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Königsblaue Baustellen
Schalke: Das muss Christian Heidel jetzt tun

Christian Heidel. (Foto: dpa)
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Schalke ist mit 04 Punkten aus den ersten beiden Spielen gut in die Rückrunde gestartet, doch die personelle Situation spitzt sich immer weiter zu. Susanne Hein-Reipen macht eine Bestandsaufnahme des Schalker Lazaretts und wünscht sich, dass der Manager umgehend aktiv wird.

Beim 2:2 in Berlin lieferte Schalke eine sehr ansprechende Leistung ab und war dem Siegtreffer näher als die gastgebende Hertha, aber der Preis für den hochverdienten Punkt war hoch: Mit Alessandro Schöpf, Benjamin Stambouli und Steven Skrzybski mussten gleich drei Knappen verletzungsbedingt ausgewechselt werden. 

Lange Verletztenliste

Besonders übel erwischte es Schöpf; der Dauerläufer auf der rechten Seite erlitt durch einen bösen Tritt von Karim Rekik einen Riss des Außenbandes und eine Kapselverletzung im linken Knie. Ob er operiert werden muss oder die Blessuren konservativ behandeln lässt, ist noch nicht abschließend entschieden, aber Schöpf wird mindestens zweieinhalb Monate ausfallen.  Stambouli prallte bei einem Kopfballduell mit Maier zusammen und zog sich eine schwere Jochbeinfraktur zu, er muss operiert werden und kann frühestens Ende Februar mit Maske wieder spielen. Steven Skrzybski hat einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel und ist zwei bis drei Wochen außer Gefecht.

Auch Breel Embolo (Mittelfußbruch) und Guido Burgstaller (Achillessehnenprobleme) stehen auf unbekannte Zeit nicht zur Verfügung. Lädiert sind zudem der aussortierte Franco di Santo (Entzündung der Patellasehne), an dem Galatasaray Istanbul Interesse bekundet haben soll und Amine Harit. Der marokkanische Flitzer verpasste wegen eines Muskelfaserrisses und disziplinarischer Auseinandersetzungen mit Chefcoach Domenico Tedesco das Trainingslager im spanischen Benidorm und nahezu die komplette Wintervorbereitung und ist noch nicht wieder fit. Hamza Mendyl ist nach überstandener Syndesmose- und Sprunggelenksverletzung wieder im Kader, hat aber keine Spielpraxis.

Transferperiode endet am 31. Januar

Im Sturm sind jetzt noch Cedric Teuchert, Yevhen Konoplyanka und Mark Uth, der seine gute Leistung in Berlin mit dem Treffer zum 1:2 krönte, verfügbar, dazu kann Tedesco wie bereits vor der Winterpause auf Ahmed Kutucu (U 19) und Haji Wright (U 23) zurückgreifen. Größer sind die Personalsorgen im Defensivbereich: Durch den Weggang von Naldo und den Ausfall Stamboulis fehlt ein dritter Mann für die Dreierkette, zudem stehen außer dem ebenfalls aussortierten Baba und Riether (der es in der gesamten Hinrunde ein einziges Mal in den Kader schaffte) keine Backups für Oczipka und Caligiuri auf außen zur Verfügung. 

Dennoch betreffen die hartnäckigen Wechselgerüchte mit dem erst 18jährigen Rabbi Matondo (Manchester City) und Nikola Kalinic (Atletico Madrid) offensives Personal – hier sollte sich Heidel lieber schleunigst um mindestens einen bundesligaerfahrenen Defensiv-Allrounder kümmern. Noch besser wäre es gewesen, diese Personalie vor der Zustimmung zum Naldo-Weggang zu klären, da nunmehr alle Vereine die Schalker Notsituation kennen und entsprechende Preise aufrufen werden. 

Bindet Kutucu langfristig an den Verein!

Im Offensivbereich sollte vor externen Zugängen zuallererst Ahmed Kutucu, der bislang nur einen „Junioren-Anschlussvertrag“ bis Sommer 2020 hat, mit einem Profivertrag an den Verein gebunden werden. Der Juniorennationalspieler zeigt sowohl in der A-Jugend als auch seinen bisherigen Auftritten bei den Profis Tempo, Technik und Torriecher. Heidel darf nicht riskieren, dass Schalke ihn an einen anderen Verein verliert, der ihm mehr Wertschätzung zeigt.

 

Sorgenvolle Mienen: Heidel und Sportdirektor Schuster (Foto: Torsten Mannek/mannek pxls)

Bezüglich Matondo ist unbedingt darauf zu achten, dass die Vertragsgestaltung Schalke nicht benachteiligt. Mit gerade 18 Jahren ist er wahrscheinlich eher ein Perspektivspieler als eine sofortige Hilfe; es wäre schade, wenn Manchester City ihn genau dann per Rückkaufoption zurückholen und den Gewinn einstreichen könnte, wenn Schalke ihn weiterentwickelt hat.

Von einer Verpflichtung Kalinics sollte Heidel lieber absehen. Dieser wäre nicht nur der älteste und mutmaßlich teuerste Stürmer, angesichts seiner bekannten Eigenwilligkeit – bei der WM in Russland verweigerte er seine Einwechslung, weil er beleidigt war, dass er nicht in der Startformation stand – wären Probleme mit „Disziplin-Freak“ Tedesco quasi vorprogrammiert. Die Fälle Avdijaj und Harit haben eindrucksvoll gezeigt, dass Tedesco wenig Geduld für „Problem-Profis“ aufbringt – und bei Kalinic könnte man diesbezügliche Defizite noch nicht einmal mit jugendlichem Leichtsinn entschuldigen. 

Wie wäre es denn einmal mit einer klaren Ansage?

Unabhängig von personellen Maßnahmen wünschen sich viele Schalke-Fans, dass Heidel den FC Schalke 04 selbstbewusster nach außen vertritt und insbesondere Schiedsrichterfehlentscheidungen und Fouls sachlich, aber deutlich anspricht. 

Man muss nicht an jedem Spieltag rumjammern oder sich den Tonfall („geisteskrankes Foul“, „wir sind Freiwild“) der Bayernbosse abgucken, aber in der Sache schaffen sie mit der regelmäßigen Thematisierung der Schiri-Leistungen und Fouls der Gegenspieler ein (Unter)Bewusstsein bei den Referees, beim nächsten Mal beim Gegner vielleicht noch genauer hinzugucken. 

Auch Augsburg und Freiburg machten die in ihren Augen unzureichenden Schiedsrichterleistungen am vergangenen Wochenende offensiv zum Thema; auf eine Stellungnahme der Schalker Verantwortlichen zum üblen Foul von Rekik und der Fehlentscheidung, dafür keine rote Karte zu zeigen, warteten die Schalkefans hingegen nicht zum ersten Mal vergeblich. Auch das brutale Einsteigen von Stafylidis, das Embolo über ein Jahr ins Aus beförderte, wurde vom seinerzeitigen Schalker Trainer Markus Weinzierl nur mit „ich unterstelle ihm keine Absicht“ kommentiert, Heidel äußerte sich nicht.

Das Thema ist nicht einfach: Wer ständig rumheult, erntet eher Häme als Aufmerksamkeit; wenn man alles schweigend hinnimmt, versäumt man es, bei den Schiris das Bewusstsein für Schalker Rechte und Probleme zu schärfen. Hier muss Heidel den richtigen Mittelweg finden.

 


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Samstag, 27. April, 15.30 Uhr
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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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