mit 27 Monaten länger als zwei Jahre auf dem „heißen Stuhl“ der königsblauen Trainerbank zu halten. Entsprechend groß war die Sehnsucht nach Kontinuität bei dieser Personalie. Hinzu kommt, dass Manager und Sportvorstand Christian Heidel unumwunden die Auffassung vertritt, dass der Trainer die wichtigste Person im Verein ist.

Und Domenico Tedesco kam, sah und siegte, obwohl seine Verpflichtung selbst ausgewiesene Fußballexperten verblüffte: Mit nur 31 Jahren Cheftrainer auf Schalke, jünger als einige Spieler? Dazu gerade einmal 11 Zweitligaspiele mit Erzgebirge Aue auf dem Buckel? Der Chor der Skeptiker reichte war groß und bestand längst nicht nur aus den üblichen Verdächtigen wie Neururer, Matthäus und Scholl, auch vielen erfahrenen Trainern wie zuletzt Ewald Lienen ist Tedesco als Prototyp des jungen „Laptoptrainers“ nicht ganz geheuer.

Eine Welle der Begeisterung

Den Schalker Spielern wie Fans ist das herzlich egal. Kaum ein Interview, in dem die Spieler nicht in den höchsten Tönen von Tedesco, seiner Kommunikationsfähigkeit und seiner natürlichen Autorität schwärmen. Unlängst bezeichnete ihn Matija Nastasic, der u. a. bereits unter Größen wie Roberto Mancini und Manuel Pellegrini trainierte, als „taktisch besten Trainer, den ich je hatte“.

Und die Fans, ohne die auf Schalke wenig bis garnix geht? Nach der anfänglichen Skepsis und der Irritation über die Demission von Urgestein Benedikt Höwedes als Kapitän eroberte Tedesco ihre Herzen im Sturm, weil er wie kaum ein anderer die Gratwanderung zwischen notfalls unpopulären Notwendigkeiten und Schalker Emotionalität beherrscht. Konsequent bei Aufstellung und Training, begeistert beim gemeinsamen Feiern, das kommt gut an. Wenn Tedesco vor der Kurve mithüpft, in Fährmanns Arme sprintet oder nach dem Derby überschwänglich auf die Knie fällt, kaufen ihm alle ab, dass Schalke für ihn mehr ist als nur ein lukrativer Arbeitgeber, zumal er immer wieder betont, dass es ein „riesengroßes Privileg“ sei, den S 04 trainieren zu dürfen. Wo Tedesco auftaucht, ist er sofort von Fans umlagert; die Begeisterung geht sogar so weit, dass er als erster Coach überhaupt auf das Podest der Nordkurve berufen wurde.

Durststrecken und Dreifachbelastung

Nun könnte man einwenden, ein Trainer müsse nicht beliebt, sondern nur kompetent sein, aber: Tedesco hat sich und der Mannschaft durch die vergangene Saison so viel Vertrauen und Kredit erspielt, dass er auch in einer etwaigen schwächeren Phase mit Unterstützung von Fans und Vereinsführung – die Gespräche über die vorzeitige Vertragsverlängerung laufen bereits - rechnen darf. Und das kann angesichts der ansonsten berüchtigten Schalker Ungeduld in kritischen Situationen durchaus entscheidend werden.

Spannend wird sein, wie Tedesco, der den Trainerschein mit Bestnote gemacht hat, mit der Championsleague und der Dreifachbelastung der Mannschaft zurechtkommt. Seine bisher fehlende internationale Erfahrung kompensiert er durch gewohnt akribische Vorbereitung – und überhaupt, das sei keine „Dreifachbelastung, sondern ein Dreifachbonus!“

Heidel ist endlich auf Schalke angekommen

Einen deutlich schwereren Start als Tedesco hatte Manager und Sportvorstand Christian Heidel. Vorgänger Horst Heldt war trotz einiger Transferflops bei vielen Fans sehr beliebt; zudem erreichte Schalke unter ihm immer mindestens die Europaleague. In Heidels erstem Jahr auf Schalke lief dann kaum etwas zusammen: Sein Wunschtrainer Weinzierl kam gar nicht gut an, trotz enormer Transferausgaben sprang nur ein enttäuschender 10. Platz heraus und der bekennende Mainzer Kopfmensch Heidel und die überschäumenden Schalker fremdelten heftig miteinander. Der Tiefpunkt war kurz nach dem Saisonstart 2017/18 erreicht, als die Abgänge von Höwedes und anderen Knappenschmiede-Absolventen in mehreren Protestbannern als „Identifikationsschänder“ gipfelten.

Danach wendete sich das Blatt nachhaltig: Einige von Heidels vorschnell als Flops abgestempelten Neueinkäufe wie Stambouli und Caligiuri starteten mit etwas Verzögerung richtig durch, dazu avancierten die „Schnäppchen“ Burgstaller und der alles überragende Naldo zu den neuen Gesichtern der Mannschaft. Und sein Mut, auf Trainerneuling Tedesco zu setzen, wurde mehr als belohnt. In dem Maße, wie Tedesco Punkte und Anerkennung sammelte, wurde auch Heidel sichtlich entspannter und gestand sogar ein, Schalke unterschätzt zu haben, weil er weder die Mannschaft noch die Strömungen innerhalb des Vereins kannte und die Öffentlichkeitswirksamkeit aller Handlungen und Äußerungen völlig andere Dimensionen habe als in Mainz.

Mittlerweile hat auch Heidel Schalke verstanden. Auf der Mitgliederversammlung im Juni bekam er anders als noch im Vorjahr langanhaltenden Applaus, ein deutliches Zeichen des erworbenen Vertrauens. Besonders sein konsequentes Handeln in der „Causa Meyer“, sich nicht von Berater Wittmann vor sich her treiben zu lassen und frühzeitig und ohne mediales Getöse gezielte Verstärkungen zu verpflichten, fand große Anerkennung. Auch für ihn also gute Aussichten, künftig auch bei unpopulären Maßnahmen oder vorübergehenden Phasen des Misserfolgs nicht sofort wieder in Frage gestellt zu werden.

 


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Tabelle

8. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Hoffenheim711:12-17
14Bayer 0477:13-67
15Schalke 0475:9-46
16Hannover78:14-65
17Düsseldorf75:11-65

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