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Kommentar
Schalke, Nübel und die emotionale Hysterie

Alexander Nübel. (Foto: dpa)
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Gelsenkirchen – Der FC Schalke 04 kämpft aktuell um den Verbleib in der ersten Liga. Einer der wenigen Leistungsträger der Mannschaft von Jahrhunderttrainer-Trainer Huub Stevens ist ein junger Torwart. Alexander Nübel hat sich in die Schalke-Herzen der königsblauen Anhänger gespielt. Allerdings stellt sich derzeit die Frage, ob Schalke 04 noch lange was von seinem Talent haben wird. Ein Kommentar.

Sie haben geschrien, gepfiffen und lautstark gebrüllt. Als der FC Schalke 04 im Hexenkessel der Türk Telekom Arena gegen Galatasaray Istanbul in der Gruppenphase der Champions League antreten musste, war ein junger Mann ganz entspannt. Und das, obwohl er sein Debüt in der Königsklasse gab. Zu dem Zeitpunkt war Schalkes damaliger Stammtorwart, Ralf Fährmann, verletzt. Die Rede ist von Schalkes neuer Nummer eins, Alexander Nübel – der sich mit guten Leistungen für eine Chance bewarb.

Schalkes verpasste Gelegenheit

Derzeit geistern Spekulationen um einen möglichen Abgang Nübels zum FC Bayern umher. Viele Anhänger der Königsblauen vermuten oder haben die Sorge, dass das Ausnahmetalent den Klub ebenfalls ablösefrei verlassen wird – wie schon Sead Kolasinac, Joel Matip, Max Meyer oder Leon Goretzka in den Jahren zuvor. Der Vertrag des 22-Jährigen endet im Sommer 2020. Dabei ist der meistverbreitete Gedankengang folgender: Weil Nübel aktuell nicht über einen neuen Vertrag verhandeln will, sondern erst nach der U21-Europameisterschaft im Sommer, wäre dies doch ein eindeutiges Indiz dafür, dass er den Klub verlassen will. Hinzukommen die Aussagen seines Beraters Stefan Backs bei Sport1, die gelesen nicht viel Hoffnung auf einen Verbleib machen – dazu aber gleich mehr. 

Zunächst gilt es festzuhalten, dass man diese Gedankengänge natürlich haben kann. Nach dem Abgang von Manuel Neuer zum FC Bayern München vor knapp acht Jahren wirkt das schon wie eine gewisse Parallele. Das ist sie aktuell aber nicht. Denn Nübel macht nichts anderes als schlichtweg seine gute Verhandlungsposition auszunutzen. Die Trainer und Verantwortlichen sahen den jungen Torwart nahezu jeden Tag beim Training, noch bevor er von Ex-Trainer Domenico Tedesco zum Start der Rückrunde zur neuen Nummer eins befördert wurde. Hier wurde es schlichtweg versäumt, Nübel eine ernsthafte Aussicht auf den Nummer-eins-Status zu gewähren und langfristig mit ihm zu verlängern. Dies wäre ein Zeichen des Vertrauens gewesen, das die Klub-Verantwortlichen verpassten, wie auch Nübels Berater Stefan Backs gegenüber Sport1klarstellte: "Schalke hatte monatelang Zeit, Gespräche zu führen und hat dies nicht getan. Was das gute Recht des Klubs ist. Jetzt ist für unsere Seite der falsche Zeitpunkt dafür. Was unser gutes Recht ist."

Der Schein kann trügen

Es ist üblich, dass solche Medienanfragen an Berater in einer Art Fragenkatalog gestellt werden. In dem Artikel bei Sport1mit Backs' Aussagen wirkt es so, dass das nicht alles war, was er sagte. Wer sich mal mit Backs unterhält, weiß, dass er bei eigenen Statements großen Wert auf den dazugehörigen Kontext legt. Und die Vermutung liegt nahe, dass seine Aussagen aus jenem Kontext gerissen wurden. Verschwiegen wurde zudem, dass es keinerlei Kontakt zum FC Bayern gibt. Nübel geht es aktuell um nichts anderes als den Klassenerhalt mit dem S04 und danach um die U21-EM. Erst im Anschluss darauf, wird eine Vertragsverlängerung beim FC Schalke ein wirkliches Thema.

Im Augenblick macht es den Anschein, als wäre die Nübel-Seite aufgrund der monatelangen Ignoranz – in Anbetracht einer Vertragsverlängerung am Berger Feld – von Schalke 04 enttäuscht. Das mag vielleicht sein. Dennoch ist es sowohl Nübel als auch seinem Berater sehr positiv aufgefallen, dass Neu-Sportvorstand Jochen Schneider unmittelbar nach Amtsübernahme vor Wochen mit beiden in Verbindung trat und klare Signale formulierte, den jungen Torhüter für Schalke nicht verlieren zu wollen.

Nach dem, wie bereits angesprochen, verpassten Zeitpunkt vor vielen Monaten, wäre Nübel unklug, jetzt einfach zu verlängern. Niemand auf Schalke kann derzeit absehen, wer in der kommenden Saison neuer Cheftrainer sein wird. Und ob dieser auch auf den Juniorennationaltorwart setzt. Außerdem spielt Nübel gerade erst seit ein paar Monaten regelmäßig in der Bundesliga. Er dürfte genau wissen, was er daran hat, wenn er die Nummer eins bei Schalke bleibt. Das wird der Knackpunkt für eine mögliche Vertragsverlängerung sein. 

Und dass ein junger Torwart erst das wissen will, bevor er eine Unterschrift unter ein Stück Papier setzt, sollte einleuchten.  

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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