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Der Durchatmen-Spielbericht
Schalke: Auswärtssieg beim VfB versetzt Fans in königsblaue Ekstase

(Foto: Hein-Reipen)
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Stuttgart – Ein sehr versöhnlicher Abschluss einer verkorksten Hinrunde: Beim verdienten 3:1 (1:0)-Auswärtssieg des FC Schalke 04 beim VfB Stuttgart geraten die Schalke-Fans in der zweiten Halbzeit in königsblaue Verzückung. Susanne Hein-Reipen berichtet direkt aus dem Kling-Glöckchen-Block.

Zwei Tage vor Weihnachten, über 400 km Anfahrt, Wind, Regen und den Gruselfußball vom letzten Heimspiel im Kopf – und trotzdem machen sich fast 4.000 Schalker auf den Weg in’s Ländle, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Stuttgart begrüßt sie mit einem freundlich ausgedrückt nicht nachvollziehbaren Verkehrsleitsystem – die stadionnächsten Abfahrten sind komplett gesperrt und setzen so die Navigationsgeräte schachmatt-, satten Umwegen zum Gästeblock und Plakaten mit der Aufschrift „Der VfB gewinnt – trotzdem frohes Fest, liebe Knappen!“ Das wollen wir doch erst einmal sehen…!

Krokodile und White Christmas

Die Daimler-Benz-Arena ist mit 54.022 Zuschauern nicht ganz ausverkauft; die Kontrollen sind schwäbisch-gründlich, teilweise wird sogar in die Portemonnaies geschaut. Die Begrüßung durch den Stadionsprecher um Punkt 14.30 Uhr ist sehr freundlich und ein weiterer Beweis dafür, dass Schwaben alles können außer Hochdeutsch. Sein Wunsch nach „einem erfolgreichen Jahresabschluss und drei Punkten unter’m Weihnachtsbaum“ ist jedenfalls mehrheitsfähig.

Als kleiner Tribut an die Weihnachtszeit flimmern Weihnachtslieder über die Anzeigetafel, vom Crosby-Klassiker „White Christmas“ bis „Do they know it‘s christmas time“ ist alles vertreten. „I‘m not dreaming of a white christmas, sondern of a königsblau Trikot“ murrt ein genervter Schalker, als die Mannschaft mit giftgrünen Stutzen zum Warmmachen antritt. Der Gästeblock begrüßt seine Spieler trotzdem mit Applaus, aber ohne die sonstigen Sprechchöre.

Das VfB-Maskottchen Fritzle – offenbar wimmelt es in Schwaben nur so von Krokodilen –macht sich mit einer Weihnachtsmütze auf dem grünen Haupt zu den Klängen von „Whatever you want“ auf die Stadionrunde und herzt dabei auch die Schalker Rollifahrer. An der Seitenlinie umarmt derweil Domenico Tedesco sehr innig VfB-Kapitän Gentner, um ihm zum tragischen Tod seines Vaters im Stadion vor einer Woche zu kondolieren. Im Stadionmagazin ist Herbert Gentner eine ganzseitige Traueranzeige gewidmet.

Wenn Ihr das Commando (nicht) singen hört…

Der Schalker Block pustet einmal kurz mit „Wir woll‘n euch siegen sehn“ Kehlen und Megaphone durch, Fritzle führt derweil eine Reihe VfB-Fähnchen schwenkender Kids zum Vereinslied „Stuttgart meine Heimat… für immer VfB!“ auf den Rasen. In der mit Zaunfahnen von „Schwabensturm“ über „Ausgesperrt“ („Ultra ist der Kampf ums Ganze“ - ???) bis „Brigada Loca“ gepflasterten „Cannstatter Kurve“ titelt das „Commando Cannstatt“ auf einem langen Banner „Wenn ihr das Commando singen hört, dann wisst Ihr, dass uns keiner je zerstört.“

Und wenn Ihr es nicht singen hört, sind die Schalker lauter, denn die Gästekurve mischt sofort mit „Schalke 04 olé olé“ und „Schalke 04 für jetzt und alle Zeit“ kräftig mit. Tedesco beginnt mit Fährmann, Caligiuri, Sané, Nastasic, Oczipka, Stambouli, Bentaleb, Schöpf, Serdar, Konoplyanka und Skrzybski. Gegenüber der Niederlage gegen Leverkusen müssen somit „nur“ der verletzte Harit und die Youngster Wright und McKennie weichen, der frischgebackene Papa Naldo hat Baby-Urlaub, für ihn ist Oldie Riether auf der Bank.

Fährmanns Karma und Skrzybskis Torriecher

Nach gut fünf Minuten stockt den Schalkern einmal kurz der Atem, weil Kapitän Fährmann, zuletzt bereits mit zwei Klöpsen unterwegs, einen Abwurf genau vor die Füße von Thommy platziert, dessen postwendender Schuss aber über das Gehäuse geht. Puh.

Die Kurve erwidert derweil die VfB“-Sprechchöre der Heimkurve mit einem herzhaften „Scheiß VfB!“ und setzt dann zu „Eine Stadt erstrahlt in Blau…“ an – und wie sie strahlt, denn mitten hinein erzielt der sichtlich bis in die Haarspitzen motivierte Steven Skrzybski nach schöner Vorarbeit von Bastian Oczipka das 0:1 (10.). Läuft!!!

Defensiv stabil, offensiv ausbaufähig

Das Tor tut dem jetzt deutlich lebhafteren Spiel und der Schalker Stimmung gut. Innerhalb des Gästeblocks werden sämtliche Wechselgesänge von Schalke!-Nullvier über Glück!-Auf bis „Gelsenkirchen-Schalke!“ und „Schalke nur Du alleine“ durchgeprobt; auf dem Rasen rehabilitiert sich Fährmann mit zwei schönen Paraden gegen Baumgartl und Insua für seinen Aussetzer. Die Schalker Abwehr lässt insgesamt wenig zu, nach vorne dürfte es aber gerne noch ein wenig mehr sein.

„Geh’n mit Dir auf jede Reise, super FC Schalke“, „Hurra hurra, die Schalker die sind da“ und „Nicht ganz nüchtern, aber standhaft…“ überbrücken derweil eine kurze Behandlungspause von Serdar, der böse mit Kempf zusammengerasselt ist. Ein Freistoß von Thommy segelt über Fährmanns Kasten und wird mit einem höhnischen „Meck-Meck!“ aus Schalker Kehlen kommentiert. Kurz vor der Pause hat Skrzybski, klarer Aktivposten des ersten Durchgangs, noch zweimal die Möglichkeit, die Führung auszubauen, aber Zieler ist auf dem Posten.

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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