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S04 siegt 1:0
Schalke - Nikosia: Mit einem königsblauen Auge davongekommen

(Foto: Hein-Reipen)
Ja, da waren noch reichlich Plätze frei... (Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – „Datt war eine schwere Geburt!“ ist eine beliebte Floskel, wenn es um einen glanzlosen, mühsamen Sieg geht. Wenn man in diesem Bild bleiben möchte, war das späte 1:0 des FC Schalke 04 über das zypriotische Team von APOEL Nikosia ein Kaiserschnitt nach 48 Stunden Presswehen, vergeblichem Saugglocken- und Zangeneinsatz und einer stockbesoffenen Hebamme. 

Schalke-Fans sind leidensfähig und so taten die 43.117 Zuschauer, die sich durch die Staus rund um Gelsenkirchen in die Arena durchgeschlagen hatten, trotz Kälte ihr Bestes: Eurofightersong, Wechselgesang zwischen Nord und Süd und „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid!“ zeigten Hoffnung auf ein Ende der Durststrecke mit sieben sieglosen Spielen. Das Ergebnis aus Krasnodar sorgte vor dem Anpfiff für einen zusätzlichen Heiterkeitserfolg.

Und es sah zunächst so aus, als sollten die Hoffnungen erfüllt werden: In der ersten Halbzeit hagelte es fast im Minutentakt königsblaue Torchancen. Die offensive Ausrichtung mit Huntelaar und di Santo vor Leroy Sané und Choupo-Moting schien sich auszuzahlen, insbesondere Youngster Sané glänzte mit einigen furiosen Sturmläufen, 12:2 Eckbälle im ersten Durchgang sorgten für einigen Alarm im Strafraum der Gäste. Doch Ex-Alemanne Boy Waterman parierte mehrfach mit glänzenden Reflexen gegen Matip, Choupo-Moting und Huntelaar, einmal rettete hinter ihm Sergio auf der Linie.

Kurz vor der Pause schien sich dann die Fußballweisheit „wenn man die Dinger vorne nicht macht, rächt sich das hinten“ schaurig zu bewahrheiten, aber Sotiriou verfehlte beim Konter in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs das Tor von Ralf Fährmann um wenige Zentimeter.

Die Pause vertrieb sich das geneigte Schalker Publikum mit Füße warmtrampeln und Haareraufen über die Chancenverwertung, allgemeiner Tenor „die hätte meine Omma mit’m Krückstock reingemacht“.

Auch der schaurig ramponierte Rasen bekam sein Fett ab; „da sieht mein Schrebergarten ja besser aus, fehlen nur noch die Maulwurfshügel“. Allgemeines Kopfschütteln, dass ein ambitionierter Verein wie Schalke das Grün trotz herausfahrbarer Wanne nicht in einem besseren Zustand präsentieren kann. Notfalls, so die Meinung auf den Rängen, müsse eben Geld für einen neuen Rasen in die Hand genommen werden, „kostet ja immer noch weniger als ein Monat Boateng und da wär’s besser angelegt“.

Doch wer über die erste Halbzeit meckerte, wurde unweigerlich an die Worte des großen Schalker Philosophen Fabian Ernst erinnert: „Wir können noch schlechter!“ Der zweite Durchgang war trotz fortgesetzter Feldüberlegenheit der Knappen ein grausiges Gewürge. Der königsblaue Angriffsschwung erlahmte; Patzer in der Abwehr ermöglichten Nikosia einige gefährliche Gegenstöße, die nur von Ralf Fährmann und einmal freundlicherweise vom Außennetz gestoppt werden konnten.

Der königsblaue Anhang nahm das Geschehen auf dem Feld mittlerweile mit Galgenhumor zur Kenntnis und übte sich im Schaaaa-la-la-la-Wechselgesang zwischen Nordkurve und Sitztribünen.  Selbst die Sanitäter, die den verletzten Charalambidis vom Feld tragen wollten, verloren kurzzeitig die Orientierung und trabten zur allgemeinen Erheiterung zunächst in die falsche Richtung.  

Massenflucht auf den Rängen

Als auf den Rängen schon die Massenflucht einsetzte und es hieß  „jetzt wissen wir, warum datt „Cup der Verlierer“ genannt wird“ und „zum Glück hat Lüdenscheid sogar verloren, dann sind wir nicht die einzigen blamierten Deppen!“, fiel in der 86. Minute doch noch das ersehnte Tor: Flanke des kurz zuvor eingewechselten Riethers in den Strafraum, wo Choupo-Moting kompromisslos per Direktabnahme vollstreckte. Bezeichnenderweise wirkten Freund und Feind nach diesem nicht mehr erwarteten Treffer einfach nur erschöpft: Kein überschwänglicher Jubel auf Schalker Seite, die Spieler in königsblau unterschieden sich in der Körpersprache kaum von den frustriert am Boden sitzenden Gästen.

Nur zwei Minuten später schoss Dennis Aogo noch einen Handelfmeter direkt in die Ecke und Arme von Waterman. Gelächter selbst aus der Nordkurve, die sofort von „oho, international, Schalke international, die Eurofighter sind wieder da“ auf „wir lieben alle nur den FC Schalke… wir folgen ihm auf allen seinen Wegen, von der Emscher bis zum Bosporus“ umstellte. Nur noch 04 Minuten Nachspielzeit überstehen und die Erlösung winkte.

Schalke steht durch den nach Spielanteilen verdienten knappen Sieg vorzeitig in der Runde der letzten 32 Teams und hat damit das Saisonziel „Überwintern in Europa“  erreicht, auch wenn es in diesem Spiel eher nach „Winterschlaf in Europa“ aussah. Klaas Jan Huntelaar gab dann auch zu, dass es ein schwächeres Spiel gewesen sei.

Ob sein weitergehendes Fazit „Aber wenn man auch solche Partien gewinnt, kommt man vorwärts. Das kann uns für die kommende Aufgaben Auftrieb geben, wir brauchten das Erfolgserlebnis“  sich bewahrheitet, können die Schalker Fans am kommenden Sonntag im Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen verfolgen.

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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