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Der enttäuschte Spielbericht
Schalke-Fans restlos bedient wegen schauriger Chancenverwertung und individueller Fehler

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Die Schlussszenen des Pokalviertelfinales zwischen Schalke 04 und Werder Bremen (0:2) sind symptomatisch für eine verkorkste Saison: Während die Spieler von Werder Bremen ausgelassen mit ihren Fans feiern, stehen sich die Nordkurve und die Schalker Mannschaft in lähmenden Schweigen und Ratlosigkeit gegenüber. Susanne Hein-Reipen berichtet ausführlich… 

Hoffnungsträger an den Schalker Treffpunkten vor dem Spiel ist klar Huub Stevens: „Wenn einer den Spielern klarmachen kann, wie geil ein Pokalsieg wäre, dann er und Buyo“, so der einhellige Tenor unter den vorglühenden Schalkefans. Die Prognosen sind dennoch sehr vorsichtig, da die Gäste von der Weser trotz des wichtigen Auswärtssieges in Hannover die deutlich bessere Formkurve mitbringen.

Arg viel Grün hier…

In der Arena dann allgemeine Verwunderung: Wo kommen die ganzen Grünen her? Auch Schalker Dauerkartenblöcke sind kräftig mit Werderanern durchsetzt, was bei den Verbliebenen wie bereits beim CL-Spiel gegen Galatasaray für das ungute Gefühl sorgt, dass manchen „Schalkern“ der eigene Geldbeutel deutlich wichtiger ist als die Unterstützung der Mannschaft. Wenn schon Tickets weiterverkaufen, dann doch bitte an andere Schalker, statt die Fans des Gegners in einem K.O.-Spiel zu stärken!

Bei einem sind sich Blaue und Grüne indes einig: Spott über die Roten. Als auf dem Videowürfel die zwischenzeitliche Heidenheimer Aufholjagd zum 4:4 in München eingeblendet wird, kocht die Arena bereits vierzig Minuten vor Spielbeginn.

Alexander Nübel, der die Führung in Hannover mit tollen Paraden über die Zeit rettete, wird mit großem Applaus begrüßt. Passend dazu gibt’s den Rückblick auf das Pokal-Halbfinale 2005 zwischen den beiden Mannschaften, in dem ein Vorgänger Nübels zum Held des Tages wurde: Frank Rost parierte seinerzeit nicht nur zwei Elfmeter, sondern verwandelte noch den entscheidenden Strafstoß selber. Ein gutes Omen für Nübel, der auch fußballerisch sehr fit ist…?

Kurs der Knappenschmiede steigt wieder

Danach fiebert alles in der mit 61.597 Zuschauern nahezu ausverkauften Arena wieder dem Anpfiff entgegen; Werbung für Ostereier und Sitzsäcke (!) stößt auf eher wenig Begeisterung. Interessanter erscheinen da schon die virtuellen Arenatouren, mit denen man die Veltins-Arena mittels Virtual Reality Brille auch zuhause dreidimensional „erfahren“ kann. 

Richtig los geht es dann aber mit dem Steigerlied, wie immer bei Abendspielen mit vielen Lichtern in der abgedunkelten Arena. Auch „Blau und Weiß, wie lieb ich Dich“ wird mit großem Stimm- und Fahneneinsatz hinausgeschmettert. Beim Verlesen der Aufstellung – Stevens hat sich für Nübel, Stambouli, Sané, Nastasic, Boujellab, Oczipka, Serdar, Mascarell, Rudy, Embolo und Burgstaller entschieden – fällt auf: Die Knappenschmiede steht unter Stevens wieder höher im Kurs. Nicht nur, dass Boujellab nach der Bundesligapremiere in Hannover jetzt sein Startelfdebüt bei den Profis feiert, auf der Bank sitzen mit Kutucu und Carls zwei weitere Hoffnungsträger.

„VEREINE SANKTIONIEREN, PERSÖNLICH PROFITIEREN: FUSSBALLMAFIA DFB!“

Die Schalker Nordkurve bringt die zurückliegende Woche mit dem Rücktritt von DFB-Präsident Grindel und der 27.000 €-Strafe für die Rauchtöpfe in der Derby-Choreographie mit einem Banner auf den Punkt: „VEREINE SANKTIONIEREN, PERSÖNLICH PROFITIEREN: FUSSBALLMAFIA DFB!“ trifft die Meinung vieler Fans.

Die Bremer Kurve zündelt derweil trotz geschlossenem Arenadach einige grüne Rauchbomben und Stroboskop-Lichter, der Rauch hängt noch lange über dem Spielfeld. Beide Kurven beginnen mit dem Anpfiff, ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen, das geklaute „Steht auf, wenn Ihr für Bremen seid“ offenbart dabei das ganze Ausmaß der grünen Invasion – das sind mehr als die „offiziell“ genannten 6.000! Das wiederum will sich die Nordkurve nicht bieten lassen und singt die Gäste mit „Schalala Schalke 04“, „Auf geht‘s Schalke schieß‘ ein Tor“, „Geh‘n mit Dir auf jede Reise“ und dem Original „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“ einfach nieder.

Auch auf dem Rasen kommt Schalke besser aus den Startlöchern, doch eine frühe Chance von Embolo (2.) wird von Werder-Keeper Pavlenka entschärft. 

Höhepunktarme erste Halbzeit

Danach kann man Torchancen erst einmal mit der Lupe suchen; die Spieler beharken sich bereits im Mittelfeld mit intensiven Zweikämpfen und einigen kleineren Fouls, die u. a. Sane eine gelbe Karte und den Bremern „Ihr seid ein Haufen Scheixxe“ aus der Nordkurve eintragen. Auch Nastasic schont Eggestein nicht, der folgende Freistoß von Friedl erwischt Nübel auf dem falschen Fuß, doch Kapitän Stambouli ist zur Stelle und drischt den Abpraller aus der Gefahrenzone (25.). 

Danach folgen durch Mascarell und Sané zwei weitere Schalker Chancen, doch der Abwehrhüne bekommt den Kopfball nicht vernünftig unter Kontrolle, was viele Fans sehnsüchtig an Naldo in der Form der Vorsaison denken lässt. Die Vorwärtsbewegung wird sofort mit noch lauterer Unterstützung honoriert; die Nordkurve stimmt „Vorwärts FC Schalke, schieß ein Tor für uns“, die Ruhrpottkanaken und „Schalke 04 für jetzt und alle Zeit“ an und bläst zur Attacke. 

Die Gästekurve ist in dieser Phase nahezu unhörbar; erst als Werder gegen Ende des ersten Durchgangs wieder besser ins Spiel kommt und eine nur wenige Zentimeter am Pfosten vorbeikullernde Co-Produktion der Eggestein-Brothers die größte Chance der ersten Halbzeit erbringt, lässt sich wieder ein dezentes „Nur der SVW!“ vernehmen. Aus der Nordkurve gibt es dazu ein liebevolles „Alle Bremer stinken, alle Bremer stinken, weiiiiiil sie aus der Weser trinken“, dann geht es überpünktlich und mit dem Auftrag „Auf geht’s Schalke, kämpfen und siegen“ in die Kabinen. 

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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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