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Königsblauer Halbzeitcheck Teil 2: Offensive
Schalke-Einzelkritik: Ein Königreich für offensive Qualität

Schalke-Angreifer Mark Uth und Guido Burgstaller. (Foto: dpa)
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Gelsenkirchen – Kreative Mittelfeldspieler sind ohnehin rar, dazu kamen Anlaufschwierigkeiten und Verletzungssorgen im Sturm.  Und wenn es in allen Mannschaftsteilen nicht läuft, stehen naturgemäß auch Trainer und Manager auf dem Prüfstand. Susanne Hein-Reipen mit dem zweiten Teil der ausführlichen Schalker Halbzeitbetrachtung.

Hier geht es zu Teil 1: Viele Verlierer, wenige Gewinner in der Defensive

Fußball ist ein Mannschaftssport, bei dem Siege oder Niederlagen nur selten an einzelnen Spielern oder auch nur einem Mannschaftssteil festgemacht werden können. Dies gilt auch für die Schalker Hinrunde, in der kaum ein Spieler konstant seine Normalform erreichte. Die Defensive ließ deutlich mehr Treffer zu als in den vorangegangenen Halbserien, die Offensive gehört mit 20 Toren in 17 Spielen – davon alleine 5 gegen den 1. FC Nürnberg – ebenfalls zum letzten Drittel der Liga.   

Offensives Mittelfeld: Es fehlt der kreative Leader

Im offensiven Mittelfeld experimentierte und rotierte Trainer Domenico Tedesco ähnlich viel wie im Defensivbereich. Dabei kamen nicht nur die „gelernten“ Mittelfeldspieler wie Amine Harit, AlessandroSchöpf und Suat Serdar zum Einsatz, auch die eigentlich defensiver ausgerichteten Nabil Bentaleb und Weston McKennie oder Stürmer Mark Uth fanden sich phasenweise in der Zentrale wieder.

Einen wirklich unumstrittenen „Mittelfeldmotor“ stellte in der Hinrunde keiner der Genannten dar. Das meiste Vertrauen genoss mit 14 Bundesligaspielen noch Suat Serdar (21), der zumindest ausbaufähige Ansätze zeigte, dass er das Bindeglied zwischen Defensive und Offensive sei könnte. Er leistete sich kaum grobe Schnitzer, hatte aber auch wenige wirklich gute Spiele. Angesichts seines Potentials und des noch jungen Alters darf man bei ihm hoffen, dass er noch deutlich besser in diese Rolle hineinwachsen kann.

Jung und sehr talentiert ist auch Amine Harit (21), der immerhin 12mal zentral oder als Linksaußen in der Mannschaft stand. Der marokkanische Flitzer ist zumindest an guten Tagen wie bei der DFB-Pokalschlacht in Köln einer der wenigen, die im aktuellen Schalker Kader für hohes Tempo und kreative Momente sorgen können, konnte dies jedoch in der Hinrunde nur selten zeigen. Ob ihn sein folgenschwerer Autounfall in der der Sommerpause noch belastete oder ihm wie nach dem Bekanntwerden der Spielbank- und Disco-Vorwürfe gemutmaßt die professionelle Einstellung fehlt: Wenn Harit, der wegen einer Verletzung das Trainingslager in Benidorm verpasste, eine Zukunft auf Schalke haben will, muss er seine PS häufiger auf die Straße bringen.

Alessandro Schöpf (24, 13 Einsätze in der Bundesliga) kam meistens als Rechtsaußen zum Einsatz, half aber auch im linken und rechten Mittelfeld und der Zentrale aus. Die besten Leistungen erbringt der Dauerläufer auf der rechten Seite, für die zentrale Position fehlt ihm die Spielübersicht. Ähnliches gilt für Weston McKennie (20): Vielseitig, einsatzfreudig, aber (noch) nicht in der Lage, ein Spiel zu lenken.

Sturm: Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Verletzungspech hinzu

Vor der Saison sah es so aus, als bekäme Tedesco ein echtes Luxusproblem: Mit Guido Burgstaller Breel Embolo, Franco di Santo, Cedric Teuchert und Neuzugang Mark Uth standen gleich fünf echte Mittelstürmer zur Verfügung, dazu kamen mit Yevhen Konoplyanka und Neuling Steven Skrzybski je ein gelernter Links- und Rechtsaußen. Durch enormes Verletzungspech – einzig Konoplyanka kam ohne Blessuren durch die Hinrunde – und disziplinarische Unstimmigkeiten zwischen di Santo und Tedesco war die Personaldecke aber zeitweise so dünn, dass Ahmed Kutucu und Haji Wright aus der U19 bzw. U23 hochgezogen wurden.

Einen echten Gewinner zu küren, ist angesichts von nur 10 Stürmertoren nicht einfach. Am ehesten darf das noch für Steven Skrzybski (25) gelten, der mit 3 Treffern in 5 Ligaeinsätzen nicht nur mit Bentaleb (3 verwandelte Elfmeter) die interne Torschützenliste anführt, sondern auch die mit Abstand beste Quote hat und mit seiner Begeisterung für Schalke in die Herzen der Fans stürmte. Ihm ist zu wünschen, dass er auch zu Einsätzen kommt, wenn Burgstaller und Uth wieder fit sind und Tedesco nicht zu seinem Glück gezwungen wird.   

Publikumsliebling Guido Burgstaller (29) wurde bis zu seiner Achillessehnenverletzung in allen 14 Ligaspielen eingesetzt, traf aber für seine Verhältnisse mit 2 Toren und einer Vorlage sehr selten – die Fans lieben ihn trotzdem für seinen unermüdlichen Einsatz und Tore wie das 1:0 im CL-Heimspiel gegen Galatasaray Istanbul, wo er aus eigentlich unmöglich spitzem Winkel einfach einmal draufwemste.

Auch Mark Uth (26) rackerte sich nach eher verhaltenem Beginn mehr und mehr in das für ihn neue System und kam bis zu seiner Muskelverletzung in allen 11 Bundesligaspielen zum Einsatz. Auch wenn ein Tor für einen Mittelstürmer zu wenig ist, kann er für die Mannschaft noch wertvoll werden. In Hoffenheim hatte er mit 14 Treffern und 8 Vorlagen seine Torjägerqualität bewiesen zudem wurde er erstmalig in die Nationalmannschaft berufen.

Zwei Tore in 9 Spielen stehen für Breel Embolo (21) zu Buche, dessen leicht ansteigende Form von einem Fußbruch gebremst wurde. Es ist nicht seriös absehbar, ob der sympathische junge Schweizer jemals die mit seiner Rekordablöse verbundenen Hoffnungen erfüllen kann oder ihm sein Körper einen dicken Strich durch die Rechnung macht. Auffällig bei ihm sind auch technische Stockfehler.

Cedric Teuchert (21) hatte ebenfalls das Pech, nach den ersten passablen Einsätzen (4 Ligaspiele) durch eine Verletzung am Hüftbeuger gestoppt zu werden. In der U 21 zeigte er Torriecher und Übersicht, die hoffen lassen, dass er auch auf Schalke den Durchbruch schaffen kann. 

Verlierer im Sturm sind klar Franco di Santo (29) und Yevhen Konoplyanka (29). Der Argentinier, in der Vorsaison trotz zeitweiligem Spott der Fans („wir saufen, bis di Santo trifft!“) noch von Tedesco geschätzter und geschützter Stammspieler, verscherzte es sich durch Meckereien über seine Auswechslung und mangelnden Trainingseifer nachhaltig mit Tedesco und steht mit nur 4 Einsätzen auf der „Streichliste“ zur angestrebtem Kaderverkleinerung ganz oben. Konoplyanka kam immerhin auf 8 Ligaspiele, in denen er als Chancentod die Nerven des Schalker Publikums strapazieren durfte. Auch er gehört zu den Spielern, die Schalke gerne abgeben würde.

Von den beiden „Aushilfen“ machte Ahmed Kutucu (18) mit drei beherzten und mutigen Auftritten bei den Profis und einem schönen Tor in Stuttgart Lust auf mehr. Haji Wright (20) traf in 5 Bundesligaspielen ebenfalls einmal, konnte jedoch trotz guter körperlicher Präsenz nicht vollends überzeugen.

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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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