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Der Alles-auf-Anfang-Spielbericht
Schalke schlägt Wolfsburg – und feiert Nübel UND Fährmann

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Der FC Schalke 04 schlägt den VfL Wolfsburg dank einer starken zweiten Halbzeit verdient mit 2:1 (1:1). „Man of the match“ ist Doppeltorschütze Daniel Caligiuri, die Gemüter der Fans bewegt jedoch der plötzliche Wechsel von Nachwuchskeeper Nübel für Kapitän Fährmann. Und die Nordkurve beweist Herz: Beide (!) Torhüter werden mit Sprechchören gefeiert, Ralle kommen dabei die Tränen.

Mitten in die Anreise nach Gelsenkirchen hinein platzt die Nachrichtenbombe: Obwohl Kapitän Ralf Fährmann fit ist, zieht Trainer Domenico Tedesco ihm Alexander Nübel vor! Dieser nach den Leistungen der Hinrunde nicht ganz überraschende, aber doch jetzt sehr plötzliche Wechsel ist denn auch Thema Nummer 1, wo auch immer Schalkefans vor dem Spiel vorglühen. Allgemeiner Tenor: Sehr schade für Urschalker Ralle, aber auch Nübel hat eine Chance verdient, vielleicht gibt das der Mannschaft ja neue Impulse? Und: Mutige Entscheidung von Tedesco, hoffentlich geht das gut.

Dead Michelinmännchen walking…

Ansonsten sind auf den Zuwegen zur Veltins-Arena, an denen noch die Schneeberge vom Biathlon auf Schalke grüßen, diverse Mischungen zwischen Michelinmännchen und Zombies zu sehen: Gegen die Kälte haben sich viele Schalker so dick eingemummelt, dass die elegante Bewegungsfähigkeit etwas leidet. Aber: Jede Schicht lange Unterbuchse wird noch wertvoll…! 

Das große Spartak-Moskau-Graffito am Parkplatz P 7 ist liebevoll mit einem riesigen Hugos-Schriftzug übersprüht worden; im Osten steigt ein wunderschöner Vollmond auf. Die Erwartungen sind ob der vielen Verletzungsausfälle und medialen Ungereimtheiten in der Winterpause eher gedämpft: Bitte nicht verlieren, bitte kein Fehlstart!

17 Spiele um das Ruder rumzureißen: Arsch und Kopf hoch!

Das richtige Motto dafür hängt während des Aufwärmens am I-Block: Blau auf weiß fordert ein großes Banner 17 Spiele um das Ruder rumzureissen: Arsch und Kopf hoch! Die Körpersprache von Fährmann drückt derweil nackte Enttäuschung aus, trotzdem stärkt er Nübel mehrfach aufmunternd den Rücken. 

Die Arena ist mit 58.827 verkauften Karten – tatsächlich dürften es weniger sein, da Temperaturen, Anstoßzeit und Performance der Hinrunde einige Dauerkartenbesitzer auf dem warmen Sofa sitzenbleiben lassen – für Schalker Bundesligaverhältnisse spärlich gefüllt; die nur ungefähr 650 Wölfe-Fans haben ebenfalls viel Platz im Gästeblock. „Scheint morgen Frühschicht zu sein bei VW…!“ ätzt ein Schalker.

Der doppelte Teuchert

Die Heimstatistik spricht klar für Königsblau: 8 der letzten 9 Begegnungen der beiden Teams in Gelsenkirchen gingen an Schalke. Den aktuellen Trend – Wolfsburg ist seit 6 Spieltagen ungeschlagen – vergessen wir lieber ganz schnell.

Auch wenn der Steinkohlebergbau in Deutschland Geschichte ist: Auf Schalke kommt der Steiger noch! Inbrünstig klingt das Glückauf durch die dunkle Arena. Beim anschließenden Vereinslied „Blau und Weiß, wie lieb ich Dich“ gibt es hingegen wieder ein blau-weißes Schal- und Fahnenmeer.

Beim Verlesen der Aufstellung taucht Cedric Teuchert direkt zweimal auf, doch der junge Stürmer hat sich weder verdoppelt noch einen Zwillingsbruder. Gleichzeitig auf dem Platz und der Ersatzbank sein kann nur Hans Sarpei! Ansonsten wäre aus der Startelf Nübel, Caligiuri, Sané, Nastasic, Oczipka, Stambouli, Rudy, Uth, McKennie, Schöpf und Skrzybski auch eine Start-Zwölf geworden…

Stark anfangen… 

Schalke beginnt mit einer Viererkette, vor der sich Vizekapitän Benjamin Stambouli und Sebastian Rudy tummeln. Die Nordkurve ölt mit „Wir singen FC Schalke!“, „Geh‘n mit dir auf jede Reise“ und „Auf geht’s Schalke schieß ein Tor“ die leicht eingefrorenen Kehlen. In der 04. Minute stockt den Sängern jedoch der Atem: Nach einer Flanke von Gerhardt kommt Mehmedi frei vor Nübel aus kurzer Distanz zum Kopfball, doch Nübel bekommt mit einem irren Reflex die linke Hand hoch und lenkt den Ball über die Latte. Sofort erklingen „Alex-Nübel!“-Sprechchöre.

Aber Schalke wehrt sich: Schöpf drängt halblinks in den Wolfsburger Strafraum und wird von William mit einem herzhaften Tritt von den Beinen geholt. Der insgesamt souveräne Schiedsrichter Manuel Gräfe entscheidet umgehend auf Elfmeter, der von Caligiuri mit einem strammen Schuss ins Eck sicher zum 1:0 (8.) vollstreckt wird. Jaaaaaaa! Ein Start nach Maß!

Erste Chance, erstes Tor, frühe Führung, das ist fast zu schön, um wahr zu sein. Die Nordkurve stimmt sofort „Eine Stadt erstrahlt in Blau“ und den Wechselgesang mit der Südkurve an. Fast hätte Skrzybski nur wenige Minuten später nach Vorarbeit von Uth sogar auf 2:0 erhöht, doch sein Schuss von der Strafraumgrenze segelt am langen Eck vorbei. 

…und stark nachlassen

Das war es dann aber leider auch für die erste Halbzeit mit guten Schalker Aktionen. Königsblau überlässt den Gästen trotz lautstarker Anfeuerung der „Ruhrpottkanaken“ nahezu vollständig das Mittelfeld. Zunächst entschärft die tiefstehende Viererkette die Angriffe der Wölfe, in der 20. Minute kommt es jedoch nach einer Flanke von Steffen zu allgemeinem Getümmel im Schalker Strafraum:Gegen Mehmedis Schuss rettet der Pfosten, gegen Rexhbecajs Nachschuss rettet niemand. 1:1, schade.

Die Kurve schüttelt sich einmal kurz und fordert sofort „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“, doch auf dem Platz haben die Gäste jetzt deutlich mehr Spielanteile, so dass sich Nübel gegen Gerhardt (27.) ganz lang machen muss, um einen Rückstand zu verhindern. Auf der Bank sind Fährmann und Teuchert in ein intensives Gespräch vertieft, während Seppo Eichkorn das Spiel mit äußerst skeptischer Miene verfolgt. Tedesco dirigiert gewohnt lebhaft an der Linie und erreicht immerhin, dass Schalke sich gegen Ende des ersten Durchgangs gelegentlich wieder nach vorne traut, auch wenn Nastasic (39.) und Schöpf (43.) nichts Zählbares herausholen. 

Die Fans wundern sich derweil über die japanische Bandenwerbung und fordern Mehmedi, der nach einem Tritt von Schöpf behandelt werden muss und vom Feld humpelt, sehr „liebevoll“ auf, sich zu erheben. „Ihr seid nur ein Hurensohnverein!“ gibt’s gratis obendrauf, doch das ändert nix daran, dass Wolfsburg das stärkere Team ist. Für Unmut in den eigenen Reihen sorgt insbesondere Rudy und seine nicht vorhandene Zweikampfquote. 

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Tabelle

22. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Düsseldorf2125:39-1425
13Freiburg2229:37-824
14Schalke 042225:32-723
15Augsburg2231:40-918
16Stuttgart2218:50-3215

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