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Der ÄTSCH!!!-Spielbericht
Schalke schlägt Galatasaray: In der Hölle von Gelsenkirchen regiert der S04!

(Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Mit zwei tollen Toren im jeweils perfekten Moment und einer sehr couragierten Leistung besiegt der FC Schalke 04 Galatasaray Istanbul verdient mit 2:0 und bleibt trotz rot-gelber Invasion klar Herr im eigenen Haus. Susanne Hein-Reipen über ein nicht nur auf dem Rasen hart umkämpftes Duell und satte königsblaue Genugtuung.

In welchem Monat gibt es die meisten Staus in Deutschland? Im November. Und welches ist das auto-, bevölkerungs- und staureichste Bundesland…? Nordrhein-Westfalen. Und was passiert, wenn dazu noch Berufsverkehr, diverse Unfälle auf den Autobahnen im Ruhrgebiet, ob der späten Anstoßzeit stark autolastiger Anreiseverkehr zur Arena auf Schalke und langfristig gesperrte Straßen in Gelsenkirchen hinzukommen? Nichts geht mehr und so brauchen Schalker, die ihre Mannschaft im Tempel unterstützen wollen, gute Nerven und sehr viel Geduld.

Arg viel Rot-Gelb hier

Die heikle Anreisesituation hat zudem Risiken und Nebenwirkungen: Für frühe Besucher sieht es so aus, als sei die Veltins-Arena komplett in türkischer Hand, denn viele Galatasaray-Fans haben bereits seit dem Mittag lautstark in Buer gefeiert und brennen nur darauf, ihre Plätze einzunehmen. Die Heimfans ärgern sich derweil, dass es auf den Parkplätzen zwar großzügige ausschließlich den Gästefans vorbehaltene No-Go-Areas für Schalke gibt – so u. a. der komplette Parkplatz E -, die Gäste sich aber vollkommen frei bewegen und auch die anderen Parkplätze verstopfen dürfen.

Zum Glück bleibt trotzdem alles friedlich, nicht selten streben auch gemischte blau-weiß-rot-gelbe Gruppen im Licht der Behelfsscheinwerfer einträchtig Richtung Arena. Dort werden sie von zwei Kontrollringen erwartet: Bereits vor den eigentlichen Eingängen sind Sicherheitszonen abgesperrt, die nur nach Vorzeigen des Tickets und einzeln betreten werden dürfen, dann folgt hinter den „regulären“ Schleusen ein gründlicher Security-Check. Auch die Polizei ist bei dem als „Hochrisikospiel“ eingestuften Match sehr zahlreich vertreten.

In der mit 54.740 Zuschauern restlos ausverkauften Arena gibt es außer im „Allerheiligsten“ im Unterrang der Nordkurve überall rot-gelbe Flecken und türkische Fahnen, in der Südkurve und auf der Haupttribüne sogar erschreckend viele. Entsprechend groß ist die Wut der Schalker auf die Karteninhaber, die ihre Tickets zu Tausenden an gegnerische Fans verkauft haben. Danke für Nichts, Ihr geldgeilen Nestbeschmutzer!

Außer Pfeifen fällt Euch wohl nix ein…?

Für weiteren Gesprächsstoff sorgt die Aufstellung: Im Tor steht wieder Alexander Nübel, obwohl Kapitän und Stammkeeper Ralf Fährmann wieder genesen ist. Dazu eine erfreulich offensive Aufstellung mit Burgstaller, Uth und Embolo, dazu Harit und statt erneuter Monster-Rotation nur zwei Wechsel gegenüber dem gewonnenen Heimspiel gegen Hannover, das gefällt.

Schalke bemüht sich nach Kräften, ein guter Gastgeber zu sein, die freundliche Begrüßung und alle Durchsagen von Stadionquatscher Dirk werden von einem eigens bestellten Dolmetscher auch ins Türkische übersetzt, obwohl nicht wenige der Gäste denselben Ruhrpottslang sprechen wie ihre blauen Nebenleute. Auch der UEFA-Appell gegen Diskriminierung und Rassismus ist zweisprachig.

Als „Dank“ schallt den Schalkern während des Steigerlieds das bereits bekannte gellende Pfeifkonzert entgegen. Konstruktiver Support geht definitiv anders… Die Nordkurve, wegen der UEFA-Zwangs-Bestuhlung nicht so dicht besetzt wie sonst, legt daher doppelte Power in das Vereinslied „Blau und Weiß, wie lieb‘ ich Dich“. Die anschließende Verlesung der Schalker Aufstellung wird wieder lautstark zerpfiffen, das kann ja heiter werden.

Perfekter Auftakt

Zum Einlaufen der Mannschaften und der CL-Hymne präsentiert der Gästeblock eine farbenprächtige Choreo: Im Oberrang leuchten tausende gelb-orangene Fahnen, der Unterrang ist rot. Die Nordkurve ruft etwas auf Türkisch (!), was der wütenden Reaktion der Gäste nach nicht unbedingt eine Liebeserklärung gewesen zu sein scheint. Update: Es war Gala, Gala, siktir lan (f*ckt Euch).„Datt war vermutlich H*rensohn auf Türkisch“ konstatiert ein dicker Schalker grinsend.

Dann schaltet die Kurve wieder auf Support der eigenen Mannschaft um: Das „Voooooorwärts Schalke!“ ist noch nicht verklungen, da reißt es bereits alle von den Sitzen: Guido Fußballgott Burgstaller trifft aus spitzem Winkel zur frühen 1:0-Führung (04.), JAAAAAA! Vorangegangen war eine kuriose Szene, in der Gala-Keeper Muslera nicht die allerbeste Figur macht, weil er so schwungvoll durch den Strafraum rutscht, dass er an dessen Grenze den bereits sicher geglaubten Ball loslassen muss.

Zu der Freude über die frühe Führung gesellt sich ein fette Portion Schadenfreude, sind die pfeiffreudigen Gäste, die zuvor in den sozialen Netzwerken großspurig von „Heimspiel in Gelsenkirchen“ und „Schalke vernichten“ gefaselt hatten, doch plötzlich deutlich leiser. Schaaa-la-la-laaa…

Offenes Duell mit Vorteil Schalke

In der folgenden halben Stunde bleibt Schalke klar spielbestimmend und hat durch Harit die Riesenchance, die Führung auszubauen, doch der semmelt freistehend steil über den Kasten (21.). Die Fans sind trotzdem begeistert und intonieren die Attacke, „Auf geht‘s Schalke schieß‘ ein Tor…“, „Schalke 04 für jetzt und alle Zeit“ und den Wechselgesang Schalke – Nullvier!, statt mit der türkisch dominierten Südkurve heute einmal mit den oberen Rängen. Auch „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“ und nach längerer Zeit wieder einmal „Wir schlugen Roda…“ kommen gut.

Die Istanbuler Entlastungsangriffe laufen meistens über den Ex-Schalker Belhanda, doch Nübel ist auf dem Posten; den Fans fällt nach wie vor bis auf lautstarkes Pfeifen und gelegentliche Cim-Bom-Rufe wenig ein. Für Erheiterung sorgen die Durchsage an den Fahrer eines Essener PKWs, doch bitte zu seinem Fahrzeug zu kommen: „Sie hatten einen Unfall. Sie wissen es noch nicht: Ihnen ist einer reingefahren!“ und die Einblendung, dass die „geliebten“ schwarz-gelben Nachbarn in Madrid hinten liegen.

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Schalke - 1. FC Nürnberg
Samstag, 24. November, 18.30 Uhr
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Tabelle

12. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Wolfsburg1115:17-212
13Bayer 041116:24-811
14Schalke 04118:15-710
15Nürnberg1111:24-1310
16Hannover1114:22-89

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