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Der emotionale Spielbericht
Schalke besiegt Moskau - doch die Fans feiern nur „Benni Höwedes, Höwedes…!“

Der Ex-Kapitän vor der Nord. (Foto: Hein-Reipen )
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Schalke – Durch einen Treffer von Alessandro Schöpf in der Nachspielzeit schlägt Schalke 04 Lokomotive Moskau mit 1:0. Die Schalke-Fans sind jedoch noch angefressen von der Derby-Niederlage und der schwachen ersten Halbzeit und feiern statt ihrer Elf lieber minutenlang den weinenden Ex-Kapitän Benedikt Höwedes. Auch Susanne Hein-Reipen hat ein paar Taschentücher verbraucht und berichtet. 

Spätherbst ist Stauzeit und so stellt der Berufs- und Arenaverkehr rund um Gelsenkirchen die Nerven der anreisenden Schalker auf eine harte Probe. Als Stadionquatscher Dirk die Zuschauer begrüßt, klaffen noch riesige Lücken auf den Rängen. Die Gäste aus Moskau haben knapp 1.000 Fans mitgebracht, denen Übersetzer Alexej alle Ansagen ins Russische übersetzt.

Offizielle Verabschiedung von Höwedes und Farfan trifft nicht den Nerv der Schalker

Im offiziellen Begrüßungstext zur Championsleague ist vollmundig von „den besten Mannschaften Europas“ die Rede, was angesichts der spielerisch sehr dürftigen Kost der letzten Wochen selbst bei hartgesottenen Schalkern ein leichtes Hüsteln hervorruft. Bereits bei Verlesung der Moskauer Aufstellung gibt es hörbaren Applaus für die beiden Ex-Schalker Benedikt Höwedes und Jefferson Farfan.

Weil beider Wechsel recht kurzfristig über die Bühne ging – Farfan von Schalke zu Al Jazira, dann nach Moskau; Höwedes erst nach Turin und dann nach Moskau – und sie bislang nicht „offiziell“ verabschiedet wurden, wird dies nunmehr nachgeholt. Über den Würfel flimmert ein kurzes Video mit einigen Highlights aus der Schalker Zeit von Bene und Jeff, dann gibt es noch einige freundliche, aber nach Auffassung vieler Fans in der Arena vor allem für den Ur-Schalker Höwedes viel zu oberflächliche Dankesworte des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies. Blümchen, eine Collage und ein „Kumpel bleiben“-Hemd mit Schlägel und Eisen drauf, feddich ist die Laube. Bei weitem nicht genug für die Nordkurve, die sofort „Benni Höwedes, Höwedes“-Sprechchöre anstimmt. Bereits sein erster Abgang nach Turin hatte zu bösen „Traditionsschänder“-Bannern gegen Christian Heidel geführt.

Mit Goller und Teuchert, Kutucu auf der Bank

Auch während des Steiger- und Vereinslieds sind noch viele Sitze leer. Zum Einlaufen der Mannschaften zeigt der K-Block zwei Spruchbänder „Benny, blaues Blut bleibt für immer einer von uns!“

Trainer Domenico Tedesco, ohnehin in der laufenden Spielzeit äußerst rotationsfreudig, zollt den zahlreichen Verletzten insbesondere im Sturm und den englischen Wochen Tribut. Von der Anfangself des Derbys sind lediglich Fährmann, Nastasic und Schöpf übriggeblieben; Naldo, Mendyl, Mascarell, Stambouli, Serdar, Konoplyanka, Teuchert und CL-Debütant Goller sind neu. Sturm-Hoffnung Kutucu, eigens in dieser Woche von den A-Junioren hochgezogenen, sitzt zunächst auf der Bank.  

Erste Halbzeit für Fußballmasochisten

War die Nordkurve vor dem Spiel ungewohnt leise, so ändert sich das mit dem Anpiff: „VOOOORWÄRTS SCHALKE, kämpfen und siegen!“ und „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“ lauten die deutlichen Ansagen, doch die erste Halbzeit ist trotz Feldüberlegenheit der Hausherren nur etwas für Fußballmasochisten.

Bereits in der 12. Minute grätscht Barisov den gerade erst wieder genesenen Mendyl so rüde um, dass dieser kurz darauf verletzt gegen Baba ausgewechselt werden muss. Zum Ärger der Schalkefans kassiert der Übeltäter dafür noch nicht einmal Gelb.

Schalke bemüht sich zwar, aber Teuchert und der äußerst engagierte Goller laufen sich immer wieder in der massiven Moskauer Abwehr fest. Sogar Jefferson Farfan, zu seinen Schalker Zeiten nicht gerade für sein Abwehrverhalten berühmt, rackert hinten mit. Die Gäste wiederum finden offensiv quasi nicht statt – bis zur Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als Barinov auf der rechten Seite durchsetzt und zu Denisov zurücklegt, der jedoch über das Tor verzieht. 

Ja, wo laufen sie denn?

Die Stimmung ist eher unterkühlt; die Nordkurve intoniert zwar „Schalke nur Du alleine“, die Ruhrpottkanaken, „Geh‘n mit Dir auf jede Reise“ und „Wenn wir unsr‘e Stimmen heben, sollst Du immer alles geben“, doch auf den anderen drei Tribünen herrscht lähmende Stille; auch der beliebte Wechselgesang SCHALKE - NULLVIER zwischen Nord- und Südkurve klappt erst im zweiten Anlauf. Als N 3 „Die ganze Stadt steht hinter Dir…“ anstimmt, ätzt ein Schalker in Anlehnung an den berühmten Loriot-Sketch leise, ja, wo steht sie denn…? 

Zum Pausenpfiff gesellen sich daher noch diverse Pfiffe von den Tribünen dazu, das war einfach eine gruselige erste Halbzeit. Die UEFA-Statistik attestiert Schalke 57 % Ballbesitz, aber, so der allgemeine Tenor: Da kannze dich nix für kaufen! Datt muss besser werden! Immerhin hat sich die Arena nunmehr doch noch für ein – jedenfalls aus Sicht der bereits für das Achtelfinale qualifizierten Schalker - Spiel um die goldene Ananas mit 48.883 Zuschauern ganz passabel gefüllt.

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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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