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Susanne Hein-Reipen kommentiert
Die Schalke-Kolumne 206: Und läuft und läuft und läuft

Nachdem nahezu sicher ist, dass die Champions League im nächsten Jahr ohne den FC Schalke 04 stattfindet, hat Kolumnistin Susanne Hein-Reipen für den Transfersommer eine klare Forderung: Gebt der Jugend eine Chance!

Nach dem enttäuschenden 0:0 gegen den SC Freiburg "glänzte" Schalke in der letzten Woche vor allem durch außersportliche Schlagzeilen: Sead Kolasinac setzte sich durch eine gut gemeinte, aber schlecht geschriebene Solidaritätsbekundung zu Leverkusens Möchtegernrambo Emir Spahic in die Nesseln; nahezu zeitgleich wurde bekannt, dass die meisten der nach einer größeren Schlacht mit der niederländischen Polizei in Renesse festgesetzten Deutschen Angehörige von Schalker Ultragruppierungen sind - und zu allem Überfluss tönte auch noch Peter Peters auf einer Podiumsdiskussion in Darmstadt wieder einmal herum, dass eine Ausgliederung nichts Schlechtes sein müsse.

"Woanders ist auch scheiße!"

Als ersten kleinen Trost für alle gebeutelten Schalker möchte ich an dieser Stelle den geschätzten Bochumer Kollegen Frank Goosens zitieren: "Woanders ist auch scheiße!" In Lüdenscheid und München schmissen Klopp (Typ "stilvolles Opfer") und Müller-Wohlfahrt (Modell "beleidigte Leberwurst") die Brocken hin und der Ha-Ha-Ha-Ess-Vau blamierte sich bis auf die Knochen: Vierter Trainer in einer Saison, 150.000 Ablöse an uns für gerade einmal zwei Spiele mit Peter Hermann als Co-Trainer, einen dicken Korb von Thomas Tuchel und "zurück zum Ex", dem 2010 drei Spieltage vor Saisonende geschassten "schönen" Bruno Labbadia. Keine Sorge, lieber Dino, wir Schalker sind am 34. Spieltag gerne beim Verschrotten der Bundesliga-Uhr behilflich. Rückpass, Ihr erinnert Euch…?

Abseits aller Schadenfreude, kein Hanseat zu sein, lautet das zweite königsblaue Benefit aus dieser Woche: Wie gut, dass es die Knappenschmiede gibt!!! Nachdem mit Choupo-Moting, Boateng, Nastasic, Sam und Uchida erneut mehrere Spieler kurzfristig von diversen Beschwerden dahingerafft wurden und Dauerläufer Marco Höger gelbgesperrt fehlte, sprangen Leroy San und Marvin Friedrich in die Startelf und in die Bresche. Und lösten diese Aufgabe nicht nur aufgrund des geilen Solos - er läuft und läuft und läuft und trifft - von Leroy zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung mit großem Kämpferherz und vielversprechenden Anlagen.
Nein, spielerisch war das Match sicher nichts für Ästheten, aber der angesichts der bärenstarken Wolfsburger Heimbilanz nicht erwartete Punkt war aufgrund von Leroys Sturmlauf und einer tadellosen Keeper-Leistung von Ralf Fährmann nicht nur wichtig, sondern auch verdient.

Blühende Jugendarbeit

Horst Heldt versäumte es denn auch nicht, darauf hinzuweisen, dass sieben der elf Kicker aus der Anfangsformation schon in der Jugend für Schalke am Ball waren, mit dem eingewechselten Draxler kam später der achte hinzu. Zudem steuert die Schalker U 19 unbeirrt den westdeutschen Titel-Hattrick an; auch der nach Graz verliehene Donis Avdijaj fasst langsam Fuß.

Ich wünsche mir, dass die wunderbare Arbeit der Knappenschmiede bei der künftigen Ausrichtung der Schalker Transferpolitik eine noch größere Rolle spielt als bisher und dass die erfolgreiche Verzahnung der Jugend mit dem Profikader weiter intensiviert wird! Die Jungs sind nicht nur Lückenbüßer, wenn die etablierten Stars mal wieder am Krückstock gehen. Sie sind anders als im Konzerngeschäftsbericht zu lesen auch nicht in erster Linie Bilanzposten, durch deren Veräußerung "Optionen für eine Ergebnisverbesserung in der Erzielung von Transfereinnahmen (liegen)… " und "enormes Erlöspotential" die Kassen klimpern lässt.

Eigengewächsen die Chance geben

Gerade angesichts des mittlerweile leider sicheren Verpassens der Championsleague-Qualifikation sollte jetzt der Zeitpunkt gekommen sein, mit Ausnahme ganz gezielter Zukäufe auf weitere sündteure Shoppingtouren zu verzichten und den Schalker Eigengewächsen die Chance geben, sich in Liga und Euroleague zu beweisen. Ich vertraue dem Votum des wohl besten Jugendtrainers Deutschlands, Norbert Elgert, nach monate- oder jahrelanger Arbeit mit seinen "Jungs" mehr als dem bisweilen etwas hektisch wirkenden Kauf vermeintlich großer Namen, von denen völlig ungewiss ist, wie leistungsbereit und -fähig sie noch sind und wie sie sich im speziellen Schalker Umfeld zurechtfinden. Kevin Prince Boateng war Stand heute gemessen der Kosten-Nutzen-Relation leider ein teurer Fehlschlag, ebenso Sam. Ob Sami Khedira in dieselbe Schublade passt, kann momentan niemand seriös sagen; ich hoffe, dass wir es nie erfahren.

Man kann natürlich nicht mit einer reinen A-Jugend in der Bundesliga oben mitspielen, aber nicht nur Fährmann, Höwedes, Draxler und Matip sind mittlerweile erfahren genug, die nächste Generation zu führen. Auch Huntelaar wird sein Tief wieder überwinden, der wiedergenesene Farfan und Nastasic bringen ebenso wie Uchida internationale Erfahrung mit.

Zusammen mit Talenten wie Meyer und Goretzka und den größten Nachwuchshoffnungen aus der Knappenschmiede kann das eine Mischung ergeben, die teure "Leuchttürme" der Marke Boateng oder Khedira entbehrlich macht und so zumindest mittelfristig die Personalkosten senkt. 90 Millionen Kaderkosten mögen für einen CL-Teilnehmer stemmbar sein; für die Euroleague ist es schlichtweg finanzieller Irrsinn, über das Gesamtpaket Khedira nachzudenken, nur um trotzig stampfend zu beweisen, dass wir uns auch ohne CL "viel leisten können" und "gut im Rennen liegen".

Ich würde mich daher sehr freuen, wenn Heldt, Di Matteo und Tönnies den Mut hätten, den Eigengewächsen mehr zu vertrauen und auf Kaderbereinigung denn kostspielige Zukäufe zu setzen. Wenn sich dann noch das Publikum auf das vielfach geäußerte Versprechen, mit jungen Spielern mehr Geduld zu zeigen als mit (vermeintlich) satten Millionären, heißt es vielleicht bald auf Schalke wieder: Es läuft und läuft und läuft…

Glückauf,

Susanne


Die Autorin:
Susanne Hein-Reipen

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Samstag, 27. April, 15.30 Uhr
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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg2939:50-1132
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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