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Der geplatzte-Knoten-Spielbericht
Schalke - Nürnberg endet 5:2: Skrzybski, wir woll’n ein Kind von Dir!

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Vor dem Spiel wurde die Freundschaft zwischen dem FC Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg nicht nur mit einer grandiosen Choreographie gefeiert, auf dem Rasen kennt Schalke jedoch keine Verwandten und fegt den „Glubb“ mit 5:2 vom Platz. Susanne Hein-Reipen berichtet über einen aus königsblauer Sicht sehr geilen Fußballtag und fragt sich: 04 Stürmertore, is datt noch mein Schalke?!

Auch wenn die Talellensituation nicht für ein gemütliches Kaffeekränzchen unter Freunden spricht: Die tiefe Freundschaft zwischen Knappen und Glubberern ist stärker als die sportliche Rivalität und so stehen trotz fiesen Novemberwetters bereits morgens um 11 hunderte Schalker am Gelsenkirchener Hauptbahnhof, um den pickepackevollen Sonderzug aus Franken willkommen zu heißen. Von dort geht es „GEmeinsam UNaufhaltsam“ durch die Stadt Richtung Schalker Meile und Glückauf-Kampfbahn.

Bei lecker Bierchen und Grillgut trotzen Blau-Weiße und Rot-Schwarze dort Seite an Seite dem Regen und stellen anerkennend fest: Die Ultras Gelsenkirchen haben aus den Not des von Unbekannten verschandelten Großgraffito an der Böschung zur A 42 eine Tugend gemacht und das Kunstwerk kurzerhand weiß auf schwarz durch den kunstvollen Schriftzug „Schalke und Nürnberg“ ersetzt.

Auch das Clubheim am Parkplatz 7 ist knüppelvoll mit durstigen Schalkern und Nürnbergern und so feiern alle am Rande des Spiels der beiden Traditionsteams gutgelaunt der abendlichen Begegnung entgegen. Das modische Must-Have in Gelsenkirchen ist heute eindeutig ein Freundschaftsschal!

Geile Choreo setzt mal wieder Maßstäbe

In der Arena steigt der Vorfreudepegel weiter an: Plakate, Handzettel und viele, viele Fahnen und Tafeln künden eine Groß-Choreographie an – und zwar die Erste, die wirklich stadionweit, d. h. auch unter Einbeziehung des Gästeblocks, präsentiert wird. Die Fanfreundschaft macht es möglich! Die Arena ist mit 62.271 Zuschauern komplett ausverkauft, darunter gut 6.000 Nürnberger.

Wegen der Choreovorbereitung liegt das Großtrikot, das sonst beim Vereinslied und Toren über die linke Seite der Nordkurve hochgezogen wird, heute auf dem Rasen: Satte 600 Quadratmeter Königsblau, 60 Kilo schwer! Das Vorprogramm u. a. mit Lennart von Radio Emscher-Lippe und viel Werbung für Arena-Veranstaltungen von Comedy Arena über Biathlon auf Schalke und dem Weihnachtssingen ist durchaus abwechslungsreich, aber alle warten gebannt auf die Choreo. Für den kleinen Lacher zwischendurch sorgt der späte Ausgleich der Fortuna bei den Bayern.

Tradition ist nicht Asche bewahren, sondern Weitergabe des Feuers!

Jetzt werden die Kehlen geölt: „Seht Ihr die Fahnen weh‘n? Wir woll’n Euch siegen seh’n“, ein inbrünstiges „Die Legende lebt“ und das Motto des Tages „Schalke und der Eff-Cee-Enn!“ läuten die Party ein; dann wird ebenfalls gemeinsam die Aufstellung der Gäste gerufen. Das Licht geht aus, der Steiger kommt und hat nicht nur sein helles Licht, sondern auch eine nette Gänsehaut mitgebracht. Und nach „Blau und Weiß, wie lieb ich Dich, ist es endlich so weit: Die Jungs auf dem Vorsängerpodest geben das ersehnte Signal und zu den Klängen von „Was singt heute jeder Fan? Schalke und der FCN!!!“ verwandelt sich die Arena zum Einlaufen der Mannschaften in ein farbenprächtiges Fanal für die Fanfreundschaft.

Auf der kompletten Nordkurve leuchtet das Logo des 1. FCN, auf der Südkurve das Schalker Wappen, auf der Gegengeraden lodert in Anlehnung an ein altes Freundschaftsbanner ein Flammenmeer, denn: Tradition ist nicht Asche bewahren, sondern Weitergabe des Feuers! Ganz großes Schalker Gefühlskino, 62.000 Hühnerfelle und das eine oder andere Tränchen der Ergriffenheit sind der Lohn.

Unterhaltsame erste Halbzeit

Fußball gespielt wird übrigens auch noch, Tedesco rotiert dazu wieder einmal kräftig, was u. a. Bastian Oczipka und Steven Skrzybski, beide längere Zeit verletzt, den ersten Startelfeinsatz der Saison beschert. Vor Kapitän Fährmann steht die Dreierkette mit Stambouli, Sané, Nastasic, Caligiuri auf rechts, Oczipka auf links, Rudy und Bentaleb im defensiven Mittelfeld, davor Harit hinter Burgstaller und Skrzybski. Beiden Stürmern ist vom Anpfiff an anzusehen, dass sie heiß wie das berühmte Frittenfett sind.

Bauer sieht bereits in der ersten Minute Gelb wegen rüden Einsteigens gegen Harit, dann übernehmen die Hausherren das Kommando: Angetrieben von Geburtstagskind Bentaleb und dem wuseligen Harit gibt es erste Chancen für „Burgi“ und Bentaleb, aber FCN-Keeper Mathenia ist auf dem Posten. Auf Nürnberger Seite scheitern der wiedergenesene Ishak und Behrens an Fährmann. Musikalisch untermalt wird der muntere Auftakt von „Schalke und der FCN“, dem Wechselgesang Schalke! – Nullvier! und „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid, dazu werden in der Nordkurve auch mehrere rot-schwarze Fahnen geschwenkt.

Schalke kann ja doch Tore schießen…

Mehrere Ecken bringen nichts ein, auch wenn die Nordkurve inbrünstig „Vorwärts FC Schalke“, „Gehen’n mit Dir auf jede Reise“ und die Ruhrpottkanaken anstimmt. Sollte es doch wieder eine typische erste Schalker Halbzeit – bislang ein einziges mickriges Törchen in 11 Ligaspielen – werden…?

Nein! Nach einem herzhaften Luftloch von Mathenia nach Vorarbeit von Caligiuri schaltet Skrzybski am schnellsten und bugsiert den Ball zur 1:0-Führung ins leere Tor (26.). Der Ex-Eiserne, von Kind an bekennender Schalke-Fan, schreit vor der Nordkurve seine Freude heraus. Jaaaaaaaaa! Eine Stadt erstrahlt in Blau und in weiß…

Gute fünf Minuten später marschiert Burgi über den rechten Flügel und flankt in die Mitte, Margreitter segelt am Ball vorbei und die Kugel landet bei Harit, der sich völlig freistehend die Ecke aussuchen kann und mit rechts auf 2:0 erhöht (32.). Auffällig: Stadionquatscher Dirk sagt zwar den Torschützen, aus Respekt vor den Freunden aber nicht den Spielstand an.

Der Spielstand ist jedoch in der 38. Minute fällig, als Nürnberg nach einer kleinen Schlafeinlage der Schalker Defensive der Anschlusstreffer gelingt: Bauer auf Ishak, dessen Schuss kann Fährmann noch abwehren, doch beim Nachschuss von Palacios aus kurzer Distanz ist er machtlos: Nur noch 2:1, nach Ansicht der Schalkefans ein Gegentor aus der Regal „vollkommen unnötig“, trotzdem gibt es Applaus für die unterhaltsame erste Halbzeit. Auch Mathenia, der verletzt vom Platz muss, wird von aufmunterndem Beifall auch aus der Nordkurve begleitet.

Der e. V. ist unverhandelbar

Die Fanbox besticht durch schräge Töne zu „Schalke und der FCN“ und einen waschechten Heiratsantrag, doch die Antwort von Katja ist nicht überliefert. Dafür kann Thomas Kirschner für die Abteilung Fanbelange bereits eine erste Rundumsicht der tollen Choreo präsentieren, bevor er von der Inklusionsfahrt nach Frankfurt und Skrzybskis Auftritt bei „Anne Theke2 – „supersympathisch und jetzt trifft er auch noch!“ – berichtet. Die Auswärtsinfo für Porto kommt am Montag.

 


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Tabelle

18. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Freiburg1822:28-621
13Düsseldorf1821:34-1321
14Schalke 041720:24-418
15Augsburg1826:31-515
16Stuttgart1814:38-2414

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