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Königsblauer Halbzeitcheck Teil 1: Defensive
Schalke-Einzelkritik: Wenige Gewinner, viele Verlierer

(Foto: dpa)
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In vielen Ranglisten, Rankings und Statistiken zur Hinrunde tauchen der FC Schalke 04 und seine Akteure gar nicht oder nur als Verlierer auf. Susanne Hein-Reipen schaut genauer hin: Wer hat trotz unbefriedigender Mannschaftsleistung überzeugt? Von wem kann in der Rückrunde mehr erwartet werden? Auf welchen Positionen muss nachgebessert werden?  

Nach der umjubelten Vizemeisterschaft und Verstärkungen, die wie Marc Uth, Salif Sané und Omar Mascarell gehobenes Bundesliga-Niveau erhoffen ließen, ist Schalke sehr optimistisch in die Saison gestartet. Die Landung auf dem Boden der Tatsachen war umso härter: Fünf Auftaktniederlagen folgten zwar einzelne überzeugende Auftritte, jedoch keine durchgreifenden Verbesserungen. Am Ende der Hinrunde steht ein enttäuschender 13. Platz zu Buche.

Neue Baustelle im Tor: Fährmann oder Nübel?

Seitdem Ralf Fährmann 2013 in den Kasten zurückkehrte, herrschte auf dieser Position Ruhe. Die Nummer 1, seit anderthalb Jahren auch Kapitän, war fast durchgängig ein sicherer Rückhalt, der der Mannschaft auch in schwächeren Phasen oft „den Arsch rettete“. Dies galt im Jahr 2018 nur bedingt: Fährmann, der bereits im Frühjahr einen kleinen Durchhänger hatte, kam in der Hinrunde zwar in 14 Ligaspielen und 4 Championsleaguepartien zum Einsatz, konnte aber der neuformierten Abwehr nur selten Sicherheit verleihen und verschuldete mehrere Gegentreffer, weil er sich beim Rauslaufen verschätzte.

Als Fährmann mit Leistenzerrung aussetzen musste, wurde er in 3 Ligaspielen, 2 CL-Partien und dem Pokalspiel in Köln von Alexander Nübel (22) vertreten. Nübel machte seine Sache sehr ordentlich und hatte das Glück des Tüchtigen, dass einige kleine Patzer folgenlos blieben. Seitdem mehren sich die Stimmen, die eine baldige „Wachablösung“ im Tor fordern, weil Nübel auf der Linie ähnlich stark ist wie Fährmann, aber über deutlich moderneres Torwartspiel verfügt und das Spiel als „mitspielender Keeper“ und mit schnellen Abwürfen schneller machen kann.

Nun wären zwei gute Torhüter, die sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen könnten, ja eigentlich ein Luxusproblem - aber Fährmann reagiert auf Druck oder Zweifel eher sensibel. Seitdem Nübel sich als ernsthafter Konkurrent erwiesen hat, der auch in Interviews freimütig mit einem Wechsel liebäugelt, falls er auf Sicht keine Einsatzchancen hat, wirkt „Ralle“ nervös; so warf er beim Spiel in Stuttgart direkt zwei Mal den Ball genau vor die Füße der gegnerischen Stürmer.

Chefcoach Tedesco ließ bislang keine Zweifel daran aufkommen, dass Fährmann als Nummer 1 gesetzt ist. Wenn dieser Rückhalt Fährmann hilft, seine Stabilität wiederzufinden, muss bald eine Entscheidung getroffen werden, wie der weitere Weg von Nübel verlaufen soll. Denkbar wäre eine Vertragsverlängerung mit Ausleihe an einen Verein, bei dem er regelmäßig spielt. Sollte sich Fährmann hingegen weiter als Unsicherheitsfaktor präsentieren, wird der Druck auf ihn und Tedesco stark steigen.

Abwehr: Vom Prunkstück zum Problemfall – und zurück zu alter Stärke?

Die Abwehr war mit 13 Zu-Null-Siegen in der Vorsaison ein ganz wesentlicher Baustein der Vizemeisterschaft, dieses „Kunststück“ gelang in 17 Spielen der Hinrunde nur zweimal. In der Vorsaison standen insgesamt 37 Gegentreffer zu Buche, nach der Hälfte sind es nun bereits 24.

Es wäre zu einfach, die Probleme alleine auf die personellen Wechsel zurückzuführen. Auch wenn Thilo Kehrer den Verein verließ und mit Benjamin Stambouli (27) und Bastian Oczipka (29) zwei weitere Stammspieler des Vorjahres zu Beginn der Saison verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen: Die Systemwechsel von Dreier- auf Vierer- und zwischenzeitlich wieder zurück auf Dreier- bzw. Fünferkette haben ebenfalls eine gewichtige Rolle gespielt.

Innenverteidigung: Wer wird der neue Chef?

„Gewinner“ in der Abwehr ist zumindest auf dem Papier Neuzugang Salif Sané (28), der nicht nur als einziger Schalker Spieler keine Bundesligaminute verpasste, sondern auch den in der Vorjahressaison überragenden Naldo (nur 7 Einsätze) verdrängte. Sané gelang es, sich nach sehr durchwachsenem Start mit einigen Patzern deutlich zu stabilisieren; der „kicker“ attestierte ihm mit 70,3 % gewonnenen Zweikämpfen den drittbesten Wert hinter Boateng und Baumgartl. Auch wenn seine eigenen Leistungen damit als durchaus solide gelten dürfen, vermissen viele Fans die „Chefrolle“, die Naldo in der Vorsaison so souverän ausfüllte. Auch zeigte er seine Torgefährlichkeit bei Kopfbällen bislang kaum.

Als zweiter Innenverteidiger fungierte meistens (13 Liga-Einsätze) Matija Nastasic (25). Nachdem er bereits im ersten Spiel beim VfL Wolfsburg mit einer höchst umstrittenen roten Karte nach Videobeweis für Aufregung sorgte, spielte er eine weitgehend unauffällige Saison ohne große Höhen und Tiefen. Mit nunmehr dreieinhalb Jahren „auf Schalke“ gehört er bereits zu den „Altgedienten“ und sollte künftig mehr Verantwortung übernehmen.

Ähnliches gilt für Benjamin Stambouli (28), der es nach überstandenem Syndesmosebandriss als Innenverteidiger und im defensiven Mittelfeld auf 8 Ligaeinsätze brachte. Der Franzose, der abseits des Platzes durch sehr reflektierte Ansichten nicht nur zum Thema Fußball und gute Kenntnisse sowohl der deutschen Sprache als auch der Schalker Geschichte punktet, wird neuer Vizekapitän.

Nach dem Abgang von Naldo zum AS Monaco wird es jedoch eng, wenn einer oder gar mehrere der nur noch drei „gelernten“ Innenverteidiger durch Verletzungen oder Sperren außer Gefecht ist. Tedesco hat bereits angekündigt, dass auf dieser Position nachgelegt werden soll.

 

 


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26. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Mainz 052627:45-1830
14Augsburg2637:47-1025
15Schalke 042627:44-1723
16Stuttgart2626:56-3020
17Hannover2624:61-3714

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