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Der oh-Gott-meine-Nerven-Spielbericht
Schalke siegt in Köln: Königsblaues Happy-End und Alex Nübel entschädigen für Gruselfußball

(Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)
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Köln – Halloween, 21.13 Uhr: Bei den Schalkefans im Gästeblock in Kölle brechen kollektiver Wahnsinn und wahre Jubelorgien aus. Nach 14 Elfmetern zieht der FC Schalke 04 mit 6:5 ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Doch die über 120 Minuten zuvor haben den Wasserstand des Rheins um gut einen Meter Angstschweiß ansteigen lassen… Susanne Hein-Reipen klappern immer noch die Zähne.

Die Fans von Schalke und dem Effzeh sind, auch wegen der Nähe der Kölner zu einem Verein aus der Nähe von Lüdenscheid, nicht die dicksten Freunde, zudem begegnete man sich bereits im Vorjahr im DFB-Pokal. Nach der Pokalauslosung lautete daher der allgemeine Tenor auf Schalker Seite: Die schon wieder, wir dachten, wir hätten sie zumindest einmal ein Zweitligajahr von der Backe.

Doch das kann die bekannt reisefreudigen und ein klitzekleines bisschen bescheuerten Schalker genauso wenig von der Begleitung ihrer Mannschaft abhalten wie usseliges Wetter oder langes-Wochenenden-Verkehrschaos auf dem berüchtigten Kölner Ring. S 04, wir sind da, jedes Spiel, ist doch klar…! Gut 4.000 Schalker finden schließlich per Auto, Bus oder Sonderzug den Weg in die Domstadt und das mit 50.000 Zuschauern restlos ausverkaufte Rhein-Energie-Stadion.

Wo hübsche Mädchen für eine Ziege Spalier stehen

Das Polizeiaufgebot ist groß, die Stimmung spannungsgeladen. Trotzdem sind überall königsblau-rot gemischte Gruppen zu sehen. Im Oberrang des Gästeblocks N 16 grillt sogar eine schalke-kölsche Imbisswagenbesatzung friedlich Seite an Seite.

Vor der Südkurve prangt ein großes Banner „Standort Müngersdorf unverhandelbar!“. Aus den Lautsprechern dröhnen „ich ben nur ne kölsche Jung“ und ähnliche Schunkellieder, die Schalkefans grätschen mit „Hurensöhne FC“ und „Cologne, die *** vom Dom“ akustisch kräftig in das Idyll. Die Warnung vor der Verwendung von Pyrotechnik – sofortiges bundesweites Stadionverbot! – kommt auch eher so mittel an.

Die Begrüßung durch den Stadionsprecher in „der schönsten Stadt Deutschlands“ erntet von Schalker Seite nur Gelächter, ebenso wie das sich anschließende Spalier der pompon- und popo-schwenkenden rotsilber glitzernden Cheerleader für Maskottchen Hennes.  

Und schon wieder geckogreen

Zum Einlaufen der Mannschaften tauchen in der Südkurve unübersehbar dutzende große und kleine Banner und Doppelhalter „Vorstand raus!“ auf und zeugen vom Konflikt innerhalb des Vereins. Das Vereinslied „Mer stonn zu dir, FC Köööölle“ wird trotzdem geschmettert – zumindest so lange, bis die Gästekurve es übertönt.

Die Schalkefans ärgern sich derweil über das kreischgrüne Auswärtstrikot („wieso schon wieder geckogreen – im Leitbild steht doch „möglichst blau-weiß“ und bei weiß-roten Kölnern wäre das ohne weiteres möglich gewesen…?“) und diskutieren über die Aufstellung. Nominell mit Burgstaller, Uth, Konoplyanka und Harit durchaus offensiver als zuletzt, aber schon wieder kräftig sechsmal rotiert, geht das gut?

Kein Klassenunterschied erkennbar

Auf dem Rasen ist jedenfalls kein Klassenunterschied zwischen dem 15. der ersten und dem Tabellenführer der zweiten Bundesliga zu sehen. Es entwickelt sich ein typischer Pokalfight, bei dem man spielerische Elemente und gute Torchancen mit der Lupe suchen muss. 

Die erste Halbchance geht an Burgstaller (15.), dann zielt Konoplyanka vorbei (19.). Alexander Nübel, vom Gästeblock lautstark gefeiert, rettet gegen Drexler (20.); Rudy (22.), Harit (25.) und auf der Gegenseite Risse (31.) vergeben ihre Einschussmöglichkeiten.

Gästeblock akustisch vorne, Heimkurve mit guten Bannern

Auf den Rängen gibt der königsblaue Auswärtsmob stimmlich alles. „Auswärtssieg!“, „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“, „Wer nicht hüpft, der ist ein Kölner“, „Schalke, ich bin für Dich geboren“, „Gehen mit Dir auf jede Reise“ werden ebenso inbrünstig skandiert wie diverse „Komplimente“ in Richtung des FC-Anhangs. Aus dem Wechselgesang SCHALKE – NULLVIER! zwischen Unter- und Oberrang wird so „Schei** FC Köln“, dazu ertönt „Leeeeetzter Fußballclub Kööööln…“ Die so liebevoll Angesprochenen schicken ein „Absteiger!“ zurück. 

Auch von Schalker Seite goutiert werden hingegen die zahlreichen Banner, die die Südkurve während des Spiels aufzieht. „Für Menschenrechte, gegen totale Überwachung“, „keine Kooperation mit China“, „Oh leeven Orwell, 84 ess noh, et sin mittlerweile nit mol 4 läpsche Johr“ und insbesondere  „Das Stadion als Reuls Law and Order Testfeld? Bullen aus der Kurve!“ im Nachgang zu der Eskalation beim Spiel des BVB gegen Hertha BSC finden durchaus Zustimmung.

Rakitic-Gedächtnisecken und eine eiskalte Dusche

Für Haareraufen sorgen die in Popohöhe einfliegenden Schalker Ecken, außerdem hat der Gästeblock den Verdacht, dass jeder gegnerische Keeper grundsätzlich gegen Schalke seine Glanzform abruft. Doch nicht nur Timo Horn ist sehr gut, unsere Stürmer sind auch sehr… glücklos. Konoplyanka bekommt ordentlich auf die Knochen, ein Freistoß von Naldo fliegt in die Wolken. Auf der Gegenseite landet ein Schuss von Risse am Außennetz – „meck-meck!“ und alle stellen sich bereits geistig auf ein 0:0 zur Pause ein.

Alle? Nö, leider nicht. Mitten hinein in „Nur der S 04 ist mein Verein, niemals lasse ich Dich allein“ platzt das plötzliche 1:0 durch Cordoba, das von Sané unhaltbar für Nübel abgefälscht wird (43.). Die Kölner feiern mit „Wenn et Trömmelche geht“, die Schalker ärgern sich über ein weiteres Gegentor zu einem, sorry, Scheißzeitpunkt.

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26. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Mainz 052627:45-1830
14Augsburg2637:47-1025
15Schalke 042627:44-1723
16Stuttgart2626:56-3020
17Hannover2624:61-3714

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